Berufsfindung: Wie werde ich ...? Chemikant/in

Frankfurt/Main (dpa/tmn) Gute Jobaussichten und ein überdurchschnittliches Gehalt: Damit lockt der Beruf des Chemikanten. Ihre Aufgabe ist es, die Maschinen in Chemiefabriken zu kontrollieren. Doch wer den Beruf ergreift, muss arbeiten, wenn andere schlafen.

  • Gute Bezahlung und gute Jobaussichten: Chemikanten kontrollieren, ob die Maschinen in Chemiefabriken reibungslos laufen. (Bild: BASF SE/B.Kunz)

    Gute Bezahlung und gute Jobaussichten: Chemikanten kontrollieren, ob die Maschinen in Chemiefabriken reibungslos laufen. (Bild: BASF SE/B.Kunz)

In der Chemiefabrik, in der Wladimir Cholodkow arbeitet, stellen sie Granulat her. Granulat brauchen Hersteller für alles Mögliche - von der Gießkanne bis zum Kinderspielzeug. «Wir füllen zum Beispiel eine flüssige Substanz in einen Behälter und erhitzen ihn auf 260 Grad», sagt er. «Danach hat man eine Kunststoffpaste. Aus der kann man dann die Granulatkügelchen machen.»

Wladimir Cholodkow, 19 Jahre alt, macht seit zweieinhalb Jahren eine Lehre bei Provadis im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main zum Chemikanten. Die Aufgabe von Chemikanten ist es, zu überwachen, dass die Maschinen und Anlagen in Chemiefabriken reibungslos funktionieren.

Während ihrer Schicht sitzen Chemikanten meist in der Messwarte, einem klimatisierten Raum in der Fabrikhalle, in dem die Messgeräte stehen. Aber wenn es irgendwo klemmt, müssen sie raus und selbst in der Fabrikhalle nachschauen - und im Fall die Maschine auch reparieren. Ganz ungefährlich ist es in der Fabrikhalle nicht. Als Schutzbekleidung sind eine schwer entflammbare Hose sowie ein entsprechendes Hemd vorgeschrieben. Dazu kommen Helm, Schutzbrille und Sicherheitsschuhe.

Jedes Jahr beginnen rund 9000 junge Menschen eine Ausbildung in der Chemiebranche. Der häufigste Ausbildungsberuf ist dabei der Chemikant. Der Branche geht es gut. «Die Jobaussichten sind exzellent», sagt Sebastian Kautzky vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC). Zu den großen Firmen in der Branche zählen Firmen wie BASF oder Evonik. Die Mehrheit der Unternehmen sind aber Mittelständler. Regional ließen sich die Chemieunternehmen oft entlang des Rheins verorten - etwa in Leverkusen und Ludwigshafen.

Kautzky sieht in dem Beruf des Chemikanten vor allem zwei Vorteile: «Es ist ein sicherer Job mit einer guten Bezahlung», sagt er. Außerdem sei der Job vielseitig. «Chemie gibt es in 1000 Formen. Das fängt beim Öl an und dann gibt es zahlreiche Zwischenstufen. Die Chemikanten haben deshalb mit unterschiedlichsten Geräten zu tun.»

Laut der Bundesagentur für Arbeit verdienen Chemikanten in der Ausbildung im ersten Lehrjahr zwischen 660 und 720 Euro brutto. Im letzten halben Jahr der dreieinhalb Jahre langen Ausbildung steigert sich die Vergütung auf rund 780 bis 920 Euro. Nach Angaben von Kautzky können Lehrlinge im letzten Ausbildungsjahr sogar auf rund 1000 Euro brutto im Monat kommen. Anschließend liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt laut der Bundesagentur für Arbeit irgendwo zwischen 2500 und 2800 Euro brutto.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung haben im Jahr 2009 in Bonn 1566 Menschen eine Lehre zum Chemikanten begonnen. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der neuen Azubis hatten einen Realschulabschluss. Etwa ein Viertel (23 Prozent) machte sogar Abitur, 8 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss.

Bleibt die Sache mit der Schichtarbeit. Junge Menschen, die eine Ausbildung zum Chemikanten machen, sollten sich darauf einrichten, dass sie ihr ganzes Berufsleben lang in Schichten arbeiten werden.

Nach der Ausbildung haben Chemikanten verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden und aufzusteigen. «Sie können eine Weiterbildung zum Meister oder zum Techniker machen», sagt Sebastian Kautzky vom Bundesarbeitgeberverband Chemie in Wiesbaden. Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, könne außerdem überlegen, Chemietechnik zu studieren.

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Autor
Kristin Kruthaup, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    28. November 2011, 09:26 Uhr
    Aktualisiert:
    30. Juli 2013, 18:03 Uhr
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