Resolution einstimmig verabschiedet: Ahauser Rat lehnt Castortransporte aus Jülich ab
AHAUS Mit den Stimmen aller sechs Fraktionen hat der Rat am Dienstagabend den geplanten Transport von 152 Castorbehältern aus dem Forschungszentrum Jülich ins Ahauser Zwischenlager strikt abgelehnt.
Rudolf Printz, Leiter des Bereiches Nuklear-Service im Forschungs-Zentrum Jülich, zeigt das Modell einer Graphit- Brennelemente-Kugel. (Andreas Endermann (dpa))
Der Fraktionsvorsitzende der UWG, Felix Ruwe, hob die technischen Probleme und Risiken hervor. Die Jülicher Castorbehälter enthielten eine "unkontrollierte Mischung" von Brennelement-Kugeln mit unterschiedlichem Abbrand. Das mache sie gefährlicher als die bereits in Ahaus lagernden Brennelement-Kugeln aus dem Reaktor Hamm-Uentrop. Der Transport berge zudem unnötige Gefahren. Im Falle einer Reparatur oder zur Umverpackung für die Endlagerung müssten die Behälter ohnehin wieder nach Jülich zurückgeschafft werden.
"Wir fühlen uns verschaukelt"
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Vortkamp verlegte die Diskussion von technischen Aspekten auf politische:
"Wir fühlen uns verschaukelt", erklärte er unter Hinweis auf die Informationspolitik des Bundesforschungsministeriums. Trotz anderslautender Zusage habe die Stadt erst aus der Zeitung von den Plänen für die Castortransporte erfahren. Zudem hätten das Ministerium und das Forschungszentrum nicht mit offenen Karten gespielt und die Option einer Verlängerung der Aufbewahrung in Jülich nur vorgegaukelt, "obwohl die Ahauser Lösung offenbar längst beschlossen war".
Für besondere Empörung sorgte der Hinweis von Seiten des Forschungszentrums, dass der Standort Jülich aus Imagegründen brennstofffrei werden müsse. Durch die öffentliche Auseinandersetzung sei der Stadt Ahaus bereits "beträchtlicher Schaden" entstanden.
Priorität für Sicherheit
Der Rat betont in seiner Resolution, dass allein die Sicherheit Prioriät haben müsse. Er fordert das Forschungszentrum Jülich auf, "schnellstmöglich" alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, "die Brennelemente im Rahmen einer zunächst vorläufigen und später endgültigen Zwischenlagerungsgenehmigung weiterhin in Jülich zu lagern". Forschungszentrum, Bundesforschungsministerium und Landesregierung müssten unverzüglich eine "sichere, transparente und konsensfähige Lösung" finden.
Konstruktive Diskussion
Die Diskussion über den Resolutionstext bezeichnete Bürgermeister Felix Büter am Ende als "sehr konstruktiv". SPD und UWG verzichteten aber nicht auf Spitzen in Richtung CDU wegen deren zustimmenden Haltung zu früheren Castortransporten. Die Kritik war indes sehr verhalten. Dieter Homann (UWG): "Wir wollen ja nicht die historische Chance auf eine einstimmge Resolution gegen Castortransporte kaputtmachen."

















