"Alk. Außer Kontrolle": Komasaufen auf der Theaterbühne
CASTROP-RAUXEL Abhängen und saufen, mehr verbindet die vier Jugendlichen eigentlich nicht. Doch das Komasaufen liefert genug Zündstoff für ein Theaterstück. "Alk. Außer Kontrolle" heißt es und hat am 19. Februar beim Westfälischen Landestheater Premiere.
Daniel Printz spielt Marx, Denise Elsen seine Mutter. (Foto Beushausen/WLT)
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"Die Jugendlichen finden keinen Platz in der Welt der Erwachsenen, können sich nicht einbringen", beschreibt Regisseur Veit Kassel das Dilemma der jungen Generation.
Dieses Stück, das einen Roman des Hannoveraner Autors Wolfram Hänel zur Vorlage hat, spricht sowohl Jugendliche ab 13 Jahren wie auch Erwachsene an.
Roter Faden ist das Verhältnis von Marx, der eigentlich Sebastian heißt (Daniel Printz) und seiner Mutter (Denise Elsen), das eigentlich keins ist. Wenn die Mutter sich einmischt, dann stört sie. So schreibt Marx auf, was ihn bewegt, weil er die Welt nicht versteht. Die Briefe adressiert er an einen Freund.
150 Bierkästen als Bühnenbild
Die Bühne bevölkern - neben 150 Bierkästen als ebenso sparsames wie plakatives Bild - stets alle Schauspieler. Wer nicht gerade agiert, sitzt am Rande. Und führt dem Publikum seinen Alltag vor Augen. Die vier Jugendlichen saufen, die Mutter blättert in der Vogue...
"Wir haben durchaus witzige Elemente eingebaut", schwärmt Regisseur Veit Kassel. Und Dramaturgin Sabrina Ullrich ist sicher, dass sich viele der jungen Zuschauer mit den Akteuren identifizieren können. Sie gehören zu ihrer Welt, weshalb Marie Edith Kandorf für die Ausstattung neben den allgegenwärtigen Bierkästen bewusst auf normale Kleidung setzt.
Briefe an einen toten Freund
Dass die Botschaft ankommt, haben Praktikanten bei den Proben schon bestätigt. Darüber hinaus befasst sich eine Partnerklasse der Fridtjof-Nansen-Realschule vorab mit dem Stück, für Lehrer gibt es am 16. Februar um 18 Uhr eine Sichtprobe.
Sie alle werden merken, dass "Alk" auf Emotionen abzielt. Spätestens, wenn sie merken, dass Marx seine Briefe an einen Freund schreibt, der sein Komasaufen mit dem Tod bezahlt hat. Aber es gibt auch Hoffnung. Marie macht Marx klar, dass er nicht allein ist.














