Einkaufzentrum: Rat beschränkt K+K-Pläne
AHAUS Für den Umbau des K+K-Centers am Marienplatz in ein Einkaufszentrum über zwei Etagen hat der Rat klare Begrenzungen beschlossen, um den Hauptgeschäftsbereich in der Fußgängerzone nicht zu gefährden.
Der Rat der Stadt Ahaus hat dem geplanten Einkaufszentrum im K+K-Center am Marienplatz Obergrenzen auferlegt. (Foto: Heinz Duttmann)
Rückblick: Vor zwei Jahren überraschte die Familie Klaas die Stadt mit den Plänen für das Einkaufszentrum - genau einen Tag bevor der Rat die Weichen für ein neues Einkaufszentrum am Rathausplatz stellen wollte. Allen Beteiligten war klar, dass in Ahaus kein Platz für zwei große Einkaufszentren ist. Die Pläne für den Rathausplatz wurden auf Eis gelegt.
Im Gegenzug aber habe Klaas, so bedauerte Bürgermeister Felix Büter gestern, die Pläne für die seit 15 Jahren leer stehende zweite Etage nicht ausreichend konkretisiert. Lediglich eine Bauvoranfrage sei gestellt worden: für bis zu drei Fachmärkte im Obergeschosss mit einer Gesamtverkaufsfläche von 3600 Quadratmetern. Zusätzlich soll der Verbrauchermarkt im Erdgeschoss um 1500 Quadratmeter verkleinert werden, um den Geschäften im Obergeschoss auch Verkaufsflächen im Erdgeschoss bieten zu können.
Nicht länger warten
Büter: "Wir hätten gerne anhand eines konkreteren Nutzungskonzepts entschieden. Aber die Entwicklung der letzen zwei Jahre haben höchste Zweifel an der Verwirklichung in absehbarer Zeit geweckt. Jetzt können wir nicht länger warten und die Entwicklung der Innenstadt an anderer Stelle blockieren. "
Die Ratsmehrheit folgte dem Bürgermeister mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und WGW und beschloss eine Änderung des Bebauungsplans für die Bahnhofstraße-Ost mit festgelegten Einschränkungen für das K+K-Center: Die Verkaufsfläche für zentrenrelevante Sortimente wird auf maximal 2700 Quadratmeter - die schon jetzt vorhandenen Bekleidungsläden KiK und Ernsting's family mit 500 Quadratmetern inbegriffen - und die für das Nahversorgungssortiment auf maximal 3800 Quadratmeter beschränkt. Nicht zentrenrelevante Sortimente - dazu gehören zum Beispiel Möbel, Großelektrogeräte und Teppiche - sind am Standort uneingeschränkt möglich.
60-seitiges Gutachten
Dem Ratsbeschloss liegt ein 60-seitigen Gutachten zugrunde, das negative Auswirkungen für die Innenstadt befürchtet, falls am Marienplatz ein großes Einkaufszentrum entsteht.
Aus Sicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Vortkamp stärkt der geänderte Bebauungsplan das Zentrum und bietet Planungssicherheit "für uns und für den Investor". Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Dönnebrink unterstrich dies und beklagte die Hinhaltetaktik von Klaas, die mögliche Investoren am Rathausplatz ausbremse. Reinhard Horst(FDP) zeigte sich überzeugt davon, dass Klaas mit der gefundenen Regelung leben könne.
Dieter Homann (UWG) und Dietmar Eisele (Grüne) indes sahen den Marienplatz durchaus als geeigneten Standort für ein Einkaufszentrum. Ihre Fraktionen stimmten gegen die Bebauungsplanänderung.




























