SpVgg Vreden - Eintracht Ahaus 2:4: Nachbarn klappen Visiere hoch
VREDEN. Es gibt die Derbys, die ohne Tore auskommen müssen - so wie die "Mutter aller Derbys" am Freitag in Dortmund. Und es gibt die Derbys, in denen die Nachbarn die Visiere hochklappen - so wie gestern in Vreden. Und so gewinnt Eintracht Ahaus eben mit 4:2 (2:2) im Vredener Hamalandstadion.
Und in diesem Moment ist »alles vorbei«: SpVgg-Keeper Christian Wissing schlägt den Ball zurück aus Feld, nachdem er ihn vier Mal aus dem Netz fischen musste; im Hintergrund bejubelt Eintracht Ahaus den Derbysieg (Foto: Bernhard Mathmann)
"Wir wollten mit so viel Dampf wie eben möglich in diese Partie gehen. Keiner sollte sich schonen müssen", legte Eintracht-Spielertrainer Stefan Bennink die Karten nach dem Schlusspfiff auf den Tisch - seine Eintracht-Fußballer aber hielten sich strikt an die Vorgaben: Hatte der Schiedsrichter ein vermeintliches Tor von Maik Börsting nach nur 150 Sekunden noch wegen eines Abseitsstellung nicht anerkannt, so zeigte er nur weitere 150 Sekunden später auf den Mittelpunkt - Dominik Sahlmer verlieh den stürmischen Gästen mit dem Führungstor noch mehr Rückenwind.
"Der Sieg der Ahauser ist absolut verdient: So sehr sich meine Mannschaft auch bemühte, zwei fehlende Vorbereitungswochen waren unübersehbar", fasste der schwer verschnupfte SpVgg-Trainer Michael Kämer die Partie zusammen. Obwohl es gerade im ersten Durchgang ganz und gar nicht nach einer Revanche für die 2:3-Hinspiel-Niederlage der Ahauser ausgesehen hatte. Denn Bastian Bone drückte in zwei Situationen das Leder zur 2:1-Führung der Vredener über die Linie (10.; 13.).
Funktionierte in diesen Szenen das Angriffsspiel der Gastgeber noch, so stellte es sich im weiteren Spielverlauf und bei dem böigen Gegenwind zunehmend als "Flaute" heraus. Auf der Gegenseite ließ Eintracht-Torjäger Rainer Hackenfort nichts unversucht, um den Rückstand zu egalisieren. Erst mit seiner fünften Gelegenheit sollte es funktionieren - zuvor hatte er einen sehenswerten Fallrückzieher in die Arme von SpVgg-Keeper Christian Wissing gezogen und auch ein schweres Foul von Daniel Terbeck konnte den Torjäger nicht bremsen.
Nur zwei Minuten nach dem Seitenwechsel ließ sich Sahlmer nicht zwei Mal bitten, als der Schiedsrichter nach einem vermeintlichen "Halten" eines Vredeners auf den "Punkt" zeigte: Der Vredener, der von 2003 bis 2006 60 Mal das Trikot der SpVgg trug, verlud Wissing beim Foulelfmeter. Und der 29-Jährige legte drei Minuten vor dem Abpfiff ein drittes Tor nach: Mit einem Heber stellte er den 4:2-Endstand her - und sicherte der Eintracht den ersten Sieg im vierten Landesliga-Vergleich.
SpVgg Vreden - Eintracht Ahaus 2:4
SpVgg Vreden: Wissing, Abbing, Kottig, Hahn, Bengfort (70. Kirchhoff), Terbeck, Geers, Okuyama (75. Alduk), Roßmöller (59. P. Elsbeck), Holtheuer, Bone – Eintracht Ahaus: Lüdiger, Wegener (88. T. Zimmer), D. Schmidt, Kalitzki, Da. Tatti, Reder, Bennink, Börsting, Sahlmer, Stratmann, Hackenfort – Tore: 0:1 Sahlmer (5.); 1:1, 2:1 Bone (10.; 13.); 2:2 Hackenfort (45.); 2:3, 2:4 Sahlmer (47., Foulelfmeter; 87.).

















