Bürgerversammlung diskutierte: Kaufhauskonzept Berken kann punkten
AHAUS Die Diskussion war lebhaft und die Meinungen unterschiedlich. Über 120 Ahauser haben sich am Dienstagabend von den konkurrierenden Investoren die Einzelhandelspläne für den Rathausplatz erläutern lassen. Doch am Ende war an den Redebeiträgen und am Applaus auch ein Favorit erkennbar: Berkens Kaufhauskonzept.
Ein voller Saal und viele Fragen: Ein Blick in die Bürgerversammlung zum Thema Einkaufszentrum am Rathausplatz. (Foto: Stefan Grothues)
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ITG: Magnetmieter
Die ITG setzt auf vier große „Magnetmieter“ auf insgesamt 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche: auf die Textiler H&M, C&A, das Kaufhaus Hema und den Drogeriemarkt Müller mit erweitertem Sortiment. „Vor allem junge Mode fehlt noch in Ahaus“, betonte Helmut Behrends. Nur die „national bekannten Marken“ seien geeignet, Kaufkraft an die Stadt Ahaus zu binden. Ein älterer Mann im Publikum raunt seinem Nachbarn zu: „Noch mehr Klamotten – das brauchen wir in Ahaus doch nicht!“
Berken: Livestyle-Kaufhaus
Hans-Georg Berken-Schirmeisen warb für seine Idee eines „modernen Livestyle-Kaufhauses“ mit junger Mode, Heimtextilien, Spielwaren und Lederwaren auf insgesamt 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Er sei davon überzeugt, dass die Vielfalt in einem flexiblen Kaufhauskonzept Magnetwirkung entfalten werde. „Wir wollen schon aus Eigeninteresse vor allem die Angebotslücken in Ahaus schließen.“ Damit überzeugte er nicht jeden: „Alle Sortimente, die Sie genannt haben, sind ja schon in Ahaus vertreten. Ich fürchte, dass kleinere Geschäfte untergehen werden“, meinte eine Zuhörerin.
Wie sehr die beiden Investoren am Standort Ahaus interessiert sind, zeigte sich auch an kleinen Spitzen: Auf die Aussage von Behrends, er rechne beim ITG-Projekt mit 100 Beschäftigten – Teilzeit inklusive – erklärte Schirmeisen: „Das ist eine überraschende Zahl. Ich nenne für uns mal eine ehrliche Zahl: 40 Beschäftigte.“ Behrends seinerseits zweifelte an den Sortimentsbeschreibungen des Berken-Kaufhauses und berief sich auf eine „unabhängige Untersuchung“. In der Diskussion gab es dann ein buntes Meinungsbild und viele Detailfragen: Man müsse erst über die Architektur entscheiden und dann über den Inhalt – oder umgekehrt. Wie sieht es mit den Stellplätzen aus? Jugendliche führen sowieso nach Enschede oder Oberhausen, weil sie mal was anderes sehen wollten. Ahaus dürfe nicht auf den Magneten H&M verzichten. H&M könne auch anderswo in Ahaus Geschäftsräume finden…
Entscheidung bis April
Die Entscheidung sei nicht einfach, erklärten am Ende die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Thomas Vortkamp und Reinhard Horst: „Es gibt noch viel zu diskutieren.“ Aber nicht mehr lange. Im März, spätestens im April, so Vortkamp, werde der Rat eine Entscheidung treffen.

















