Oktoberfest Spaniens: Die Feria de Abril in Sevilla

Sevilla Sherry statt Bier, feuerrote Trachten statt Dirndl und Flamenco statt Blasmusik: Die Feria de Abril in Sevilla gilt als das Oktoberfest Spaniens. Gefeiert wird sechs Tage am Stück.

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  • Blumen und Kämme im Haar: Zur Feria de Abril putzen sich die Einwohner der Stadt heraus und besinnen sich auf alte Traditionen. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin

    Blumen und Kämme im Haar: Zur Feria de Abril putzen sich die Einwohner der Stadt heraus und besinnen sich auf alte Traditionen. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin Foto: dpa

  • Die Sevillaner tragen für die Feria traditionelle Trachten, die Frauen leuchtende Flamenco-Kleider. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin

    Die Sevillaner tragen für die Feria traditionelle Trachten, die Frauen leuchtende Flamenco-Kleider. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin Foto: dpa

  • Die Portada, das 40 Meter hohe und 50 Meter breite Eingangstor zur Feria, wird jährlich neu gestaltet. Nachts wird es von Tausenden von Glühlämpchen erleuchtet. Foto: Kathrin Dorscheid

    Die Portada, das 40 Meter hohe und 50 Meter breite Eingangstor zur Feria, wird jährlich neu gestaltet. Nachts wird es von Tausenden von Glühlämpchen erleuchtet. Foto: Kathrin Dorscheid Foto: dpa

  • In den Festzelten sieht es aus wie in einem Wohnzimmer: Gemälde in verschnörkelten Goldrahmen, Schwarzweißfotos und Pflanzen hängen an den Wänden. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin

    In den Festzelten sieht es aus wie in einem Wohnzimmer: Gemälde in verschnörkelten Goldrahmen, Schwarzweißfotos und Pflanzen hängen an den Wänden. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin Foto: dpa

  • Viele Sevillanerinnen lassen sich jedes Jahr ein neues Kleid schneidern und haben für jeden der sechs Festtage ein anderes im Schrank. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin

    Viele Sevillanerinnen lassen sich jedes Jahr ein neues Kleid schneidern und haben für jeden der sechs Festtage ein anderes im Schrank. Foto: Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin Foto: dpa

  • Tanz und Musik: Die Sevillana ist ein fröhlicher Volkstanz mit Elementen aus dem Flamenco, der paarweise getanzt wird. Foto: Kathrin Dorscheid

    Tanz und Musik: Die Sevillana ist ein fröhlicher Volkstanz mit Elementen aus dem Flamenco, der paarweise getanzt wird. Foto: Kathrin Dorscheid Foto: dpa


«Die Feria ist einmalig. Die Stimmung, das Ambiente, die Gastfreundschaft, die Folklore», sagt José Antonio Cortes Herrero. Der 68-jährige Sevillaner sitzt am Eingang seines Festzelts und gießt aus einem Krug das typische Feria-Getränk in Gläser: Sherry mit Eiswürfeln und Zitronenlimonade. Es ist früher Nachmittag, Cortes Herrero lässt seinen Blick über das Gelände schweifen, über vorbeiklappernde Kutschen, Männer und Frauen in Trachten, Festzelte aus rot-weiß und grün-weiß gestreiftem Stoff, dazwischen sind Lampions gespannt.

«Ich hatte sieben Herzinfarkte», sagt Cortes Herrero, «sie haben mir den Brustkorb aufgemacht und mein Herz repariert, und schaut mich an, hier bin ich auf der Feria, als sei nichts gewesen!» Er lacht, bis seine Augen in kleinen Schlitzen verschwinden. Jeden Tag von ein Uhr mittags bis zehn oder elf Uhr abends feiert der Rentner in dieser Woche hier mit Freunden und Familie.

Sechstägiger Rausch

Denn darum geht es auf der Feria de Abril, dem größten Volksfest Andalusiens: um Musik, Tanzen, heiteres Beisammensein bei gutem Essen, Bier und Sherry. Es ist ein sechstägiger Rausch aus Farben, Lärm und Fröhlichkeit, der seit über 150 Jahren ein oder zwei Wochen nach Ostern in der andalusischen Hauptstadt Sevilla gefeiert wird.

    

In Cortes Herreros Festzelt sieht es aus wie in einem Wohnzimmer: Gemälde in verschnörkelten Goldrahmen und Schwarzweißfotos hängen an den Wänden, die Holztische und Stühle sind mit Blümchen bemalt. Gerade macht die Live-Band Pause, aus den Boxen schallt spanische Folkloremusik. Alle hier im Zelt kennen sich, nur Familienmitglieder und deren Freunde werden hereingelassen.

1847 erste Feria de Abril

Die meisten Zelte sind in Privatbesitz, sie gehören entweder Familien, Vereinen oder Firmen. Nur rund ein Dutzend der Festzelte sind frei zugänglich.

1847 gab es die erste Feria de Abril in Sevilla, damals noch als Viehmarkt. Ab etwa 1920 ähnelten die Festzelte den heutigen Zelten, deren Aufbau und Größe inzwischen genau reguliert sind. Seit 1972 steigt die Feria auf dem heutigen Gelände am Rande des Stadtviertels Los Remedios.

«So etwas gibt es nirgendwo sonst», sagt José Antonio Cortes Herrero. «Wir Sevillaner lieben unsere Feria. Und wer in Sevilla geboren ist, will niemals weg von hier.» Er nippt an seinem Sherry-Glas und betrachtet die tanzenden Frauen im Festzelt, die spielenden Kinder, seine Söhne, Töchter und Enkel, seine Familie. Er atmet tief ein und lächelt versonnen. Das hier ist sein Platz.

Reisezeit: In diesem Jahr beginnt die Feria de Abril am Abend des 23. und dauert bis zum 29. April. Außerhalb der Feria ist die beste Reisezeit für Sevilla März bis Mai und September bis Oktober. Die Sommermonate Juli und August sollten Reisende wegen der Hitze meiden.

Anreise: Die Anreise erfolgt über den Flughafen Sevilla, allerdings gibt es aus Deutschland keine Direktflüge. Alternativ geht es mit Direktflügen nach Jerez de la Frontera oder Málaga. Die Weiterreise nach Sevilla erfolgt mit dem Bus oder Mietwagen.

Übernachtung: Für Feria-Besucher empfiehlt es sich, frühzeitig eine Unterkunft zu buchen. Fast alle Hotels sind zu dieser Zeit überfüllt. Viele Hotels verlangen deshalb pro Übernachtung das Doppelte des Normalpreises.

Informationen: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Litzenburger Straße 99, 10707 Berlin, Telefon: 030/8826543, E-Mail: berlin@tourspain.es

Autor
Kathrin Dorscheid, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    27. März 2012, 09:20 Uhr
    Aktualisiert:
    27. März 2012, 10:53 Uhr
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