Ludgerus-Kirche Heek: Eingespieltes Duo überzeugt
HEEK. Ein eingespieltes Duo konzertierte am Sonntag in der St.-Ludgerus-Kirche in Heek. Pfarrer Josef Leyer begrüßte Hanne Feldhaus-Tenhumberg und Gijs van Schoonhoven und konnte auch viele Gäste im gut besetzten Mittelschiff willkommen heißen.
Ein perfekt eingespieltes Duo: Hanne Feldhaus-Tenhumberg und Gijs van Schoonhoven in der Ludgerus-Kirche. (Foto: Helmut Schwietering)
Dass die beiden Künstler häufig zusammen auftreten, war ihrem Spiel sofort anzumerken. Angelo Corellis Sonate in F-Dur, op 5. Nr. 4 brachte gleich zu Beginn die Harmonie der beiden Künstler an der Truhenorgel und Altblockflöte zu Tage. Kurze Blicke genügten, um die Einsätze zu vereinbaren. Bei diesem Stück wechselte der Rhythmus vom schnellen Allegro in das getragene Adagio und wieder zurück. Melodisch setzten die beiden einen ersten Glanzpunkt.
Cesar Franck hatte das nächste Stück für Orgel geschrieben. Das „Praeludium und die Variationen der Fuge“ nannte van Schoonhoven bescheiden, aber raffiniert komponiert und spielte das Stück aus der Romantik solo an der Seifert-Orgel – ruhig und bewegt, ab und an mit deutlich hörbarem Einsatz des Basspedals.
„Sonata seconda“
Die „Sonata seconda“, auch als eine kleine Oper ohne Sänger zu bezeichnen, verlangte den vollen Einsatz von Feldhaus-Tenhumberg. Teilweise hektische Abläufe hatte sie dabei zu bewältigen. Lebendig und sprunghaft kam die Melodie daher und die Finger huschten über die Luftöffnungen der Sopranblockflöte. Die mal laut und dann wieder sehr leisen Töne machten den Charakter des Stückes aus, Feldhaus-Tenhumberg gab der Melodie durch ihre Spielfreude Ausdruck und Lebendigkeit.
Im nächsten Stück wechselte sie zum Barockfagott – milder als beim Fagott, aber viel dunkler kamen die Töne daher. Auch damit ging es bei der „Sonate in e-Moll“ genannten Komposition von Benedetto Marcello mal schnell und mal langsam durch die einzelnen Passagen.
Wer jetzt in romantischen Gefühlen schwelgte, wird sich zu Beginn der „Suite Gothique von Leon Boellmann ein wenig erschrocken haben. Gijs van Schoonhoven nutzte dabei anfangs das volle Werk der Orgel und schickte entsprechend laute Akkorde in das Kirchenrund. Zwischendurch wechselten die Tempi zwischen ruhigeren und lauteren Abschnitten. Gekonnt trieb er die Melodie voran und hielt Tempo und Lautstärke auf hohem Niveau, bevor er zum Schluss wieder leisere Töne anschlug.
Auch Bach gemeistert
Als „Anfang und Ende der Musik“ bezeichnete Gijs van Schoonhoven die Werke von Johann Sebastian Bach. So durfte auch eine Komposition des Thomaskantors an diesem Abend nicht fehlen. Feldhaus-Tenhumberg und van Schoonhoven spielten die Sonate in F-Dur mit all ihren Schwierigkeiten gewohnt sicher und melodisch.
Zum Schluss gab es eine Zugabe an der Orgel: Variationen über das Lied „Großer Gott“ beeindruckten die Zuhörer, die bei den beiden Strophen kräftig mitsangen. Mit stehendem Applaus bedankte sich das Publikum am Ende für das beeindruckende Konzert.















