Projekt "unbemanntes Flugobjekt": Schüler und Heimatverein machen gemeinsame Sache
GREVEN Der Heimatverein hat einen Weg gefunden, um junge Grevener für seine Arbeit zu begeistern. Dieser Weg führt acht Schüler der Anne-Frank-Realschule in die Welt der Physik – und über die Dächer der Stadt. Teil des Plans ist ein unbemanntes Flugobjekt.
Die Schüler stellen ihr Projekt vor. (Foto: Michael Billig)
Dass ihr Schulleiter Theo Tillmann ebenfalls zum Verein gehört, wissen sie erst seit zwei Wochen. Herbert Runde hat ihnen davon erzählt. „Der Heimatverein ist so seniorenlastig“, sagt Runde. Er will mehr junge Menschen für den Verein gewinnen und hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. „Wir wollen ein Flugobjekt bauen und damit Luftaufnahmen von Greven machen.“ Die würde Runde gern für das Fotoarchiv des Vereins haben.
Vorgeschmack aufs Berufsleben
In Schulleiter Tillmann und Lehrerin Karola Bolte hat er Verbündete für sein Vorhaben gefunden. Aus der Idee ist ein Projekt geworden, das den 14- bis 16-jährigen Teilnehmern so ganz nebenbei einen Vorgeschmack auf das Berufsleben vermitteln soll. „Wir haben eine fiktive Firma gegründet“, berichtet Runde. Jeder hat seinen Bereich. „Ich interessierte mich für Technik“, sagt Mathies. Katharina will sich um die Buchhaltung kümmern. Mathies findet Schaltkreise spannend. Und Maximilian macht sich Gedanken übers Design.
So wollen die Jugendlichen in den nächsten Monaten die anfallenden Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Sie genießen die Zusammenarbeit in der kleinen Gruppe und freuen sich auf die praktische Tätigkeit. „Es gibt keinen Notendruck“, sagt Bolte, Lehrerin für Mathe und Physik. Das Projekt hat viele Facetten. Sponsoren müssen gesucht und gewonnen werden, um etwa Bauteile finanzieren zu können. Berichte geschrieben, um die Öffentlichkeit zu informieren. Außerdem wünscht sich Runde, dass ältere Grevener ihr Know-How einbringen. „Ich denke da an Elektroniker oder Modellbauer“, sagt er.
Unbemanntes Flugobjekt
Wie genau das unbemannte Flugobjekt aussehen soll, ist noch offen. Vielleicht wird es ein Zeppelin, vielleicht ein Heißluftballon. „Wichtig ist, dass es ruhig fliegt. Ansonsten verwackeln die Bilder“, sagt der 16-jährige Jan. Die Fotos würde Heimatkundler Runde mit früheren Aufnahmen vergleichen wollen. „Die ältesten Bilder wurden aus dem Kirchturm der Martini-Kirche gemacht“, sagt er. Über moderne Luftaufnahmen würde er sich bestimmt am meisten freuen.












