Aktivkreis Christusgemeinde: Frischer Wind für die Kirche
LEGDEN Aktivkreis: Dieser Name ist Programm. Seit rund zwei Jahren treffen sich evangelische Christen aus Legden, um gemeinsam aktiv zu werden für ihre Gemeinde: Sie organisieren Konzerte, Lesungen und Ausstellungen, laden zu neuen Gesprächsgruppen ein, öffnen die Kirchentüren auch außerhalb der Gottesdienste und aktivieren durch ihr vorgelebtes Engagement andere, ebenfalls aktiv zu werden.
Die weiße Flagge, die Mitglieder des Aktivkreises regelmäßig vor die Gnadenkirche stellen, signalisiert: Diese Kirche ist geöffnet. Und die Aktiven in der Gemeinde sind offen für immer neue Idee. (Foto: Sylvia Lüttich-Gür)
„Wir werden als Kirche besser erkennbar“, sagt Friedhelm Stöppl – und meint das auch ganz wörtlich: Die Gnadenkirche am Mühlenbrey, deren kleinere Kirchturm kaum über die Nachbarbebauung ragen kann, sei plötzlich auch für Ortsunkundige leicht zu finden: Der Aktivkreis hat im Ortskern vier Hinweisschilder aufgestellt.
Raststätte für Radler
Und er sorgt dafür, dass sich der Besuch lohnt – auch wenn gerade keine Gottesdienste gefeiert werden. Immer häufiger lassen Mitglieder des Aktivkreises eine weiße Flagge mit der Aufschrift „offene Kirche“ vor dem kleinen Backsteinbau flattern: eine Einladung nicht nur für Evangelische oder für Christen allgemein, sondern für jedermann.
„Wir bewerben uns als Radwegekirche“, sagt Stöppl. Bundesweit würden bereits zahlreiche Gotteshäuser als „geistige Raststätten“ Zweiradtouristen zur Einkehr einladen: Die einen verschnauften nur und erfrischten sich mit einem Getränk, andere versuchten es mit einem stillen Gebet.
Konzerte, Lesungen und mehr
Nicht still, sondern vielstimmig ist es während der regelmäßigen Dynamo-Veranstaltungen, die Helen van Almsick und ihr Mann Bernhard angestoßen haben. Musiker und andere Kulturschaffende geben Konzerte, veranstalten Lesungen, stellen aus – und machen in jedem fall Besucher mit einem Gebäude vertraut, das sie sonst selten betreten würden.
So viel Eigeninitiative und Engagement könne sie nur freuen, sagt Pfarrerin Gunda Hansen und strahlt. Was ihre inzwischen im Ruhestand befindliche Kollegin Renate Sturm-Wutzkowski angestoßen habe mit der Gründung des Aktivkreises, sei inzwischen ein Selbstläufer – aber kein Allein-Läufer, wie die Mitglieder des Kreises betonen: „Wir brauchen unbedingt auch die Begleitung durch eine Pfarrerin oder einen Pfarrer“, steht für sie fest. Und da wünschten sie sich „mehr Input als im Moment.“ Die Sorge: Nachdem Sturm-Wutzkowsky bereits im Vorruhestand ist, wird auch bald Gunda Hansen dem Gemeinde verlassen, um eine berufliche Pause einzulegen.
Mehr Unterstützung
Die unermüdliche Gruppe hofft nicht nur auf mehr Unterstützung von der Kirchenleitung, sondern hofft auch auf weitere Helfer. „Noch mehr Rückenwind wäre toll“, sagt Helen van Almsick, „damit uns nicht die Luft ausgeht.“














