Kreuzschule: Schulband hat den Bogen raus
HEEK. Die Sonne ist gerade untergegangen, und der Schatten des Tages hat die Welt in ein tiefes Grau getaucht – bestimmt schon zum dritten Mal an diesem Mittwochmittag um kurz nach 14 Uhr. Dennoch: Die zehn Jugendlichen im hell erleuchteten Musikraum der Verbundschule sind immer noch nicht zufrieden.
In der Schulband zu spielen, macht allen Riesenspaß. (Foto: Sylvia Lüttich-Gür)
Die Gitarre wabert, die Trompete fällt ein, die Sängerinnen heben ihre Stimmen: „The shadow of the day“, der Hit von „Linkin Park“, einer der bekanntesten Rockbands der Welt, lässt das Erdgeschoss vibrieren. Und dieses Mal sind die Mitglieder von „Maximal“, der ersten Schulband der Verbundschule, mit sich zufrieden.
Nach Gehör spielen
Besser, aber noch nicht gut. Maria Kristin Llausha, seit einem Jahr Lehrerin in Heek – die erste, die an der Verbundschule Musik nicht fachfremd unterrichtet – winkt ab. Die Instrumente verstummen – fast widerwillig. Nach sechs Stunden Unterricht am Morgen wollen die meisten jetzt erst einmal abrocken. Dennoch: Nach und nach ist auch der letzte Ton verklungen.
Nach etwa einem Jahr wissen die Bandmitglieder, dass Musik ideal ist zum Entspannen und Abreagieren – vorausgesetzt, alle befolgen die gleichen Regeln. Und die geben Rhythmus und Melodik vor. Dafür braucht sich aber niemand allzu tief in Musiktheorie zu vertiefen. „Achtet lieber auf euer Gehör“, rät die Band-Initiatorin. Echte Musikalität zeichne sich genau dadurch aus – und nicht durch die Kunst des Notenlesens. Die beherrschen ohnehin nur einige Maximal-Mitglieder.
Von Punk bis Pop
„Proben wir denn heute auch noch Merry Christmas?“, fragt einer der Jüngeren in die Pause hinein. „Muss das sein“, ruft der nächste. Und schon ist sie wieder im vollen Gange – die übliche Diskussion über das Repertoire. Schlagzeuger Steffen ist Metal-Fan, Gitarrist Ken mag Punk-Rock, die beiden Mädchen lieben „alles, was schön ist – auch Balladen“: ein männlicher Chor des Unmuts erhebt sich. Schluss! Lehrerin Llausha unterbricht den Redefluss.
Bevor um 15 Uhr alle nach Hause gehen, soll die Band noch einmal „Shadow oft the day„ durchspielen. Alle stimmen zu – und während sich akustisch wieder der Tag verdüstert, hellen sich die Minen der Musiker auf: maximaler Spaß!















