Gespräch mit unserer Redaktion: Behörde befürchtet keine Rückkehr der Gewaltwelle
STADTLOHN Die Polizei hat großes Verständnis für die Sorgen der Stadtlohner Bevölkerung, dass es wieder zu einer Welle von Gewalttaten kommt. Gleichwohl zeigt sie sich im Gespräch mit unserer Redaktion davon überzeugt, dass die objektiven Fakten eine andere Sprache sprechen.
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Er sieht dies aber vor allem im Zusammenhang mit dem Karneval. Eine polizeiliche Präsenz sei auch in dieser Phase nicht so möglich wie sonst, da die Einsatzkräfte überall verteilt werden müssten. Bernitzke zeigte großes Verständnis für die Beunruhigung, die durch die neuen Taten in der Bevölkerung entstanden ist.
Erinnerungen an Jahre 2007 und 2008
Bei vielen Menschen wecke dies offensichtlich die Erinnerungen an vorhergehende Gewaltdelikte aus den Jahren 2007 und 2008: Seinerzeit hatte es eine Ballung von Straftaten im öffentlichen Raum gegeben, besonders in der Innenstadt. Passanten waren abends und nachts auf dem Heimweg vermehrt attackiert und zum Teil auch beraubt worden.
Die Polizei habe daraufhin ihre Präsenz in Stadtlohn erhöht. Ein zusätzlicher Bezirksbeamter verstärkt das Team für Stadtlohn, Streifenwagen und auch zivile Polizeifahrzeuge seien auch nachts und an den Wochenenden zugegen. Dieses Präventionskonzept habe gegriffen: Dies spiegele sich auch in den zurück gehenden Zahlen wider, die die Kriminalitätsstatistik für Stadtlohn enthalte.
Zustände von vor zwei Jahren werden nicht wiederkommen
Zudem sei auch einer der jugendlichen Rädelsführer strafmündig geworden und in längere Arreste genommen worden, wies Bernitzke auf einen weiteren Punkt hin, der zur Beruhigung der Situation beigetragen habe. Er unterstrich, dass trotz der jüngsten Vorkommnisse objektiv gesehen nicht davon auszugehen sei, dass die Zustände von vor zwei Jahren wieder zurückkehren würden – eine Befürchtung, die sich in dem derzeitigen Angstgefühl in der Bevölkerung ausdrücke.
Die Polizei halte an ihrem Präsenzkonzept fest und beobachte die Lage in Stadtlohn genau. Er schätzte das in Frage kommende Täterklientel auf eine Größe von 15 bis 20 gewaltbereiten Personen im Alter von 13 bis 18 Jahren. Bernitzke appellierte zugleich an die Zivilcourage der Bevölkerung: Bei Vorkommnissen sollte sich niemand scheuen, etwa Hilfe in den Gaststätten zu fordern und unbedingt die Polizei anzurufen.
Weiterhin Runder Tisch
Für eine Strafverfolgung sei es zudem unverzichtbar, dass sich zeugen auch mit ihren Aussagen zur Verfügung stellten. Die Polizei selbst werde alles ihr mögliche tun, um zur Sicherheit im Ort aktiv beizutragen, unterstrich Bernitzke. Zudem wolle die Polizei weiterhin mit der Stadt Stadtlohn und weitere Institutionen wie dem Jugendamt den Runden Tisch pflegen, um gezielte Maßnahmen abstimmen zu können.
Es sei sinnvoll, dass auch die Wirteschaft einbezogen werde. Schließlich unterstrichen Bernitzke und Rentmeister, das objektiv betrachtet der Kreis Borken in der Frage der Sicherheit statistisch besser dastehe als der Landesdurchschnitt und die Zahlen für Stadtlohn noch einmal unter dem Wert des Kreises lägen.
STADT BEAUFTRAGT SECURITY:Stadtlohns Bürgermeister Helmut Könning bezeichnet es im Gespräch mit der Münsterland Zeitung als sehr schade, dass es über Karneval zu einer größeren Zahl von Gewalttaten gekommen sei. Für jedes einzelne davon betroffene Opfer sei das sehr schlimm. Ebenso sei es aber auch für die Stimmung in der Stadt sehr bedauerlich.
Die Stadt sieht sich aufgrund der aktuellen Taten dazu veranlasst, auch selbst verstärkt etwas für die Sicherheitslage in der Innenstadt zu unternehmen: Man habe zusätzliche Security-Kräfte beauftragt, die an den Wochenenden vor allem nachts patroullieren würden. Diese sollen die polizeiliche Präsenz in der Stadt unterstützen.
Könning betonte: „Damit schaffen wir eine ständige Präsenz. Wir wollen einem erneuten Aufflammen sofort und konsequent ein P davor setzen.“ Die Maßnahme, die Security-Kräfte einzusetzen, greife vom jetzigen Wochenende an. Er appellierte an die Bevölkerung, Beobachtungen der Polizei zu melden.
Bereits in der nächsten Woche soll – vorgezogen angesichts der aktuellen Ereignisse – der kriminalpräventive Runde Tisch tagen. Könning begrüßte den Gedanken, die Stadtlohner Wirteschaft einzubeziehen: „Ich hoffe, dass es sich beruhigt. Wir tun alles dafür.“


















