"Amok"-Geschmier: Eltern der Owweringschule ließen Kinder zur Sicherheit zuhause
STADTLOHN Der kleine Engel vor der Tür der Owweringschule besitzt Symbolgehalt - und das dabei liegende Gedicht beklagt die Sorgen, die ein anonymer Schmierfink Eltern, Lehrern und Schülern an diesem Tag bereitet hat: "Ob bittrer Ernst, ob schlechter Scherz, mit Angst zu spiel'n bedeutet Schmerz."
Artikel aus diesem Ressort
- Kunstklärwerk VHS-Direktor Nikolaus Schneider: Einmaliger Lernort
- Polizeikontrollen Schnellste Raser kommen aus Stadtlohn und Vreden
- Lise-Meitner-Kollegs Kreis investiert 60.000 Euro für neuen Unterrichtsraum
- Einladung Kiepenkerl-Umzug auf dem Oktoberfest
- Arbeitslosigkeit 398 Stadtlohner auf der Suche nach einem Job
Brief an die Eltern
Er entschied sich dafür, die Eltern seiner Schülerschaft vorsorglich über diesen Umstand zu informieren. So erreichte ein Brief dazu die Elternhäuser. Darin stellte es die Schulleitung den Erziehungsberechtigten frei, ob sie ihre Kinder am gestrigen Tag zur Schule schicken wollten oder nicht.
Von diesem Angebot machten viele Gebrauch: Rund 80 Prozent der Schüler blieben der Schule am Donnerstag fern. Wer doch hinging, erlebte einen Schultag in besonderer Atmosphäre - ruhig, aber doch auch mit einer gewissen inneren Anspannung, wie der Schulleiter offen bekannte: "Das stimmt nachdenklich."
Präsenz der Polizei
Sicherheitsgefühl vermittelte in dieser psychologisch nicht einfachen Situation die Präsenz von Polizeibeamten. Sie besuchten in dieser Woche verstärkt die Schule, standen als Ansprechpartner bereit. Daneben laufen aber auch seit dem Bekanntwerden der Schmiererei die polizeilichen Ermittlungen: Grafologische Untersuchungen sollen helfen, dem Verursacher auf die Spur zu kommen.
Schulleiter Ludwig Schüler betont, dass es zwischen der Polizei vor Ort in Stadtlohn, der Kriminalpolizei in Ahaus und der Schule eine gute Zusammenarbeit gegeben habe. Und er will die Erfahrungen, die er mit diesem unangenehmen Ereignis gesammelt hat, in der Stadtlohner Schulleiterrunde thematisieren - auch mit Blick auf die Informationspolitik in solchen Fällen.
Froh, dass nichts passiert ist
Unter dem Strich ist er froh, dass eigentlich "nichts" passiert ist - und doch vieles, dass Menschen unnötig in Sorge versetzt hat. Und ein stückweit offenbart, wie es um den "Schmierer" selbst bestellt ist, wie das Gedicht auch zeigt, dass unter dem "Engel" lag: "Egal, wer auch mit Amok droht, befindet sich in großer Not, und sollte seinen Frieden finden, ohne uns mit Angst zu schin den."

















