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Medienhaus Lensing
10.01.2012 11:00 Uhr
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Widerstand geplant: Neonazis ziehen im März durch Münster

MÜNSTER Brauner Aufmarsch in Münster: Zum ersten Mal seit 2006 steht Münster im März eine rechtsradikale Großdemonstration ins Haus. Bei der Polizei ist die Veranstaltung unter freiem Himmel bereits angemeldet. In der Stadt formiert sich bereits Widerstand. Es gibt erste Pläne, wie die Rechts-Demo verhindert werden soll.Von Jörg Gierse

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Nachdem sie im Februar mit dem Versuch gescheitert waren, durch die Innenstadt zu ziehen, wichen die Rechtsradikalen im Mai 2006 nach Hiltrup aus. Auch dort zeigte das breit aufgestellte Bündnis »Münster gegen Nazis« Flagge. (Foto: Witte)

„Freiheit + Selbstbestimmung = Zukunft“ steht in blauen Lettern auf den Plakaten, die seit einem Monat mal hier, mal da im Münsterland auftauchen. Darunter ein Datum: 3. März 2012. Eine Internet-Adresse. Und drei Worte: „Demo in Münster“.

Betont neutral werben die Neonazis der Region derzeit für ihren Aufmarsch, mit dem sie in der Domstadt Präsenz zeigen wollen. 

Bündnis gegen rechts wiederbelebt

Doch genau wie bei der letzten großen Nazi-Demo vor sechs Jahren soll es möglichst bei der Ankündigung bleiben. Das ist zumindest erklärtes Ziel des Bündnisses „Münster gegen Nazis“.

In ihm hatte sich damals ein breites Spektrum von Parteien, Gewerkschaften, Vereinen und Kirchen zusammengeschlossen – und es gemeinsam mit vielen Bürgern gleich zwei Mal geschafft, rechtsradikale Demos zu stoppen. Jetzt bereitet sich das wiederbelebte Bündnis auf den 3. März vor.

Ziel: Aufmarsch verhindern

„Wir wollen auch diesmal nicht nur Flagge zeigen. Wir wollen den Aufmarsch verhindern“, sagt Carsten Peters, grüner Ratsherr und Sprecher des Bündnisses. Mehrere Treffen mit dem Kern der damaligen Mitglieder hat es bereits gegeben, erste Gegenaktionen sind in der Planung.

Im Gespräch ist laut Peters, wie 2006 rund um die münsterschen Bahnhöfe Kundgebungen zu veranstalten. Denn dort – im Zentrum Nord, am Hauptbahnhof oder in Hiltrup – werden wohl die meisten der anreisenden Rechtsradikalen ankommen, von dort aus dürften sie ihren Demonstrationszug starten.

Demo ist offiziell angemeldet

Der ist, wie Polizeisprecher Jan Schabacker bestätigte, inzwischen offiziell angemeldet – inklusive einer Kundgebung unter freiem Himmel. Offenbar hat der Hammer Neonazi Sascha Krolzig die Anmeldung eingereicht.

Dass Münsters Rechtsradikale bei der Organisation aus den braunen Hochburgen der Region unterstützt werden, zeigt für Peters, dass die Szene mit der Demo erneut versucht, in Münster Fuß zu fassen: „Sie wollen sich und ihre Aktionen als normalen Teil der Gesellschaft darstellen.“ Thematischer Aufhänger ist diesmal die Finanzkrise: „Raus aus EU, Nato und Uno!“ lautet das Motto des Aufmarsches.

Bereits zwei Gegendemos geplant

Derzeit sei man dabei, das Bündnis gegen die Demo ebenso breit aufzustellen wie 2006, erklärte Peters am Montag: „Wir wollen, dass Münster möglichst mit einer Stimme spricht.“ Wer bereits dabei ist, soll in Kürze bekannt werden.

Kurz vor dem Tag X will sich das Bündnis dann mit einer „Aktionskonferenz“ an die Öffentlichkeit wenden, die unter anderem über die Gegendemo informieren soll. Bei der Polizei haben derweil bereits zwei linke Gruppen Versammlungen für den 3. März angemeldet.


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