Benefizkonzert: Stehende Ovationen
HEEK Das bereits seit Monaten angekündigte Benefizkonzert zur Reinigung der Orgel der Kirche St. Ludgerus Heek darf mit Recht zu den musikalischen Höhepunkten in der Kirchengemeinde in diesem Jahr gezählt werden.
Renate Lücke-Herrmann und Klaus Böwering auf der Heeker Orgelbühne: Die Spenden im Anschluss an das Konzert waren für die bereits erfolgte Orgelrenovierung bestimmt. (Foto: Helmut Schwietering)
Schon beim ersten Stück, dem „Dank sei Dir, Herr“ von Georg Friedrich Händel beeindruckte die Sopranistin mit ihrer wunderbaren Stimme, begleitet von Klaus Böwering an der Seifert-Orgel. Das Konzert war gespickt mit größtenteils bekannten Werken von Johann Sebastian Bach (unter anderem die choralgebundenen Orgelstücke „Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ“ und „Bist Du bei mir“) , sowie Werken von Wolfgang Amadeus Mozart („Alleluja“ und Laudate Dominum“) , César Franck und Jehan Alain.
Bleibender Eindruck
Lücke-Herrmann und Böwering harmonierten während des gesamten Konzertes wunderbar. Die Künstlerin füllte zusammen mit der begleitenden Orgelmusik den ganzen Kirchenraum, und man konnte erahnen, wie groß das ihr zur Verfügung stehende stimmliche Spektrum tatsächlich ist.
Mühelos meisterte sie auch schwierigere Passagen und hinterließ bei den Zuhören einen bleibenden Eindruck. Zwischendurch konzertiere Klaus Böwering solo an der Orgel.
Die Werke von Franck und Alain setzten einen deutlichen Kontrast zu den anderen, eher eingängigen Stücken. Beim Vortrag „Litanies“, dem wohl bekanntesten Orgelwerk des französischen Komponisten Alain, wartete auf Klaus Böwering ein schweres Stück Arbeit. Diese Arbeit war aber weder sehr- noch hörbar, im Gegenteil. Auf das Publikum warteten vier Minuten voller Genuss.
Die etwa vierminütige Komposition besteht aus einem Thema von Achtel und Viertelnoten, das in immer neuen Variationen wiederholt wird. Böwering entfachte hier ein wahres Feuerwerk an Orgelklängen bis das Stück sich in eine rauschhafte Ekstase steigerte. Das selbst der Komponist einige der Passagen als schwierig beschrieb, hob den Vortrag an diesem Abend noch besonders hervor.
Den Schluss gestaltete Böwering ebenfalls mit einem eher weniger bekannten Werk von Franck. Auch dort zog er alle Register seines Könnens und sorgte für beeindruckendes Schweigen im Kirchenrund.
Das Konzert endete nach etwa einer Stunde. Der hochverdiente Schlussapplaus wollte kaum enden – die Künstler ernteten am Ende stehende Ovationen der Besucher.















