Tafel baut auf Ehrenamt
Ahaus Erst die Arbeit, dann das Vergnügen - danach handelten die Verantwortlichen der Gründergemeinschaft der Ahauser Tafel um Mathilde Fischer, Vorsitzende des SKF Ahaus-Vreden (Sozialdienst katholischer Frauen).
In den Räumen der Ahauser Tafel am Schlossplatz hat das soziale Projekt jetzt den kirchlichen Segen erhalten. Meisel-Kemper
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Am 6. Dezember 2007 wurde die Tafel an der Schlossstraße 16 in direkter Nachbarschaft des SKF, dem sie zugeordnet ist, geöffnet. Erst jetzt wurde sie in einem Festakt im Karl-Leisner-Haus eingeweiht und kirchlich gesegnet in den Räumen der Tafel durch Pfarrer Jürgen Quante und den evangelischen Amtskollegen Pfarrer Willy Bartkowski.
Das Team der Tafeln in Vreden, Gescher und Gronau, deren Vertreter Fischer besonders herzlich begrüßte, gaben Tipps und Ratschläge. "Gut, dass wir nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander", resümierte Fischer mit Blick auf die Gründungsphase. Neben den zahlreichen Sponsoren, die für die finanzielle Absicherung sorgten, galt ihr Dank den 100 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die täglich ihren "Mann" oder ihre "Frau" stehen.
Bürgermeister Felix Büter hatte neben Glückwünschen und einem Scheck einen Einblick in die Historie der Tafel mitgebracht. 1963 sei die Idee in den USA geboren worden. 1993 wurde die erste deutsche Tafel in Berlin eröffnet. Bundesweit gebe es 770 Tafeln mit 33 000 ehrenamtlichen Mitarbeitern.
Auch Alfred Müller vom Bundesverband Deutsche Tafel, gehörte zu den öffentlichen Gratulanten.
"Regelsatz reicht nicht"
Neue Impulse gab der Vortrag von Dr. Ulrich Thien, Referatsleiter für Soziale Arbeit vom Diözesancaritasverband zum Thema "Zwischen Sozialstaat und Barmherzigkeit". 7,5 Millionen Menschen bezögen bundesweit Leistungen zur Grundsicherung. Landesweit seien 7,5 Prozent der Menschen über 65 Jahren armutsgefährdet, ein Trend, der sich in Zukunft verstärken werde. Mit einem Regelsatz von 357 Euro sei ein Leben nicht mehr möglich. "Caritative Einrichtungen können nicht Lückenbüßer für Hilfen sein, die der Staat leisten müsste", so Thien.
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch den Chor "Sound and Soul" aus Oeding. emk

















