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Polizei hat neue Erkenntnisse

War die Stinkbombe bei Sim-Jü ein Racheakt?

Werne Sie sorgte nicht nur für Übelkeit, sondern war am Ende auch ganz schön teuer: Nach der Stinkbombe im Festzelt bei Sim-Jü in Werne ermittelt die Polizei gegen Familienangehörige des Wirtes. Tatmotiv: vermutlich Rache.

War die Stinkbombe bei Sim-Jü ein Racheakt?

Die Einsatzkräfte stellten im Bayernzelt eine Ampulle sicher. Foto: Jan Hüttemann

Er verließe Sim-Jü mit Verlusten, hatte Bayernzelt-Betreiber Thomas Lübcke zum Abschluss der Kirmes niedergeschlagen verkündet. Eine Stinkbombe im Festzelt hatte ihn am Sim-Jü-Samstag Einnahmen aus drei Stunden gekostet.

Wie die Polizei nun auf Anfrage mitteilt, könnten die, die das zu verantworten haben, dem 49 Jahre alten Wirt wohlbekannt sein. „Im Rahmen der Ermittlungen ist meinem Kollegen zugetragen worden, dass es innerhalb der Familie zivilrechtliche Streitigkeiten gibt“, sagt Polizeisprecher Thomas Röwekamp. Es handele sich dabei offenbar um eine Erbschaftsangelegenheit. Drei Familienmitglieder Lübckes, die sich zur Tatzeit in Werne aufhielten, sollen die Stinkbombe im Festzelt deponiert haben.

Tatverdächtige aus Cuxhaven

Von den Tatverdächtigen wohnt laut Röwekamp mindestens eine Person in Cuxhaven, es handelt sich dabei um eine 50-jährige Frau. „Es ist die Schwester des Wirtes“, so Röwekamp. Die Tatverdächtigen müssen sich nun weiteren Vernehmungen durch die dortige Polizei stellen. „Bisher ist das Ermittlungsersuchen der Polizei Unna noch nicht bei uns eingegangen“, teilte Rainer Brenner, Pressesprecher der Polizei in Cuxhaven, am Montag auf Anfrage mit.

Stinkbombe im Sim-Jü-Zelt

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Wie berichtet, hatte sich nach dem Stinkbomben-Alarm ein Zeuge gemeldet. Er habe gesehen, wie eine männliche Person ein kleines Glasbehältnis auf den Boden geworfen habe. Dies sei dann aber nicht kaputt gegangen, weshalb der zweite Mann mit einem Bierglas draufgeschlagen haben soll. Die beiden Männer sollen sich in Begleitung einer Frau befunden haben.

Widerlicher Geruch bei Sim-Jü

Die Stinkbombe, ein Kohlenwasserstoff wie sich später herausstellte, hatte zur Hauptgeschäftszeit am Samstagabend für einen widerlichen Geruch im Sim-Jü-Festzelt gesorgt. Als immer mehr Gäste das Zelt verließen, hatte Wirt Thomas Lübcke das Ordnungsamt eingeschaltet. Da zunächst der Verdacht bestand, dass jemand eine giftige Chemikalie verbreitet hätte, rückten rund 100 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst an, um die noch etwa 400 Personen aus dem Festzelt zu evakuieren. Vor der Bühne wurde schließlich eine zerbrochene Ampulle gefunden – die Ursache des Gestanks.

Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

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Mindestens zwei Personen klagten aufgrund der Stinkbombe über deutliches Unwohlsein, hieß es. „Somit handelt es sich um Körperverletzung“, hatte Polizeisprecherin Ute Hellmann nach dem Vorfall im Oktober erklärt.

Neben der Körperverletzung hatte die Tat aber auch eine finanzielle Dimension. Wirt Thomas Lübcke ging nach Abschluss der Kirmes von Umsatzeinbußen im fünfstelligen Bereich aus. Am Montag wollte sich Lübcke gegenüber unserer Redaktion nicht äußern. Er wolle die polizeilichen Ermittlungen nicht stören, sagte er. Wenige Tage nach dem Stinkbomben-Anschlag hatte er gemeint: „Das ist wie ein Stich ins Herz.“ Falls die Täter nun tatsächlich aus der eigenen Familie stammen, gilt diese Aussage wohl umso mehr.

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