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Medienhaus Lensing
06.02.2012 18:38 Uhr
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Fällarbeiten: Junge Bäume für den Aplerbecker Wald

LICHTENDORF Im Aplerbecker Wald fallen derzeit reihenweise Bäume. Der Kahlschlag ist auf lange Sicht die Garantie für einen dichten Wald. Auf kurze Sicht ist er ohne AlternativeVon Jörg Bauerfeld

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Die kranken Bäume aus dem Aplerbecker Wald wurden gefällt und liegen aufgereiht am Wegesrand. (Jörg Bauerfeld)

Eigentlich ist so ein Kahlschlag wie in dem Bereich des Aplerbecker Waldes, in direkter Nachbarschaft der Ostbergerstraße, nicht im Sinne des Stadtförsters Heiner Beckmann. „Aber hier ging es einfach nicht anderes. Die Bäume standen hier sehr eng, dann noch die Straße und wir mussten aufpassen, dass uns die gefällten Bäume nicht die jungen Bäume zerschlugen“, so der Waldfachmann.

Der Grund für die umfangreichen Waldarbeiten, die seit November direkt an der Ortsgrenze zu Lichtendorf durchgeführt werden, ist die „mangelnde Verkehrssicherheit“ – wie es im Beamtendeutsch so schön heißt. Bedeutet, die bis zu 185 Jahre alte Buchen sind ziemlich mitgenommen.

Pilz zerstört die Stämme

Ein Pilz hat die Bäume befallen, gut zu sehen an den Stämmen, die nun fein aufgereiht an der Straße liegen. Teilweise sind sie regelrecht ausgehöhlt vom Schädling. „Der finanzielle Faktor spielte bei diesen Fällungen überhaupt keine Rolle“, so Beckmann.

Viel Ertrag sei aus den 30 bis 40 Bäumen nicht zu holen. „Der Hauptfaktor ist neben der Gefährdung für die naheliegende Straße die rechtzeitige Verjüngung des Waldes“, so Beckmann und deutet auf die zahlreichen jungen Buchen, die schon bis zu 20 Jahre Wachstum auf dem Buckel haben.

Flächen vorsichtig ausdünnen

Wald, der nachwächst „und uns dann auf lange Sicht erhalten bleibt.“ Eine ständige Waldvegetation mit verschiedenen Altersstufen sei ideal. Normalerweise wird in den Waldflächen vorsichtiger ausgedünnt. „Das funktioniert aber nur mitten im Wald“, so Beckmann.

„An einer Straße ist das nicht möglich“. 0,3 Hektar Pflanzung und 0,5 Hektar Selbstaussaat – die jungen Buchen (10 bis 15 Jahre) hatten sich schon vor der Fällung der alten, kranken Bäume ausgebreitet. Jetzt können sie munter drauflos wachsen.

Holz wird verarbeitet

„Die Verjüngung des Waldes hatte in diesem Fall Vorrang. Hier ist sie jetzt abgeschlossen“, so Beckmann. An der Ostberger Straße stehen jetzt die Aufräumarbeiten an. Der Weg von der Ostberger Straße wird wieder einplaniert, wenn das Wetter mitspielt, das Restreisig bleibt zunächst liegen, wird dann zu Hackschnitzeln verarbeitet und das noch brauchbare Buchenholz kommt in die Spanplattenindustrie.

Fotostrecke Verjüngung des Aplerbecker Waldes

„Um es noch mal ganz klar zu sagen, wir hatten aufgrund der Enge und der Nähe zur Straße keine andere Möglichkeit, als hier an dieser Stelle großflächiger zu fällen“, so Beckmann. „Ich hoffe, dass die Bürger das verstehen, denn ein Wald braucht einfach seine Zeit, um wieder zu wachsen.

Und da ist eine Verjüngung, so wie wir sie jetzt hier vorfinden, ganz wichtig. Damit dieser Wald auch für die nächsten Generationen noch erhalten werden kann.“


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