Metelen helau: Beschwingte Narren tanzen auf den Stühlen
METELEN Die richtige Mischung aus schwungvollen Ohrwürmern, tänzerischen Darbietungen und humorvollen Redebeiträgen macht’s: Karnevalisten lieben das – dann steigt die Stimmung locker leicht nach oben an.
Sitzungspräsident Herbert Graes und der Elferrat feierten mit den Metelener Narren ausgelassen. (Foto: Zimmer)
Am Samstag bereiteten die KG-Stadtwacht und ihre beiden Tanzgarden „Minis“ und „Roten Funken“ im 10. Jahr des Bestehens rund 250 Besuchern zum elften Mal den Nährboden für derlei Amüsements.
Vierstündiges Programm
Fotostrecke Prunksitzung Metelen
Die Idee zur Reaktivierung des Sitzungskarneval – anfangs noch von vielen belächelt – hat sich durchgesetzt: „Nicht zuletzt die vielen Stammgäste haben dafür gesorgt, dass er mit Erfolg wieder aufleben konnte“, freute sich Sitzungspräsident Herbert Graes über genommene Hürden und ungebrochene Zustimmung. Und so wurden auch in diesem Jahr wieder Lachmuskeln und Gliedmaßen aktiviert; das närrisch aufgelegte und Farbe bekennende Volk ließ sich im Bürgerhaus willig ein, auf ein mehr als vierstündiges Programm mit anschließender Party. Unter die Feiernden mischten sich Abordnungen von Karnevalsgesellschaften aus Gronau und Ochtrup sowie Metelener Bürger von öffentlichem Rang.
Selbsternannter Landeroberer
Ihnen allen erzählte Bauer Heinrich Schulze Brömmelkamp vom Genuss, den er jede Minute ohne Ehefrau Erna empfindet. Deshalb ist er auch in allen Vereinen im Heimatort Kattenvenne „und das sind viele“. Sogar bei den Landfrauen hat er Zugang gefunden. Was nicht ganz einfach war. Aber mit dem Posten des Gleichstellungsbeauftragten ist er gut zufrieden. Und was die Feldarbeit betrifft: Da fördert er beim Pflügen gelegentlich ganz zufällig den Grenzstein zutage und nimmt es mit dem erneuten Einsetzen dann nicht so ganz genau. „Jetzt soll ich doch tatsächlich mindestens den Seitenstreifen der Autobahn wieder rausrücken“, ärgert sich Heini, der selbsternannte Landeroberer.
Karnevalistische Klagelieder
Powerfrau Hertha kann hingegen so schnell nichts umwerfen. Ihr Motto: „Das Leben ist hart, aber ich bin Hertha.“ Sie „liebt die einfachen Dinge des Lebens, also Männer“. Ihr Pendant heißt Ambrosius, und der lässt sie viele karnevalistische Klagelieder anstimmen. „Schazi“ nennt er sie, „weil er sich nicht zwischen Schaf und Ziege entscheiden kann“. Und ständig meckert er über ihre Figur, dabei macht sie doch drei Diäten gleichzeitig. „Von einer werd ich schließlich nicht satt.“
Stimmungshits geschmettert
Andreas Hille kommt als „Bengel“ und macht einen Streifzug durch Themen wie Politik und Aufklärung. Er philosophiert über die Kuriosität mancher Vornamen und die Liebe im Computerzeitalter. Bewegungsmäßig gibt es bei den verschiedenen musikalischen Einlagen kein Halten mehr. Die „Harrys Crazy Show“, die Gruppe „Höhner and friends“ und auch der Kegelclub „Musikantenstadl“ reißen die Besucher mit vielen Stimmungshits von den Stühlen.













