"The Oil Show": Kunst über die Bedrohung Erdöl
DORTMUND Pechschwarz ist der Rauch, der von dem brennenden Öl aufsteigt. Davor Männer in einem Boot, machtlos angesichts der lodernden Flammen. Wie die Erdölförderung das Leben der Menschen – hier im Niger-Delta – bestimmt, zeigt die Ausstellung „The Oil Show“ überaus eindrucksvoll.
Erschütternd sind die Fotos, die George Osodi im Niger-Delta gemacht hat. Sie sind Teil der Ausstellung »The Oil Show«. (Foto: Osodi)
Künstlische Auseinandersetzung mit Erdöl
Das Resultat ihrer Recherche ist „The Oil Show“. 15 zeitgenössische Arbeiten sind Bestandteil der Schau, die sich künstlerisch mit der weltweiten Erdölförderung und ihrer Folgen auseinander setzt. Darunter Georges Osodis emotionale Fotoserie „Oil Rich Niger Delta“.
Aber auch Videoinstallationen sind zu sehen, zum Beispiel Ursula Biemanns „The Black Sea Files“. Auf zehn baugleichen Monitoren zeigt die Schweizerin Filme über das Leben entlang der Ölleitung vom kaspischen Meer in die Türkei. Architekten, Leute, die ihr Land verkauften, Prostituierte, die den Bauarbeitern folgen – sie alle erzählen von ihrem Alltag mit der Pipeline.
Krasse Gegensätze
Beeindruckend und verstörend ist auch die Arbeit von Mark Boulus. Er zeigt auf zwei riesigen, gegenüberliegenden Leinwänden den krassen Gegensatz zwischen der Chicagoer Börse, an der mit Erdöl gehandelt wird, und dem Alltag in Nigeria: Ein hasserfüllter Fischer droht jedem Weißen mit dem Tod – er gibt der westlichen Ölindustrie die Schuld an seiner bedrohten Existenz.
Auch Computerspiele, in denen sich der Besucher als Ölmogul testen darf, sind ebenso Bestandteil der Ausstellung wie die informativen Grafiken an den Wänden.
„The Oil Show“ ist eine pragmatische Bestandsaufnahme unserer Gegenwart. Auch wenn sie nicht moralisch sein will, regt sie zum Nachdenken an.
HMKV: „The Oil Show“, Leonie-Reygers-Terrasse, bis 19.2., Di/Mi 10-18 Uhr, Do/Fr 10-20 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr.




