Neues Rezeptbuch: Treffpunkt Küche im Altenheim
HEEK. Auf dem Heeker Weihnachtsmarkt an diesem Wochenende ist das Ludgerusheim erstmals mit einem eigenen Stand vertreten. Mitarbeiter und Senioren bieten nicht nur ihr neues 70-seitiges Kochbuch an, sondern auch selbst gekochte Marmelade.
Obsttee heizt die fröhliche Stimmung an.
Oben am Haupteingang des Altenheims St. Ludgerus ist es nur eine Spur Vanille. Im Flur weht ein Hauch Zimt hinzu. Auf der Treppe schmeicheln Bratäpfel und gebrannten Mandel der Nase. Und unten im Keller weist ein immer intensiver werdender Kardamom-Duft den Weg. Wer im Altenheim Sankt Ludgerus die Verfasser des neuen Weihnachts-Kochbuchs sucht, braucht nur der Nase nachzugehen.Die verführerische Duftspur endet vor einer weißen Eingangstür, hinter der lachende Stimmen zu vernehmen sind. Ein kurzes Klopfen, und schon schwingt sie auf und gibt den Blick frei auf eine lange Tafel. 14 Frauen sitzen daran, lassen sich Früchtetee schmecken, erzählen sich Döhnekes und schälen dabei Äpfel - eine der Zutaten für die Pflaumen-Apfel-Zimt-Marmelade.
Es piept. Akki Kuiper, eine der so genannten Altersmanagerinnen des Hauses eilt zur Mikrowelle in der Küchenzeile ganz oben in dem großen Versammlungsraum. "Die gebrannten Mandeln sind fertig", verkündet sie und füllt schon die noch immer heißen, karamellisierten Leckereien in mehrere Schüsselchen. Hausgemachte Kirmesmandeln - das ist ein Renner aus dem ersten Kochbuch des Ludgerusheims, in dem Bewohner und Mitarbeiter im vergangenen Jahr ihre Lieblingsrezepte veröffentlicht hatten. Inzwischen ist der zweite Band fertig - pünktlich zum Heeker Weihnachtsmarkt an diesem Wochenende.
"Wir kennen schließlich viele gute Rezepte", sagt Lydia Niehues vom Sozialen Dienst des Hauses - und die Frauen am Tisch nicken zustimmend. "Ich habe dieses Mal Königsberger Klopse beigesteuert", sagt Klara Both links unten am langen Tisch. "Und ich das Rezept für den Winterzauber, eine Sauerkirsch-Heidelbeer-Marmelade", ergänzt Elisabeth Bruns rechts oben. Dabei lässt sie Apfelstückchen in die mit Zitronenwasser gefüllte Schüssel gleiten. Zitronenwasser? "Damit das Obst nicht braun wird", erklärt die 79-Jährige.
Auf der anderen Seite des Tisches sitzt Hedwig Rulle und schält ebenfalls rotwangige Äpfel. Sie ist erst seit kurzem im Heim und bleibt auch nur so lange, bis sie sich von einem Krankenhausaufenthalt erholt hat. "Aber ich habe jetzt schon festgestellt, dass es hier keine Langeweile gibt", stellt sie fest. "Im Gegenteil: Ich hätte nie gedacht, dass hier so viel los ist."
Ein Klopfen unterbricht den Redefluss. Die weiße Tür öffnet sich und ein grauhaariger Mann tritt ein. Er sei dem verführerischen Duft gefolgt, sagt er. Schon hat Akki Kuiper einen Stuhl für ihn zurecht gerückt und schenkt heißen Tee ein. Willkommen ist in der Ludgerus-Kochrunde jeder, ob zum Aufschreiben von Rezepten, zum Zubereiten von Leckereien - oder zum Probieren.















