Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Rettungspaket der Landesregierung

Werne bekommt wohl 760.000 Euro für Kitas

WENE Wenn es stark regnet, tropft es in der Kita Lütkeheide in Werne durch die Decke. Die Reparaturen konnten bisher nicht bezahlt werden. Das könnte sich mit einer finanziellen Hilfe der Landesregierung ändern. Auch Werne bekommt einmalig Geld aus dem Kita-Rettungspaket. Doch die Sache hat einen Haken.

Werne bekommt wohl 760.000 Euro für Kitas

Die Kita Lütkeheide in Werne.

 

Wenn es regnet, schlägt das den meisten Menschen auf Gemüt. Im Fall von Regina Haverkamp sogar gleich doppelt: „Wenn es sehr stark regnet, ist es schon so, dass wir Eimer aufstellen müssen“, berichtet die Leiterin der Kita Lütkeheide. An trockenen oder schwach regnerischen Tagen sei die Lage nicht ganz so dramatisch. „Aber die Dachdecker, die unser Dach begutachtet haben, waren schon der Meinung, dass wir mit der Reparatur nicht allzulange warten sollten.“

Problem: Die Rechnung für solche Arbeiten dürfte im sechsstelligen Bereich liegen. Geld, das der Trägerverein nicht hat – auch nicht nach dem Sponsorenlauf, der immerhin 1000 Euro eingebracht hat. Also müsste die Stadt Werne einspringen, die dazu verpflichtet ist, ausreichend Kita-Räume vorzuhalten.

So gesehen sind es gute Nachrichten, die da aus der Landeshauptstadt Düsseldorf kommen: Aus dem 500 Millionen Euro starken „Kita-Rettungspaket“ der schwarz-gelben Landesregierung fließen insgesamt 761.670 Euro nach Werne. „Ein Einmaleffekt für das laufende und das kommende Kita-Jahr“, erläutert Dominik Klute vom Jugendamt im Gespräch mit unserer Readktion. Ab 2019/20 soll dann ein neues Kinderbildungsgesetz (Kibiz) in Nordrhein-Westfalen gelten.

Bisher handelt es sich bei dem Rettungspaket noch um einen Gesetzesentwurf – doch Klute versteht den Text zumindest so, „dass das Geld genauso verwendet werden kann wie Kibiz-Mittel“. Das heißt, die Stadt könnte für Personal- und Sachkosten, aber eben auch für Sanierungen verwenden. Und das es sich bei dem Einmaleffekt um 100 Prozent Landesmittel handelt, beträfe die Sache auch nicht den Haushalt des Jugendamtes.

Werne Die Kita Lütkeheide hat einen Dachschaden, der Träger kann sich die Reparatur allerdings nicht leisten. Falls die Stadt Werne hier dem Trägerverein finanziell unter die Arme greift, würde ein Präzedenzfall geschaffen, den die Politik eigentlich vermeiden wollte. Und jetzt?mehr...

Allerdings: „Für Sanierungen muss es einen politischen Beschluss geben“, sagt Dominik Klute. Er selbst hat sich mit Vertretern des Kommunalbetriebs Werne alle 14 Kitas angeschaut, um einen möglichen Sanierungsbedarf zu ermitteln. „Da haben wir aber nicht viel gesehen“, zieht er die eigentlich positive Bilanz. „Vor allem die katholischen Einrichtungen sind zuletzt ja saniert worden.“

Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die Kita St. Johannes im Holtkamp, wo sich aufgrund von „Sommerfrost“ ein Riss durch die hintere Wand der Turnhalle zieht. Architekten und Statiker hatten zwar festgestellt, dass davon keine unmittelbare Gefahr ausgeht – vertrauenserweckend sind die gut sichtbaren Risse aber trotzdem nicht.

WERNE Kinderschminken, ein Zauberer, Kuchen, Gegrilltes und Spiele - die Kita Lütkeheide, Ottostraße 23, hat am Freitag ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Besonderer Höhepunkt: Jede der drei Gruppen sang ein selbst geschriebenes Lied. Hier finden Sie viele Fotos.mehr...

Den Handlungsbedarf bestreitet bei der katholischen Kirchengemeinde St. Christophorus auch niemand. Allerdings möchte die Trägerin, dass sich die Stadt Werne an den Reparaturkosten beteiligt – am liebsten mit 50 Prozent, in diesem Fall wären das rund 25.000 Euro. Der Jugendhilfeausschuss hatte dieses Ansinnen abgelehnt, auch aus Angst, einen Präzedenzfall zu schaffen.

Der Dachschaden in der Kita Lütkeheide hat die Karten jedoch neu gemischt. Da der Träger hier die Rechnung nicht begleichen kann, bleibt der Stadt keine andere Möglichkeit, als einzuspringen. Entsprechend wird der Punkt im Jugendhilfeausschuss am 17. Oktober auf der Tagesordnung stehen.

Sanierung beider Kitas sollte mit Hilfspaket möglich sein

Eine Sitzung, die die katholische Kirche mit Interesse verfolgen wird: „Es gibt den Beschluss des Kirchenvorstands, die Entwicklung abzuwarten“, teilte Michaela Schulte von der Zentralrendantur auf Anfrage mit. Dort hatte man in der Vergangenheit stets darauf verwiesen, dass man bei den Budgets für die Kitas an Grenzen stoße, aber eben nicht einfach aus anderen Haushaltsposten des Bistums Münster Gelder abzweigen könne.

Finanziell dürfte es dank der Gelder aus Düsseldorf unproblematisch sein, beide Kitas zu sanieren. Die spannende Frage ist, wie teuer eine solche Entscheidung die Stadt in Zukunft kommen wird.

Anzeige
Anzeige