Umzug: Stadtlohner Jecken feiern Rosenmontag
STADTLOHN Vor den Stadtlohner Narren war thematisch nichts sicher: Ob es um die Politik rund um den Kirchturm ging oder im großen Europa, um die bunte Welt Hollywoods oder Reisen in die Fantasie - der Vielfalt der Themen war keine Grenze gesetzt.
Temperamentvoll zur Sache ging es in diesem Jahr beim Rosenmontagsumzug in Stadtlohn - und fantasievoll: Viele Gruppen hatten sich ins Zeug gelegt und den »närrischen Lindwurm« zu einem echten Happening werden lassen. (Foto: Thorsten Ohm)
Fotostrecke So vielfältig war der Rosenmontagsumzug
Politische Themen gab es in diesem Jahr so manche zu entdecken: „Autofreie Stadt lohn(t) sich für die Zwerge“, befand eine Gruppe, während eine andere in einem rollenden antiken Tempel unterwegs war: „Tzatzikiland ist abgebrannt, wir holen Geld im Euroland“, so ihre satirische Botschaft. Witzigkeit kennt keine Grenzen, und so durften auch in diesem Jahr die Karnevalisten aus Haaksbergen nicht fehlen. Die Niederländer bezauberten mit einer rollenden Zirkusarena.Mit Gemütlichkeit
Wohl weniger politisch gemeint hatten es die vielen Piraten, die durch Stadtlohn rollten: Geradezu eine ganze Flotte von Freibeutern schien die Segel in Richtung Töpferstadt gehisst zu haben – die gleichnamige Partei hatte dabei allerdings weniger Pate gestanden als die Figuren aus der Welt des Films. Von denen gaben sich auch einige mehr ein Stelldichein: „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“ schlug Balu aus dem Dschungelbuch vor, während Tarzan mit seinen jungen Freunden eher auf Discoklänge setzte.
Musikalisch glich der „närrische Lindwurm“ einem fröhlichen Hin- und Herschalten zwischen unterschiedlichsten Programmen: Da wechselten sich die stampfenden Beats aus den Lautsprechern ab mit den von den Kapellen gespielten Stimmungsliedern, bei denen auch das Publikum gern einstimmte.
Sternenbanner
Das turbulente Treiben hatte offensichtlich auf Angehörige verschiedenster Berufsstände eine anziehende Wirkung ausgeübt: Bauarbeiter waren gleich mit Helm und Blaumann angerückt, US-„GIs“ schwenkten das Sternenbanner, und Formel 1-Piloten hatten ihre Boliden gegen einen gemütlichen tuckernden Karnevalswagen eingetauscht.
Die kleinen und großen Zuschauer freute das bunte Bild ebenso wie die Kamelle, die reichlich regneten – die kleinen und die „großen“ Tollitäten ließen sich ebenfalls nicht lumpen und teilten die süßen Souvenirs mit beiden Händen aus. Kein Wunder also, dass bei soviel guter Stimmung das Motto einer Gruppe von Schlagerfreunden auch für den ganzen Zug passte: „Ein Festival der Liebe…“.















