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Heimische Referees mit Headset

Wenn es zwischen den Schiedsrichtern funkt

WERNE/HERBERN Das Funkset feierte Sonntag Premiere in der Fußball-Landesliga: In der Partie zwischen dem SV Herbern bei der SG Borken tauschten sich die Schiedsrichter per Funk aus. Das könnte Schule machen – doch nicht flächendeckend.

Wenn es zwischen den Schiedsrichtern funkt

Assistent Simon Krause stand beim Landesliga-Spiel des SV Herbern in Borken zu jeder Zeit mit Schiedsrichter Reinhold Dahlhaus per Funkverbindung in Kontakt.

Was ab der 3. Bundesliga aufwärts bereits Standard im deutschen Fußball ist, könnte sich in Zukunft auch vermehrt im Amateurfußball durchsetzen: Headsets für Schiedsrichter werden derzeit von einigen Fußballkreisen getestet. Darunter ist auch der Kreis Ahaus-Coesfeld, der vor der Saison ein Funkset für seine Schiedsrichter angeschafft hat. In der Landesliga durften am Sonntag Schiedsrichter Reinhold Dahlhaus und seine jungen Assistenten Simon Krause und Marc Plümer damit das Spiel leiten. „Wir dürfen das testen. Ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber eine gute Sache“, sagte Dahlhaus nach der Partie, die 0:4 aus Herberner Sicht endete. Allzu knifflige Situationen musste das Team nicht per Funk besprechen.

Darum geht es aber auch nicht zwingend: „Junge Schiedsrichter-Assistenten können über Funk hören, wie ein erfahrener Schiedsrichter mit Spielern umgeht und Situationen bewertet“, nennt Christoph Hanck, Vorsitzender Schiedsrichterausschuss im Kreis Ahaus-Coesfeld, einen wichtigen Grund für die Anschaffung. Er selbst pfeift bis zur Westfalenliga und hat auch schon mit Headset gepfiffen. „Wir schreien ja nicht über den Platz, sondern arbeiten viel mit Sichtkontakt. Der besteht nicht immer und per Funk muss man sich weniger Sorgen machen, dass einem etwas entgeht“, sagt der 37-Jährige.

Die Jungen sollen lernen

Er kann sich neben der Ausbildung junger Schiedsrichter auch vorstellen das Set bei wichtigen Partien, zum Beispiel Pokalendspiele, einzusetzen. In Testspielen wurde der Funk auch schon genutzt, damit erfahrene Assistenten einem jungen Unparteiischen während des Spiels Tipps geben können. „Das machen wir aber nur in Testspielen. Auch wenn jemand beobachtet wird, gibt es keinen Funk. Das würde die Bewertung verfälschen“, sagt Hanck.

Eine kleine vierstellige Summe habe der Fußballkreis Ahaus-Coesfeld als einer der ersten Kreise überhaupt in das Funkset investiert. Beim Nachbarkreis in Münster verfolgt Hancks Pendant Philipp Hagemann genau, wie die Kollegen den Funk bewerten.

Nicht billig

„Ich wusste, dass der Kollege Reinhold Dahlhaus das testen wird. Ich stand auch mit ihm in Kontakt, weil ich am Freitag Herbern gegen Werne pfeife“, sagt Hagemann. Das Projekt der Kollegen findet er gut, auch im Kreis Münster sei es eine Überlegung wert, ein Funkset anzuschaffen.

„Aber selbst die einfachen Sets kosten einen vierstelligen Betrag. Da muss man schon drüber nachdenken“, sagt Hagemann. Er sieht die Technik am ehesten für die Ausbildung junger Schiedsrichter geeignet, „weil ein erfahrener Unparteiischer so dem Nachwuchs an der Linie direkt seine Entscheidungen begründen kann“, sagt Hagemann. Gut möglich, dass sich Headsets auch im Amateurfußball, zumindest bei ausgewählten Spielen, durchsetzen und die Kreise vermehrt auf die Technik setzen werden.

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