Genehmigung: Angst vor neuen Atomtransporten nach Ahaus
AHAUS Ab sofort können schwach- und mittelradioaktive Abfälle ins Ahauser Zwischenlager gebracht werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat am Mittwoch die dafür notwendige Änderungsgenehmigung erteilt. Die Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland haben daher „CASTOR-ALARM“ ausgerufen.
Das Zwischenlager in Ahaus. (Foto: dpa)
Unterdessen hat die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ Proteste angekündigt. Die jetzt erteilte Änderungsgenehmigung bezeichnete BI-Sprecher Felix Ruwe als „Persilschein“. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisierte die anstehenden Transporte als „reine Verschiebungstransporte ohne wirkliches Entsorgungskonzept“.
Rosen: "Castor-Alarm" irreführend
Den von den münsterländischen Anti-Atominitiativen ausgerufenen „Castor-Alarm“ nannte BZA-Sprecher Rosen als irreführend. Von Castortransporten könne überhaupt keine Rede sein.
Zum einen sei das radioaktive Potenzial der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle nicht mit Castortransporten zu vergleichen. Daher müssten die Abfälle auch nicht in Castorbehältern transportiert werden.
Zwei Transporte pro Woche
Die Transporte, die künftig bis zu zwei Mal pro Woche auf der Schiene oder auf der Straße nach Ahaus rollen werden, müssten auch anders als Castortransporte bei keiner Behörde eigens angemeldet werden. Auch eine Polizeibegleitung sei nicht vorgesehen.
Die BI Ahaus dagegen sieht in den vielen Änderungsgenehmigungen für das Ahauser Zwischenlager den „Beweis für ein mangelhaftes nationales Entsorgungskonzept“. Falko Tetzlaff von der BI Ahaus: „Wir rechnen ab sofort mit den ersten Transporten nach Ahaus“.
Atommüll aus Duisburg, Jülich, Karlsruhe und Dresden-Rossendorf
Als mögliche Absender nannte er die Konditionierungsanlage in Duisburg und die Forschungszentren Jülich, Karlsruhe und Dresden-Rossendorf.
„Das Münsterlandbündnis und die BI Ahaus rufen für Sonntag, den 30. Mai 2010 um 14.00 Uhr zu einer Protestkundgebung am BZA auf“, so der BI-Vorsitzende Heiner Möllers.
► Mögliche Transportrouten sind nach Informationen der Kernkrarftgegner die folgenden:
► Mit der Bahn:
- Von Jülich müssten die Züge über Köln und Düsseldorf/Neuss/Krefeld zunächst nach Duisburg.
- Von Duisburg-Wanheim geht es zunächst zum Güterbahnhof DU-Hochfeld und dann weiter über Oberhausen–Bottrop–Gladbeck–Gelsenkirchen–Recklinghausen–Waltrop Lünen. Von dort über Lüdinghausen–Dülmen–Coesfeld nach Ahaus.
Alternativen:
- Von Gladbeck führt als Abkürzung eine eingleisige Nebenstrecke über Dorsten und Reken nach Coesfeld!
- Von Lünen ist auch die Strecke Hamm–Münster–Steinfurt–Gronau–Ahaus möglich (aber deutlich länger und 2x umkoppeln)
- Von Karlsruhe geht es entweder über Mainz–Koblenz–Bonn–Köln–Duisburg (s.o.) oder über Heidelberg/Mannheim–Würzburg/Fulda–Kassel–Paderborn–Hamm–Lünen (s.o.)
► Auf der Straße:
- Von Jülich geht es über die A44/A57/A40/A57 nach Duisburg.
- Von Duisburg über die A3/A2 durch Oberhausen bis Autobahnkreuz Bottrop.
- Von Karlsruhe geht es prinzipiell über die selben beiden Routen wie per Bahn zum Autobahnkreuz Bottrop.
- Von Bottrop über die A31 nach Ahaus.

















