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In der Kirche umstritten

Homo-Ehe: Das sagen Werner und Herberner Pfarrer

WERNE/HERBERN Seit diesem Monat dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten – zumindest standesamtlich. Doch wie sieht es mit einer kirchlichen Trauung aus? Wir haben in Werne und Herbern bei der evangelischen und katholischen Kirche nachgefragt.

Homo-Ehe: Das sagen Werner und Herberner Pfarrer

Ralf Gockel und Bernd Barkholt-Gockel schneiden am 02.10.2017 nach ihrer Eheschliessung im Rathaus von Hamm (Nordrhein-Westfalen) eine Hochzeitstorte an. In Deutschland sind die ersten gleichgeschlechtlichen Ehen geschlossen worden. Schwule und Lesben genießen mit der zum 1. Oktober eingeführten Ehe für alle nun die gleichen Rechte wie Hetero-Paare. Foto: Ina Fassbender/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

In Werne habe bereits ein paar Anfragen von gleichgeschlechtlichen Paaren gegeben, konkrete Anmeldungen für eine Eheschließung allerdings noch nicht, teilt das Standesamt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Zuvor war nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft möglich – mit denselben Pflichten einer Ehe, aber weniger Rechten.

Bischof verbot Segnung für gleichgeschlechtliches Paar

Kirchliche Ehen sind für gleichgeschlechtliche Paare jedoch weiterhin ausgeschlossen. Und selbst bei Segnungen sieht es schwierig aus.

Noch in der vergangenen Woche hatte der Münsteraner Bischof Felix Genn einem katholischen Pfarrer untersagt, eine Segnungsfeier für den Emmericher Bürgermeister Peter Hinze und seinem Lebenspartner durchzuführen.

Der „grundlegende Unterschied“ zum Sakrament der Ehe, das nur Männern und Frauen offenstehe, drohe durch eine große, öffentliche Feier verloren zu gehen, begründete das Bistum das Verbot gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Fall sorgte medial für großes Aufsehen.

Das sagt die katholische Kirche 

Offensichtlich ein Streitthema in der katholischen Kirche: Auch dem Werner Pfarrdechanten Jürgen Schäfer sind die Hände gebunden, allerdings sei bisher auch keine Anfrage von einem homosexuellen Paar gekommen.

„Offiziell als Pfarrdechant kann ich nur sagen, dass es das nicht gibt, aber sollte ein Paar zu mir kommen, würde ich im seelsorglichen Gespräch individuell klären, welche Möglichkeiten es gibt“, sagte Schäfer auf Anfrage. Auch beim Gottesdienst für Liebende am Valentinstag würde man ein gleichgeschlechtliches Paar natürlich nicht wegschicken, so Schäfer.

Auch in Herbern hält man sich an die Vorgabe des Bischofs. Für den Ascheberger Pfarrer Stefan Schürmeyer ist damit klar, dass es keine Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare geben wird. „Die reguläre Praxis ist, dass es keine Praxis gibt“, sagt Schürmeyer. Man fahre da das Programm des Bistums.

Gleichgeschlechtliche Ehe

Selms Pfarrer zum Segen für Homosexuelle

SELM Vor den Standesbeamten dürfen gleichgeschlechtliche Paare seit diesem Monat treten, um zu heiraten. Vor den Pfarrer noch längst nicht – am Niederrhein nicht einmal, um einen Segen für zwei Liebende zu erbitten. Wir haben nachgefragt, wie es die Selmer Pfarrer damit halten.mehr...

Evangelische Pfarrer in Werne können selbst entscheiden

Bei den evangelischen Pfarrern in Werne sieht es dagegen etwas anders aus: „Im Presbyterium der evangelischen Gemeinde in Werne hat man sich schon vor zwei Jahren dazu entschieden, jedem Pfarrer selbst die Entscheidung zu überlassen, ob er Segnungsgottesdienste bei gleichgeschlechtlichen Paaren vornehmen möchte oder nicht“, erklärt Pfarrer Alexander Meese.

Pfarrer Meese und Pfarrer Thomas Hein hätten sich beide für ein „Ja“ entschieden. Pfarrer Hein hätte vor zwei Jahren bereits eine Segnung durchgeführt – von einem Paar, das damals noch die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft einging. „Das ist nicht offensichtlich anders als eine Eheschließung, nur ohne Ringetausch etc.“, erklärt der evangelische Pfarrer.

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