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Fragen und Antworten

Warum die Müllgebühren in Werne teurer werden

Werne Wernes Bürger müssen bei den Müllgebühren unterm Strich mit einer Mehrbelastung rechnen. Dabei war das anders geplant – doch die Verbraucher haben sich die Situation zum Teil selbst zuzuschreiben.

Warum die Müllgebühren in Werne teurer werden

Die „Müllpolizei“ hat im Kreis Unna nach wie vor eine Menge zu tun: Wie hier eine Wickeltischunterlage landen viele Dinge in der gelben Tonne, die da nicht reingehören – weshalb die Entsorgung am Ende teurer wird. Foto: Anna Mayr

Im Sommer hatte der Kreis Unna angekündigt, die Müllgebühren für 2018 deutlich senken zu können – genauer: um rund 12 Prozent. Dennoch kommt bei den Werner Bürgern davon wenig an. Dazu Fragen und Antworten:

Warum werden die Müllebühren im Kreis Unna günstiger?

Der Vertrag mit der Müllverbrennungsanlage Hamm ist neu verhandelt worden. Neben dem Kreis Unna sind daran die Stadt Dortmund, die Kreise Warendorf und Soest sowie die Stadt Hamm selbst beteiligt. Die dafür fälligen Gebühren stellt der Kreis Unna den Kommunen in Rechnung – für 2018 sind das 18,6 Millionen Euro, rund 2,3 Millionen Euro weniger als bisher. Für Werne macht das beim Restmüll einen Rückgang von 271 auf 230,41 Euro pro Tonne aus. Biomüll wird allerdings teurer: 110,43 statt 103,21 Euro pro Tonne.

Woher kommen die weiteren Kosten?

Die Gebühren des Kreises Unna machen in etwa die Hälfte der kommunalen Kosten aus. Die zweite Hälfte besteht aus den Aufwendungen für das Sammeln und Transportieren des Mülls. Hier sollte eigentlich ein Wettbewerb herrschen – tatsächlich hatte die alte Landesregierung aber prüfen lassen, ob das überhaupt der Fall ist. Denn viele Kommunen hatten auf ihre Ausschreibung in den vergangenen Jahren nur ein Angebot bekommen, das deutlich teurer war als früher. So auch Werne: Der neue Entsorgungsvertrag aus dem Jahr 2016 kostet die Stadt pro Jahr 250.000 Euro mehr als bisher.

Werne Weil mehr Müll in Werne entsorgt wurde als geplant, werden die Gebühren für die Abfuhr 2018 steigen. In anderen Bereichen sieht es hingegen gut aus. Und die Erhöhung beim Müll trifft auch nicht jeden.mehr...

Und deshalb wird die Müllentsorgung nun teurer?

Nicht nur. Die Stadt ist wie jede andere Kommune auch verpflichtet, bei Gebühren kostendeckend zu arbeiten. Allerdings kann man die Müllmengen, die im nächsten Jahr abgefahren werden, nicht vorher berechnen. Die Verwaltung erfasst deshalb die vorhandenen Restmüllbehälter und schätzt auf Basis dieser Zahl die zu erwartende Abfallmenge. Da es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 38 Restmülltonnen mehr in Werne gibt, rechnet man auch mit mehr Abfallmenge, folglich mit einem höheren Aufwand bei der Entsorgung.

Was passiert, wenn die Entsorgung teurer war als vorher kalkuliert?

Exakt das ist 2016 geschehen: Da musste Werne am Ende rund 150.000 Euro mehr für die Entsorgung zahlen als geplant. Diese Mehrkosten werden bei der Neukalkulierung der Gebühren berücksichtigt, allerdings nicht in voller Höhe, weil sonst die Bürger drastisch draufzahlen müssten. Aus der Summe von 2016 fließen rund 41.000 Euro in die Berechnung der Gebühren für 2018 ein. Natürlich gilt auch der Umkehrschluss: Hat Werne in einem Jahr zu viel für die Entsorgung bezahlt, wirkt sich das positiv auf die nächsten Gebührensatzungen aus.

Gibt es noch weitere Kostenfaktoren?

Allerdings, und die sind von den Verbrauchern verursacht. Im Betriebsjahr 2016 wurden 568,68 Tonnen mehr Müll abgefahren als kalkuliert. Davon waren 265,04 Tonnen sogenannte „Nichtverpackungsmaterialanteile“, die nicht in die Gelbe Tonne gehören. „Dies hatte für die Betriebskostenabrechnung 2016, allein beim Restmüll, eine Veränderung der Entsorgungskosten des Kreises Unna in Höhe von 144.251,37 Euro zur Folge“, schreib die Verwaltung.

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