Gründung nicht gesichert: Gesamtschule soll die Probleme lösen
EMSDETTEN Die Wortkreationen waren mit Blick auf den Scherbenhaufen in Sachen Neustrukturierung der weiterführenden Schulen vielseitig und deutlich: Schlamassel, Katastrophe, Ärger, Entscheidung verschlafen, verschleppt. Trotzdem stand am Ende der Debatte im Schulausschuss ein Beschluss, der noch vor Jahren einer Revolution gleichgekommen wäre.
Noch liest dieser Junge an der Geschwister-Scholl-Schule - jetzt soll sie aber jahrgangsweise aufgelöst werden.
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Die Politik hat sich einstimmig für die Gründung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2013/2014 ausgesprochen, gleichzeitig soll die jahrgangsweise Auflösung der Marien- und der Geschwister-Scholl-Schule starten.
Alle Lehrer für Gesamtschule
Das ist keine Überraschung, diese Entscheidung zeichnete sich ab. Tatsächlich getroffen wurde sie jetzt vor dem Hintergrund, dass sich alle Leiter der weiterführenden Schulen für eine Gesamtschule ausgesprochen haben. Das Gymnasium sieht angesichts sinkender Schülerzahlen aber die Gefahr, dass zwei Oberstufen zu klein und damit unattraktiv werden könnten.
Bezirksregierung skeptisch
Dass 2013 in Emsdetten eine Gesamtschule eingeweiht wird, ist aber keinesfalls sicher. Die Bezirksregierung muss dem zustimmen und hat schon auf Probleme hingewiesen: Da genehmigte und beantragte Gesamtschulgründungen im nördlichen Münsterland bestehende Gesamtschulen gefährden könnten, solle Emsdetten alternativ über die Gründung einer so genannten Sekundarschule nachdenken.
Langes Ringen
Diese neue Schulform ist sozusagen eine Gesamtschule ohne eigene Oberstufe und das Ergebnis des NRW-Schulkompromisses, nachdem der Schulversuch Gemeinschaftsschule per Gericht gekippt worden war. Und genau das ist der Schlamassel, den vor allem SPD, FDP, Grüne anklagen: Emsdetten hatte sich nach langem Ringen für die Gemeinschaftsschule positioniert. Die wurde beerdigt, bevor sie richtig geboren war - Emsdetten wurde auf Null zurückgeworfen.
Umland ist schneller
Mittlerweile hatten sich Städte im Umland aber anderwertig aufgestellt und sind nun schneller am Start: Greven und Ibbenbüren bekommen eine Gesamtschule, was Auswirkungen auf die Aufnahmekapazität der Gesamtschule in Saerbeck haben wird. Hörstel will eine eröffnen, Altenberge denkt darüber nach, seine Hauptschule der Gesamtschule Nordwalde anzuschließen.
"Das wollen die Eltern nicht"
Auch wenn Fachbereichsleiter Elmar Leuermann eine Sekundarschule nicht generell kritisch sieht, will sich die Politik nicht mit ihr anfreunden. "Das wollen die Eltern nicht", ist sich Dr. Thomas Kock (SPD) sicher. Gewollt sei eine Schule, die alle Abschlüsse anbieten kann.
Damit das "schulpolitische Fiasko" noch zum Guten gewendet werden kann, war sich die Politik einig, dass mit Druck und Tempo auf allen Ebenen für eine Gesamtschule in Emsdetten gekämpft werden muss.
















