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Berlin (dpa/tmn) Japaner begrüßen sich mit einer Verbeugung - und Franzosen mit Küsschen. Doch ganz so einfach, wie das klingt, ist es dann doch nicht. Küsschengeben ist eine hohe Kunst. Was Frankreich-Urlauber wissen müssen.
Francois Hollande und Angela Merkel verabschieden sich mit einem «bise»: In Frankreich ist das Küsschengeben bei Begrüßung und Abschied üblich. Foto: Franziska Kraufmann (Foto: dpa)
Laut Französischem Fremdenverkehrsbüro Atout France schüttelt man dem Gegenüber bei der Begrüßung zunächst die Hand. Menschen, die sich gut kennen, begrüßen oder verabschieden sich zudem mit einem «bise». Das ist entweder ein richtiger Kuss oder nur eine Berührung der Wange, bei der der Kuss in die Luft geht.
Je nach Region in Frankreich variiert die Zahl der Küsse: In den meisten Gegenden gibt es zwei Küsse, wobei man mit der rechten Wange beginnt. Im Osten Frankreichs und Teilen der Provence gibt es ebenfalls zwei Küsse, man beginnt aber mit der linken Wange. Um Brest herum und im Poitou gibt es nur ein Küsschen. Im Zentralmassiv, in den Departments Drôme, Hérault, Gard, Vaucluse, um Arles und Hautes-Alpes sind es drei Küsschen. Im Pariser Becken, in der Normandie, der Champagne, Centre und Pays de la Loire sind es zwei oder vier Küsschen beginnend mit der rechten Wange.
Nicht nur aufgrund dieser Unterschiede sind Deutsche oft unsicher. «Franzosen sehen das aber entspannt», sagt Monika Fritsch von Atout France. Durchaus üblich ist es, dass sich auch Männer mit einem «bise» begrüßen - vor allem, wenn sie befreundet, verwandt oder eher jung sind.
Das Wort «bise» stammt vom lateinischen «basium», das wohl lautmalerisch das Geräusch des Küssens nachahmt. Doch warum machen das die Franzosen? Die Erklärungen gehen auseinander. Am spannendsten klingt die These des Schriftstellers Daniel Askt: Das «bise» diene der Immunisierung gegen Leidenschaft - sei also regulierte Untreue.
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