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655 Jahre Rummel

So war die Werner Kirmes Sim-Jü vor 50 Jahren

Werne Seit 1362 findet die Sim-Jü in Werne statt. In diesem Jahr werden vom 21. bis 24. Oktober wieder hunderttausende Besucher erwartet. Doch es lief nicht immer so gut. Rainer Schulz (73) erinnert sich: 1970 hingen noch nicht mal Werbeplakate in der Stadt.

So war die Werner Kirmes Sim-Jü vor 50 Jahren

Rainer Schulz verteilte am Montagabend die Sim-Jü-Herzen: Auch Daniela Krabs vom Reisebüro Wagner hatte für die Fensterdekoration ein paar Herzen bestellt.

Die 600-Jahr-Feier des Simon-Judamarktes – das war 1962 – wurde noch groß gefeiert, dann ging es mit dem Werner Volksfest immer weiter bergab.

„In den 50er-Jahren erlebte sie noch ihre Blütezeit“, erzählt Rainer Schulz (73), bekannt in Werne für sein Kirmes-Engagement. Aber Ende der 60er-Jahre ließ das Interesse von Stadt und Kaufleuten an Sim-Jü nach.„Damals war unsere Sturm- und Drangzeit und schließlich fehlte sogar Wendlers Raupenbahn, der Treffpunkt der Jugend. Auch die Werbung ließ nach“, sagt er. So habe es 1970 statt eines Plakats nur eine „Sim-Jü-Zeitung“ gegeben.

WERNE Keine sechs Wochen mehr, dann fällt der Startschuss für die 2017er-Ausgabe des größten Volksfestes an der Lippe: Sim-Jü. Wenn Wernes Bürgermeister Lothar Christ am Samstag, 21. Oktober, auf dem Marktplatz die Freifahne hisst, wartet wieder ein bunter Mix aus Bekanntem und Neuem auf die Kirmesbesucher.mehr...

„Das war der Zeitpunkt für meine Wasserball-Clique“, erzählt Schulz von der Leserbrief-Aktion gemeinsam mit Manfred Grube, Josef Budde, Bernd Schulze-Bisping und Thomas Hemmer (alle bereits verstorben). Sie machten den Verantwortlichen Dampf.

Werbeaktion '71 brachte neues Leben

In seinem Buch „625 Jahre Sim-Jü“ erinnert er an die Talfahrt der Werner Kirmes: „Vor allem die Gewerbeschau erwies sich als reformbedürftig. Die Werner Kirmes geriet den andern westfälischen Kirmessen gegenüber immer mehr ins Hintertreffen.“

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Unter dem Slogan „Altes Volksfest auf neuem Kurs“ startete die Aktionsgemeinschaft 1971 eine Werbekampagne. „Mit der Aktion ´71 hauchten die Kaufleute Sim-Jü neues Leben ein“, erzählt er von Künstlerauftritten und der Verlegung des Vieh- und Krammarktes in die Stadt.

Einmal zahlen, zweimal fahren

Ein weiterer Schwachpunkt der Kirmes war der Dienstag. Nachmittags bauten die Schausteller ihre Fahrgeschäfte ab. Eine neue Aktion wurde 1983 für den vierten Kirmestag ins Leben gerufen: „Einmal zahlen und zweimal fahren.“ Den Slogan hierfür hatte Marktmeister Fritz Schwerdt sich ausgedacht.

„Man muss immer dran- bleiben und etwas für die Attraktivität der Kirmes tun“, ist Schulz überzeugt. Am Montag verteilte er die Sim-Jü-Herzen in der Stadt. „Die Lebkuchen-Herzen habe ich mir 1987 in Bremen auf dem Freimarkt abgeguckt.“ Die Kaufleute dekorieren damit ihre Schaufenster. „Sie werden immer gerne genommen“, sagt er. Das mache eben den Unterschied. „Werne fühlt sich mit der Kirmes verbunden.“

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