Zahlen aus dem Jahr 2011: Jugendhilfe auf gutem Weg
STADTLOHN Kindeswohlgefährdung, Misshandlungsfälle oder Entziehung des Sorgerechts – diese Begriffe verbindet man automatisch mit der Arbeit des Jugendamtes. Dass die Aufgaben jedoch viel komplexer und facettenreicher sind, stellte das Kreisjugendamt dem Sozialausschuss in Stadtlohn nun vor.
Kaplan Stefan Schürmeyer weihte im Oktober die Räume der U3-Betreuung im St. Nikolaus-Kindergarten feierlich ein. Stadtlohn befindet sich auf einem guten Wert, die vorgebene Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren von 35 Prozent bis 2013 zu schaffen. (Foto: Archiv/Susanne Dirking)
Aus diesem Grund übernimmt die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und -pflege den größten Anteil (53,2 Prozent) im Jahresbudget 2011 für die Stadtlohner Jugendhilfe. Insgesamt betrug das Budget knapp 4,2 Millionen Euro, wovon rund 2,2 Millionen Euro in die Kindertagesbetreuung investiert wurden. „In diesem Bereich hat Stadtlohn einen großen Sprung gemacht, mit dem wir zufrieden sind und auf den wir bauen können“, sagte Overmann.
13 Kinder im Heim
Ein weiterer großer Posten im Budget war 2011 die Hilfe außerhalb der Familie mit rund 880 000 Euro insgesamt. Davon wurden 13 Fälle von Kindern in Heimerziehung und 31 Kindern in Pflegefamilien finanziert. „Was Pflegefamilien heutzutage leisten ist bewundernswert“, erzählte Overmann. Die Kinder würden häufig viel Vorbelastung mitbringen und die Pflegeeltern müssten dementsprechend geschult werden. Overmann erklärte, dass das Jugendamt sich stets darum bemühe, dass ein Kind nicht ins Heim müsse. „Wir tun alles, um ein Kind in der Familie zu halten, doch für manche ist ein Heim lebensrettend.“
Für die Unterstützung innerhalb der Familie wurden in 40 Fällen insgesamt 480 000 Euro für ambulante Hilfen aufgewendet. Auch Beratungsangebote für Familien wurden gut angenommen. „Die Hemmschwelle für eine Erziehungsberatung ist sehr niedrig“, meinte Overmann. Die kostenfreie Beratung wurde mit 104 000 Euro finanziert. Die Zuschüsse für die Jugendarbeit betrugen 133 462 Euro.
Präventive Maßnahme
Lobend erwähnte Overmann das Projekt „Fit mit Kind“, das unter dem Punkt Familienbildung läuft, der mit rund 40 500 Euro unterstützt wurde. „Das Projekt ist etwas Besonderes als präventive Maßnahme für junge Familien zur Entlastung bei Schwierigkeiten“, sagte Overmann. Wichtig sei vor allem für alleinerziehende Frauen der Unterhaltsvorschuss, der mit rund 88 000 Euro im vergangenen Jahr zu Buche schlug. Hinzu kommen weitere Aufgaben der Jugendhilfe unter anderem Adoptionsvermittlung, Aufbau des Frühwarnsystems und Jugendsozialarbeit.












