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Schwimmen

Nagel: „Zwei Trainings ist schon fast Aufhören“

Werne Rouven Nagel hat seine Karriere noch nicht an selbigen gehängt. Trotzdem ist es um den Werner Vorzeigeschwimmer ruhiger geworden. Was Wernes Sportler des Jahres 2012 derzeit macht, welche Ziele er verfolgt und warum er seinen Geburtstag (noch) nicht gefeiert hat, verrät er im Gespräch mit Marc-André Landsiedel

Nagel: „Zwei Trainings ist schon fast Aufhören“

Rouven, Sie sind am Montag 22 geworden. Haben Sie, als Sportler, ordentlich gefeiert?

Nein, noch nicht. Dabei mag ich gerne mal ein Bier (lacht). In zwei Wochen sind die Deutschen Meisterschaften in Berlin. Ich bin gerade krank und verpasse den Wettkampf. Aber meine Freunde gehen an den Start. Bier passt da gerade nicht ins Programm. Aber nach dem Wettkampf dürfen Sie es sich erlauben, dann holen wir das nach.

Was machen Sie zurzeit?

Ich lebe mittlerweile in Dortmund und studiere dort im 7. Semester Maschinenbau. Ich hoffe, in acht Semestern fertig zu werden und meinen Bachelor zu machen. Dass ich es nicht in der Regelstudienzeit von sieben Semestern schaffe war von Beginn an klar – im ersten Semester habe ich ein Höhentrainingslager absolviert. Das hat damals viel Zeit gekostet.

Wie steht es denn um Ihre Schwimm-Karriere bei der SG Dortmund?

Im Gegensatz zu früher habe ich mein Pensum zugunsten des Studiums heruntergeschraubt. Vor ein paar Monaten bin ich vom A-Kader der Hochleistungssportler in den A2-Kader gewechselt. Im Hochleistungsbereich sind mindestens sechs Wasser-Einheiten pro Woche Pflicht. Ich war zwischendurch nur bei zwei Einheiten – das ist schon fast Aufhören. Jetzt steige ich drei bis vier Mal die Woche ins Wasser. Dazu gehe ich in den Kraftraum.

Schwimmen Sie weiterhin Wettkämpfe?

Ja. Im Sommer habe ich an den Masters in Magdeburg teilgenommen. Und vor zwei Wochen bin ich, trotz des geringen Trainingspensums, Zweiter bei den NRW-Meisterschaften über die 100 Meter Rücken geworden. Die Zeit von 56,6 Sekunden bin ich auch in vollem Training noch nicht oft geschwommen. Das war cool und hat mich überrascht.

Können Sie sich vorstellen, noch mal in den Hochleistungsbereich zu wechseln?

Eigentlich nicht. Selbst wenn das Talent da wäre, gibt es ein Problem im Schwimmsport: Das Risiko ist sehr groß. Man muss sehr viel investieren, sich irgendwann entscheiden, alles auf eine Karte setzen – und wird dann oft nicht belohnt.

Heißt das, Sie haben sich für Ihr Studium und den vernünftigen Weg entschieden?

Das könnte man wohl so sagen, ja.

Haben Sie trotzdem noch Ziele?

Ich will weiter Spaß am Schwimmen haben. Und im Frühjahr finden zum Beispiel die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften statt. Wir können in die 1. Bundesliga aufsteigen. Dabei möchte ich helfen, wo es geht.

Vergangenes Wochenende waren die Schwimm-Stadtmeisterschaften in Werne? Wo waren Sie?

(lacht). Das habe ich natürlich gewusst. Aber ich war an dem Tag leider verhindert. Die letzten Jahre war ich da und habe auch gewonnen. Aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich noch hätte starten dürfen. Denn ich wohne jetzt ja weder in Werne, noch starte ich für einen Werner Verein. Doch ich wäre gerne da gewesen. Es ist immer schön, die ganzen Leute zu treffen.

Ein anderer erfolgreicher Schwimmer aus Werne ist Gerrit Gutschera. Wie gut kennen Sie sich?

(lacht) Wir kennen uns ja schon ewig. Gegen Gerrit schwimme ich, seitdem ich sieben oder acht Jahre alt war. Ich habe ihn zuletzt bei den Masters im Sommer getroffen. Er war da extrem schnell und ist momentan gut dabei.

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