Was stimmt wirklich?
Typische Sport-Mythen aufgeklärt
Bei Krämpfen hilft Magnesium. Wer viel schwitzt muss trinken. Stimmt das? mehr...
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Köln (dpa/tmn) Bundesliga bei minus 12 Grad? Da müssen Spieler und Fans die Zähne zusammenbeißen und in Bewegung bleiben. Für die Zuschauer im Stadion heißt es deshalb mehr als je zuvor: Immer wieder aufspringen und viel jubeln.
Fantreue macht nicht vor Kälte halt. Hartgesottene Anhänger überstehen ein Spiel warm eingepackt und mit Bewegung. (Foto: Rolf Vennenbernd) (Foto: dpa)
Wie überstehen Fußballfans bei eisiger Kälte ein Spiel im Stadion? Durch Bewegung. Diese fördere die Durchblutung, erklärt Prof. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule (DSHS). Das rege wiederum die Wärmeproduktion an. Während der Oberkörper meist gut durchblutet wird, litten gerade Hände und Füße. «Ich würde so oft wie möglich leicht in die Knie gehen und mich auf die Zehen stellen», rät der Sportmediziner. «Und möglichst oft aufstehen und jubeln.»
Der Rumpf ließe sich durch leichtes Kreisen der Hüfte in Bewegung halten, erläutert Froböse. «Ich kann mir auch leicht auf die Brust klopfen, um die Intensität der Durchblutung zu erhöhen.» Fingern und Händen ist mit Greifbewegungen geholfen. Wer eine Sitzplatz-Karte hat und nicht die ganze Zeit stehen möchte, kann sich ein Kissen oder eine warme Decke mitnehmen. «Die binde ich mir am besten um die Körpermitte und dann setze ich mich drauf.»
Der Experte rät in Sachen Kleidung zum Zwiebelprinzip, dem Tragen mehrerer Schichten übereinander. Am Körper sollte es möglichst Funktionsunterwäsche sein und außen eine Windstopper-Jacke. Gegen die Kälte vom Boden isoliert am besten eine Gummisohle, nicht aber Leder. «Und die Schuhe sollten auf keinen Fall zu eng sein.»
Auf Alkohol verzichten Stadiongänger am besten ganz. Auch wenn Bier und Glühwein zunächst ein wohliges Gefühl erzeugen: Alkohol erweitere die Gefäße, und das erhöhe die Wärmeabgabe, erklärt Froböse. «Das sollte ich gerade bei Kälte vermeiden.»
In der Fußball-Bundesliga entscheiden die Schiedsrichter zusammen mit den Mannschaftsärzten, ob wegen der frostigen Temperaturen ein Spiel nicht angepfiffen werden kann. «Es geht darum, Entscheidungen mit Augenmaß und immer im Dialog mit den medizinischen Abteilungen zu treffen», sagte Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). «Vom Grundsatz her geht es darum, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.»
Der DFB hat zur internationalen Regel 5 (Der Schiedsrichter) zusätzliche Erläuterungen gestellt. Unter 4. heißt es da: «Fußball soll bei Temperaturen ab minus 15 Grad, bei starkem Wind ab Temperaturen von minus 10 Grad nicht mehr gespielt werden. Bei starker Kälte muss der Schiedsrichter auf die angemessene Bekleidung der Beteiligten achten.»
Der Verband weist aber darauf hin, dass die Temperaturempfehlungen keine Fußball-Regel seien und ein Abbruch quasi auch nicht eingeklagt werden beziehungsweise der Spielausgang deswegen nicht im Nachhinein angefochten werden kann. Die Entscheidung sei Ermessenssache des Referees und der Teamärzte, das letzte Wort habe der Unparteiische. «Die Schiedsrichter sind sensibilisiert», sagte Fröhlich angesichts der derzeit bitteren Kälte in Deutschland.
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