Live-Ticker: Der Kreis Steinfurt kämpft gegen die extremen Wassermassen
KREIS STEINFURT Nach dem Starkregen wurde am Freitag für den Kreis Steinfurt Katastrophenalarm ausgelöst, der am Samstag aber wieder aufgehoben wurde. Über 1000 Keller im Kreis standen teilweise deckenhoch unter Wasser, Straßen wurden gesperrt und Flüsse traten über die Ufer. Rund 2500 Helfer waren im Einsatz.
Steinfurt unter Wasser. (Foto: Christian Bödding)
Bis zum Morgen gab es mehr als 1600 Einsätze. Wegen des Katastrophenalarms waren etwa 400 Kräfte aus anderen Kreisen zu Hilfe gerufen worden. Und wir werfen auch einen Blick in den benachbarten Kreis Borken.
Unsere Redaktion bringt nachfolgend Kurznachrichten vom Tag aus der Region, so wie sie bei uns eintreffen:
19.11 Uhr: Die Gemeinde Heek hat sich vorbereitet auf eine Nacht am Deich. Da mit Entwarnung nicht zu rechnen ist, bleiben die überörtlichen Einsatzkräfte und die zahlreichen örtlichen Helfer am Ufer der Dinkel. Mobile Scheinwerfer werden zur Stunde aufgestellt, um die Szenerie auszuleuchten.
19.09 Uhr: Da in einigen Bereichen von Ahaus auch über Nacht der Strom noch abgeschaltet bleiben soll, können Betroffene in der Mensa des Schulzentrums „Im Vestert“, Hof zum Ahaus, übernachten. Das Deutsche Rote Kreuz übernimmt dort die Versorgung.
18.40 Uhr: Sie packen Sandsäcke, was das Zeug hält. Doch während die Helfer in Ahaus inzwischen aufatmen können, bleibt die Situation am Heeker Dinkel-Deich weiter angespannt. Von Entwarnung an der Brinkstraße in Heek und an der Kridstraße in Nienborg könne noch keine Rede sein, so Bürgermeister Ulrich Helmich. Nach wie vor bestehe die Gefahr, dass das aufgeweichte Ufermaterial bersten und die Dinkel in die dahinter befindlichen Dorfkerne fließen könne.
Indes gibt es auch noch an anderen Stellen im Ort benrzlige Situationen: der Das Hauptpumpwerk im innerörtlichen Park Stiege, der sich inzwischen als Seenlandschaft präsentiert, arbeitet auf Hochtouren, um den Ort wasserfrei zu halten. Das Pumpwerk auf der Alten Kläranlage in Nienborg ist inzwischen zwar eine Insel, arbeitet aber immer noch.
Dass die Nachbarn in Legden - nach Absprache - das Dinkel-Wehr geöffnet haben, hat für die große Bugwelle gesorgt, die Heek überschwemmt hat. Warum das Dinkelwasser aber nicht schneller nach Gronau abfließt, das vergleichsweise wenig betroffen ist vom Hochwasser, können die Experten noch nicht sagen. Offenbar werde das wasser unter der Autobahn-Brücke aufgehalten.
18.35 Uhr: Hochwasserlage im Borkener Nordkreis bleibt angespannt. Aktuell sind rund 650 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks sowie anderer Hilfsdienste - auch aus anderen Teilen von NRW - im Einsatz.
Zur Ablösung der Kräfte hat die Einsatzleitung über die Bezirksregierung Münster Verstärkung aus den Regierungsbezirken Arnsberg, Düsseldorf und Köln angefordert. In der Nacht und am Morgen hatten bereits rund 240 Einsatzkräfte aus dem Raum Essen die örtlichen kräfte unterstützt.
Mit Sandsäcken wird die Ahauser Aa in Alstätte und in der Nähe des Klärwerks abgesichert. Am Klärwerk sinken die Pegel bereits wieder. In einigen Teilen der Stadt ist die Stromversorgung unterbrochen.
Da dass in einigen Bereichen auch über Nacht so bleiben soll, haben Betroffene die Möglichkeit in der Mensa des Schulzentrums Im Vestert, Straße Hof zum Ahaus, zu übernachten. Dort übernimmt das Deutsche Rote Kreuz die Versorgung.
Östlich von Heek sichern zahlreiche Helfer den Deich des dortigen Regenrückhaltebeckens der Dinkel mit Sandsäcken. In Gronau bereiten sich die Einsatzkräfte auf steigende Pegelstände der Dinkel vor. Die Stadt hat bereits 12.500 Sandsäcke angefordert.
18.08 Uhr: Die Lage entspannt sich in Steinfurt, heißt es von der Leitstelle der Feuerwehr. „Der Pegel der Aa geht weiter zurück.“ Doch noch immer sind einige Einsatzkräfte damit beschäftigt, Keller leer zu pumpen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt war die Steinfurter Wehr weit über 400 mal im Einsatz.
17.57 Uhr: An der Ochtruper Kläranlage hat sich die Lage wieder entspannt. „Wir hatten ab Donnerstag Mittag einen Notstand“, berichtete Norbert Feldevert, technischer Leiter der Kläranlage. Seit elf Uhr morgens sei die Wassermenge kontinuierlich angestiegen: „Es ist normal, dass unsere Anlagen 800 Kubikmeter pro Stunde reinigen, am Donnerstag waren es 2000 Kubikmeter über mehrere Stunden“, sagte Feldevert. Das könne auf die Dauer nicht gut gehen und so liefen am Freitag viele Wassersammelbecken über.
16.58 Uhr: Bericht der Feuerwehr Greven: Die Wehr ist aktuell und noch bis heute Abend im Schichtdienst schwerpunktmäßig in Reckenfeld, Grüner Grund/Grüner Winkel, mit dem Abpumpen beschäftigt.
16.50 Uhr: Ein Feuerwehrmann twittert über seinen Einsatz in Wettringen. Hier klicken.
16.30 Uhr: Rund 50 Feuerwehrleute aus dem Kreis Unna sind zurzeit in Greven im Einsatz. Sie entlasten dort die örtlichen Einsatzkräfte. Wie lange der Einsatz dauert, sei noch unbestimmt, sagte der stellvertretende Kreisbrandmeister von Unna, Thomas Engelbert, dem Radiosender Antenne Unna.
16.00 Uhr: Haben Sie Fotos vom Hochwasser in der Region. Wir freuen uns über Ihre Mail. Hier klicken.
15.50 Uhr: Unterstützung für die gegen den Deichbruch kämpfenden Heeker: Die Bezirksregierung hat drei Wasserrettungszüge aus Dortmund nach Heek geordert. Gemeinsam mit den bereits vor Ort befindlichen Helfern aus dem Kreis Warendorf, der freiwilligen Feuerwehr vor Ort und den zahlreichen freiwilligen Helfern verstärken sie den durchweichten Deich - insbesondere an der Brinkstraße und an der Kridstraße,
15.40 Uhr: Vollalarm für die DLRG in Münster. Alle verfügbaren Helfer werden nach Heek gerufen, weil dort ein Damm der Vechte zu brechen droht.
15.35 Uhr: Jetzt sieht es nicht nur kritisch am Dinkeldeich an der Brinkstraße in Heek aus, sondern auch an der Kridstraße in Nienborg, wo ebenfalls die Dinkel mit macht gegen die aufgeweichten Ufer drückt. Die Feuerwehr lässt auch dort mit Hochdruck Sandsäcke packen, um eine Flutung der angrenzenden Wohnbebauung zu verhindern. "Wir sind noch mitten in der Organisation der Hilfe", so Bürgermeister Ulrich Helmich in einem kurzen Statement. Seit den frühen Morgenstunde steht er dem Krisenstab im Gerätehaus vor.
15.34 Uhr: In Spelle hat sich vor dem Betriebsgebäude der Fa. Krone ein riesiger "See" gebildet.
15.33 Uhr: Der große Einsatzleitwagen aus Münster rückt in den Kreis Borken aus, um dort die Einsätze der unterschiedlichen Hilfskräfte zu koordinieren.
15.28 Uhr: Die Feuerwehr aus Siegen und weitere Hilfskräfte starten in Richtung Ahaus. Ein Video und noch viel mehr Videos über das Hochwasser in Ahaus gibt es mittlerweile bei youtube. Hier klicken.
15.25 Uhr: Am Freitagvormittag hat sich die Lage in Horstmar-Leer entspannt. Am Anfang der Straße „Zum Esch“ hatte das Wasser, das vom Schöppinger Berg in den Ortsteil Leer drückte, die Fahrbahn unterspült und ein großes Kopfloch produziert, das im Laufe des Tages notdürftig geflickt wurde.
Der Löschzug Horstmar musste noch bis zum späten Nachmittag in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule die Wassermassen nicht nur aus dem Kellergeschoss, sondern auch aus den Obergeschossen beseitigen. Denn das Flachdach konnte die Wassermassen nicht mehr abhalten und das Wasser drang in die Klassenräume.
Ganz schlimm hatte es ein Privatgebäude in der Horstmarer Bauerschaft Alst vergangene Nacht erwischt. Weil das Haus am Fuß eines Hügels steht, floss das Wasser den Berg hinunter durch das Gebäude. Einheiten des Technischen Hilfswerkes aus Essen und Bochum eilte zur Hilfe und verhinderte das Schlimmste.
15.22 Uhr: Der Kreis Steinfurt hat seine Hochwasser-Hotline um 15 Uhr vom Netz genommen. Es gab nur ein bis zwei Anrufe pro Stunde.
15.20 Uhr: Straßen.NRW beziffert die Straßenschäden durch Regen und Hochwasser mit "mehreren hunderttausend Euro". Die Reparaturarbeiten werden zum teil einige Wochen dauern.
Bei Westbevern ist eine Böschung abgerutscht.
14.57 Uhr: Lagebericht der Feuerwehr Steinfurt: Der Buchweizenkamp in Burgsteinfurt ist unterspült. Die Straße wurde komplett gesperrt. Insgesamt entspannt sich aber die Situation in Steinfurt weiter. „Es gibt nur noch einige Einsatzstellen entlang der Aa. Dort ist die Feuerwehr weiterhin damit beschäftigt Keller leer zu pumpen“, heißt es von der Leitstelle.
14.56 Uhr: Die Twittergemeinde spircht schon von Katastrophenalarm, richtig ist, dass seit 14 Uhr für den Kreis Borken eine "Großschadenslage" ausgerufen worden ist. Das bedeutet: Zuständig für die Bewältigung des Hochwassers sind jetzt nicht mehr die betroffenen Kommunen im Kreis - vor allem Ahaus, aber auch Heek und Legden - , sondern ist nun der Kreis Borken. Dort laufen jetzt alle Fäden zusammen.
Hier wird genau erklärt, was eine Großschadenslage ist: http://www.calsky.com/lexikon/de/txt/k/ka/katastrophe.php
14.51 Uhr: Aus Legden erreicht uns ein 360-Grad Panorama-Bild vom Hochwasser. Link: http://www.wir-sind-legden.de/unwetter/
14.50 Uhr: Auf dem Friedhof in Münster-Handorf sind rund 500 Gräber bedingt durch den Regen abgesackt.
14.26 Uhr: Noch keine Entwarnung in Heek: Die immer noch brodelnde Dinkel, die viele Meter aus ihrem Bett getreten ist, leckt an den Sandsäcken. Feuerwehrleute aus Heek, die bereits seit 18.40 Uhr am Donnerstag auf den Beinen sind, füllen zusammen mit Kollegen aus dem Kreis Warendorf und zahlreichen Anliegern und Bekannten in Windeseile Sandsäcke. Ziel ist es, den Deich an der Binkstraße zu verstärken, damit sich die Wassermassen nicht in den Ortskern ergießen. In einer dramatischen rettungsaktion haben Helfer noch vor zwei Stunden das letzte Vieh von den in Seen verwandelten Weiden getrieben - gerade noch rechtzeitig. Zwar ´hat es eine Herde nur bis zur einer Brücke geschafft, die zurzeit wie eine Insel im Meer steht, aber Anwohner versorgen die Tiere per Boot mit Stroh.
14.20 Uhr: Der Pegel der Ems in Rheine steigt in Folge der starken Niederschläge rasant. Lag er am Donnerstagnachmittag um 16.30 Uhr noch bei 2,58 Meter, so betrug der zur Mittagszeit 4,49 Meter – Tendenz steigend. Kritisch wird es für die Emsstadt allerdings erst ab einem Pegel von etwa sieben Metern, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt auf Anfrage mit.
13.30 Uhr: Die Aktuelle Situation im Kreis Steinfurt: Die 1600 Einsatzkräfte, darunter 400 Helfer aus den Nachbarkreisen, sind seit Auslösung des Katastrophenalarms um 0.15 Uhr durch Landrat Thomas Kubendorff pausenlos im Einsatz. Einsatzschwerpunkte sind zurzeit Nordwalde (hier stehen rund 150 Keller unter Wasser), Metelen (hier drohen 200 Häuser durch überlaufende Gewässer zu überfluten) und Hörstel (hier ist eine Straße auf einer Länge von 10 Kilometern überflutet, in eine Siedlung dringt Wasser in die Keller der Gebäude ein).
Sehr kritisch ist weiterhin die Lage in Metelen, die Vechte gleicht zurzeit einem reißenden Fluss und überflutet die Uferbereiche weitflächig.
Durch die Wassermassen ist die Kläranlage in Lengerich ausgefallen, die ebenfalls betroffenen Anlage in Steinfurt-Borghorst arbeitet nach Angaben der Pressestelle des Kreises inzwischen wieder.
Es kommt weiterhin zu deutlichen Verkehrsbehinderungen, die Bahnstrecken Münster-Osnabrück und Münster-Enschede sind wegen Unterspülung gesperrt. Der Straßenverkehr ist vielerorts stark beeinträchtigt.
13.16 Uhr: Die alten B 70 ist ab Bahnhof wieder frei. Die Sperrung gilt jetzt ab Kreisverkehr Nordtangente, in Richtung Heek.
12.53 Uhr: Die ganze Nacht über hatten Helfer des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr Rheine am Regenrückhaltebecken der Stadt Rheine im Industriegebiet Nord dafür gesorgt, den gefährdeten Damm mit Sandsäcken zu sichern. „Da Arbeit bekanntlich hungrig macht, sorgte apetito dafür, dass die Helfer mit Essen versorgt wurden“, so Dr. Manfred Konietzko, apetito Vorstand. Kurzerhand baute das Deutsche Rote Kreuz am frühen Morgen auf dem Parkplatz des Unternehmens ihr Versorgungslager auf. Rund 150 Portionen bereiteten die Mitarbeiter von apetito für die Helfer zu.
12.40 Uhr: Der „Krisenstab“ im Emsdettener Rathaus zieht am Mittag eine optimistische Bilanz: Kaum Schäden, die Lage ist stabil.
12.35 Uhr: Nach vier Stunden „regenfreier Zeit“ hat in Steinfurt gerade der Regen wieder eingesetzt. Das nährt bei vielen Steinfurtern die Befürchtung, dass der höchste Pegelstand noch nicht erreicht ist und weitere Wassermassen aus Gräben in die Aa strömen.
12.30 Uhr: Die Feuerwehr Nordwalde meldet: Bisher 240 Einsätze gehabt. Die Feuerwehr aus Gelsenkirchen ist mit acht Fahrzeugen vor Ort und hilft. THW-Ortsgruppen aus Greven, Lengerich, Ibbenbüren und Dülmen sind ebenfalls in Nordwalde im Einsatz. Nachbarn schippen Sandsäcke voll. Der Strom war ausgefallen, ist aber inzwischen wieder da.
12.27 Uhr: Aufgrund der extremen Regenfälle sind im Verlauf der Linie S70 größere Straßenabschnitte gesperrt. Der SchnellBus S70 muss den Abschnitte zwischen Ahaus und Ottenstein sowie Ahaus und Heek großräumig umfahren. Es kommt dabei zu erheblichen Verspätungen.
12.20 Uhr: In Rheine wurde in der Nacht rund 8.000 Sandsäcke gefüllt. Dort drohte ein 25.000 Quadratmeter großes Regenrückhaltebecken auszulaufen.
Welche Dimension das Unwetter in der Stadt hatte, verdeutlicht der TBR-Vorstand an der gefallenen Niederschlagsmenge. „Innerhalb von nur 24 Stunden sind 145 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen. Das ist gut ein Fünftel der üblichen Jahresmenge. Und die liegt gewöhnlich zwischen 750 und 800 Liter – pro Jahr wohlgemerkt“, bekräftigt Lucas.
Die Stadtwerke haben, um den Überflutungen Herr zu werden, 30.000 Kubikmeter Wasser über einen so genannten „Notabschlag“ in die Ems geleitet. Ein Verfahren, dass in solchen Extremlagen erlaubt ist.
12.10 Uhr: Emsdetten: Nach einer langen Nacht wurden die teils völlig erschöpften Emsdettener Feuerwehrleute von Kollegen aus umliegenden Gemeinden unterstützt, unter anderem aus Elte und Neuenkirchen.
Dramatisch entwickelte sich die Lage entlang dem Mühlenbach. Im Bereich Mariengarten wurde über das Ufer tretenden Wasser mit Rohrleitungen in die Kanalisation in der Marienstraße gepumpt. Im Bereich Aldi-Markt am Hagenkamp erreichte das Wasser beinahe ein großes Wohnhaus. Die Feuerwehr musste mit Sandsäcken und Stoffbahnen einen Damm bauen.
Im Rathaus kamen Vertreter der Stadt und der Rettungskräfte zu einem „Krisenstab“ zusammen.
12.01 Uhr: Nach Auskunft der Feuerwehr Steinfurt entspannt sich die Lage in der Kreisstadt zurzeit. Einsatzkräfte sind noch im Bereich der Burgsteinfurter Aa an der Niedermühle und in der Bauerschaft Hollich vor Ort. Hier wird es wohl noch ein paar Stunden dauern, bis die Kräfte abrücken können. In Hollich werden auf Bauernhöfen noch Tiere von dem Wasser in Sicherheit gebracht.
An der Niedermühle sind die Stauklappen komplett geöffnet. „Mehr geht nicht“, hieß es. Der Keller der Niedermühle, die vom Heimatverein für Veranstaltungen genutzt wird, steht unter Wasser. Mit Galgenhumor nahm ein Burgsteinfurter Aa-Anlieger die Wassermassen. „Auf der Aa ist man derzeit schneller in Wettringen als mit dem Auto.“
11.57 Uhr: Erste Bilanz aus Ahaus: Sintflutartige Regenfälle in der Nacht zum Freitag mit mehr als 120 Litern pro Quadratmeter haben erhebliche Teile des Stadtgebiets unter Wasser gesetzt. Die Vorfluter und die Aa-Umflut sowie Abläufe wie der Ölbach konnten die Wassermassen nicht mehr kanalisieren, die Aa trat an mehreren Stellen über die Ufer. Die Kläranlage stand zeitweise in Gefahr, denn die Aggregate drohten, überflutet zu werden.
Die Stadt Ahaus hatte seit 23 Uhr am Donnerstag eine Lenkungsgruppe im Einsatz, in einer morgendlichen Krisensitzung kristallisierten sich zwei Brennpunkte heraus: der gesamte Bereich um die Kläranlage und das Gebiet am Aabach/Hofmate, wo das Wasser mehr als knietief stand. Außerdem stark betroffen: die Bereiche Windhuk, Josefsviertel mit Lönsweg, wo die Aa hinter dem Haus der Landwirtschaft über die Ufer trat, Vestert, Hoher Kamp West und andere mehr.
Komplett gesperrt werden musste die alte B 70 in Richtung Heek ab dem Ahauser Bahnhof. Hauptgrund: Im Verlauf des Moorbachs ist eine Brücke unterspült und muss aufwändig gesichert werden. Die Sperrung wird daher wohl noch mehrere Tage andauern.
Ebenfalls betroffen, wenn auch nicht so heftig: die Ortsteile Wessum, Wüllen, Alstätte, Ottenstein und Graes. Eine vorübergehende Sperrung der L 570 im Bereich Barle konnte bald wieder ausgehoben werden. Ein Polizeihubschrauber überwachte die Entwicklung aus der Luft.
Stromausfälle aufgrund von frei gelegten Leitungen, die zu einer zeitweisen Abschaltung der Hauptversorgung führten, gab es in Wüllen und der Bauerschaft Quantwick sowie in Teilen der südlichen Ahauser Innenstadt.
Die Freiwillige Feuerwehr war mit 300 Einsatzkräften im Einsatz.
11.54 Uhr: Stadtlohn hat Glück gehabt: Bis auf ein paar auszupumpende Keller ist die Berkelstadt vom Hochwasser verschont geblieben. „Alles im Trockenen“ lautet die Meldung aus Südlohn und Oeding. Vom Starkregen und seinen Folgen hat die Gemeinde wenig bis nichts zu spüren bekommen.
11.53 Uhr: Die Feuerwehr Saerbeck hat weiterhin alle Hände voll zu tun, denn das Feuerwehrzentrum an der Hahnstraße dient jetzt als Bereitstellungsraum für Feuerwehrkräfte aus dem Raum Recklinghausen, die am Vormittag anrücken. Von Saerbeck aus sollen sie die Rettungskräfte im Kreis Steinfurt unterstützen.
11.50 Uhr: Seit Donnerstag, 22 Uhr, kämpft die gesamte Feuerwehr Saerbeck praktisch ohne Pause gegen die Wassermassen. Auch auswärtige Feuerwehren helfen in Saerbeck mit. Die Einsätze konzentrieren sich auf das Gebiet am Mühlenbach, der über die Ufer getreten ist, die Auen des Mühlenbaches stehen komplett unter Wasser. Betroffen von überfluteten Kellern sind vor allem Häuser, deren Grundstücke direkt an den Mühlenbach grenzen.
Erstmals musste die Feuerwehr Sandsäcke einsetzen, um damit das weitere Eindringen des Wassers in die Häuser zu verhindern; noch in der Nacht hatte die Wehr 750 Säcke zusammen mit Helfern des Bauhofes gefüllt.
Der Wanderweg entlang des Mühlenbachs ist gesperrt; weiterhin ist die Zufahrt vom Badesee in Richtung Seniorenzentrum nicht passierbar. Die obere Zufahrt zum Seniorenzentrum ist frei. Vollgelaufene Keller meldet die Feuerwehr auch aus dem Bereich Schulkamp.
11.37 Uhr: Das Aufatmen am Morgen in Heek war verfrüht: In der Gemeinde Heek droht zur Stunde der Deich an der Dinkel zu brechen. Feuerwehrleute, die seit gestern gegen 19 Uhr ununterbrochen im Einsatz sind, sichern die durchgeweichte Deichkrone, über die bereits die Dinkel getreten ist, mit Sandsäcken. Um die völlig übermüdeten Feuerwehrleute zu entlasten, sind zurzeit Kollegen der Feuerwehr aus Warendorf unterwegs.
11.36 Uhr: Aktuelle Verkehrsbehinderungen auf Grund des Unwetters: Rheine, K 69 Catenhorner Str. in Höhe Hs.- Nr. 351, einseitig in Fahrtrichtung Rheine; Rheine, K 66 Catenhorn/ Bauerschaftsstraße im Bereich der Auffahrt zur B 70, einseitig in Fr. Neuenkirchen; Rheine, Saerbecker Damm zwischen Riesenbeck/ Birgte und Saerbeck bis Monitionsdepot.
In Rheine hat die Feuerwehr – abgesehen von kleineren Pump-Einsätzen die Unwetter-Lage weitgehend abgearbeitet, so die Auskunft von Markus Preckeler, Stellvertretender Leiter der Rheiner Feuerwehr. Bei der Firma Dyckhoff Frottier wurde ein Wassereinbruch im Kellergeschoss mittlerweile bekämpft.
11.30 Uhr: Aus Vreden werden jetzt noch 40 bis 50 vollgelaufene Keller, besonders im Bereich Wendfelder Damm, gemeldet.
11.28 Uhr: Am Friedhof Hemberger Damm in Emsdetten sacken die Gräber ab und die Grabsteine kippen um.
11.27 Uhr: In Nordwalde steht oder stand das Wasser teilweise knöcheltief in einigen Straßen. Keller sind vollgelaufen, Feuerwehr und THW sind im Einsatz.
11.20 Uhr: Nach Angaben des WDR-Wetterstudios fielen zwischen Donnerstagmorgen um 0 Uhr und Freitagmorgen um 5 Uhr folgenden Regenmengen (Liter):
187,5 Steinfurt
167,0 Burgsteinfurt
158,1 Ahaus
154,4 Emsdetten
144,6 Lübbecke
142,8 Flughafen Münster/Osnabrück
132,7 Ibbenbüren
123,3 St. Arnold
118,2 Lienen-Kattenvene
116,3 Werther
115,3 Porta-Westfalica
114,3 Gronau
112,4 Espelkamp-Isenstedt
111,9 Enger
110,6 Legden
108,5 Hörstel
11.18 Uhr: 120 Feuerwehrleute und sämtliche Fahrzeuge waren in der vergangenen Nacht in Greven ab 19 Uhr im Einsatz. Besonders stark von dem Unwetter betroffen war und ist Reckenfeld, insbesondere die Bereiche Block C und Grüner Grund. "Wir hatten bis heute morgen 150 Einsätze. Ab Mitternacht haben wir uns darauf beschränkt, innerhalb des Kanals abzupumpen, damit das Wasser überhaupt ablaufen konnte", berichtet Wachleiter Matthias Wendker.
Mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Die Sperrung der Carl-Benz-Straße und der Joseph-Monier-Straße konnte mittlerweile wieder aufgehoben werden. Die Robert-Koch-Straße und die Overmannstraße/Unterführung B 481 bleiben gesperrt. Auch die Fußgängerbrücke über die Ems in der Nähe des Anglerheims ist gesperrt. Die Fußgängerbrücke in Wentrup ist verloren gegangen.
Sämtliche Fußball- und Sportplätze sind bis auf Weiteres gesperrt.
11.15 Uhr: Straßen NRW meldte: In Höhe von Steinfurt sind Teile der Bundesstraße B54 unterspült worden. Voraussichtlich muss die Anschlussstelle heute noch gesperrt werden.
11.05 Uhr: Pressemeldung der Bezirksregierung: Es kam im Regierungsbezirk insgesamt bisher zu rund 2500 Einsätzen (Kreis Steinfurt rund 1600, Kreis Borken rund 900) witterungsbedingten Einsätzen. Mehrere Regenrückhaltebecken liefen über, einige Pumpwerke sind ausgefallen und durch Unterspülungen drohen Einstürze von Gebäuden. Bei einer großen Anzahl von Gebäuden sind die Keller überflutet. Es kommt zu deutlichen Verspätungen auf der Bahnstrecke Münster-Osnabrück.
Einsatzschwerpunkte sind zurzeit Nordwalde (hier stehen rund 150 Keller unter Wasser), Metelen (hier drohen 200 Häuser durch überlaufende Gewässer zu überfluten) und Hörstel (hier ist eine Straße auf einer Länge von 10 Kilometern überflutet, in eine Siedlung dringt Wasser in die Keller der Gebäude ein).
Kräfte aus den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold sowie aus dem Kreis Recklinghausen (jeweils 130) wurden mobilisiert, um diejenigen abzulösen, die seit Stunden helfen. Zudem hat der Kreis Steinfurt weitere 10.000 Sandsäcke angefordert.
Die Zugverbindung von und nach Ahaus ist komplett gesperrt. Die Anschlussstelle Heek der A 31 ist gesperrt.Seit den Morgenstunden ist zudem im Rahmen der überörtlichen Hilfe eine Feuerwehrbereitschaft aus Essen, Mülheim und Oberhausen mit rund 25 Fahrzeugen und 120 Kräften vor Ort im Einsatz. Damit sind in Ahaus über 400 Feuerwehrleute und kreisweit insgesamt über 600 tätig.
11.09 Uhr: Dramatische Rettungsaktionen in Metelen: Die Vechte droht an zahlreichen Stellen über die Ufer zu treten. Straßen im Ortskernbereich sind gesperrt, im Abenteuerzoo ist „Land unter“, am St. Ida-Stift mussten Bewohner in der Nacht zum Freitag evakuiert werden. Am Freitagmorgen waren rund 150 Feuerwehrkräfte damit beschäftigt, das Ufer der Vechte mit Sandsäcken zu sichern. Sandsäcke befüllt. Dramatisch ging es im Abenteuerzoo zu. Der Gauxbach, der sich durch den Park des Zoos zieht und der in die Vechte abließt, hatte sich so gestaut, dass das Wasser großflächig über die Ufer getreten war. Mitarbeiter des Zoos und der Feuerwehr Metelen brachten die besonders gefährdeten Tiere in höhere Lagen. Vor allem die gerade mal 40 Zentimeter hohen Zwerghirschen und kleine Kängurus waren in Lebensgefahr.
11.04 Uhr: Sperrungen: Die ehemalige B 70 von Ahaus in Richtung Heek ab Ahauser Bahnhof ist gesperrt. Im Bereich Moorbach ist eine Brücke unterspült die Sperrung wird mehrere Tage andauern. Teile des Adenauerrings im Bereich Coesfelder Straße und Aa-Umflut Teile des Schumacherrings ab Kreisverkehr Tobit bis Pietsch. Stark betroffen: Bereich Kläranlage, Windhuk, Lönsweg, Am Aabach, Hofmate, Vestert, Hoher Kamp,
Vorübergehend kein Strom in Teilen von Wüllen und der Bauerschaft Quantwick sowie in Teilen der südlichen Innenstadt.
10.45 Uhr: Das Unwetter hat auch die Feuerwehr Saerbeck auf Trab gehalten. „Wir sind seit gestern Abend im Einsatz“, sagte Wehrführer Udo Meiners. In erster Linie hatte die Feuerwehr mit überfluteten Kellern zu tun, sagte Meiners auf Anfrage. Auch heute wird die Feuerwehr noch Einsätze fahren, kündigte Meiners an. Er koordiniert vom Feuerwehr-Gerätehaus an der Hahnstraße die Einsätze.
10.44 Uhr: Mit vereinten Kräften befüllen die Feuerwehrleute in Emsdetten Sandsäcke, eine Firma rückt dafür mit großen LKW voller Sand und schwerem Gerät an.
10.43 Uhr: 160 Liter pro Quadratmeter, schätzt Emsdetteners Feuerwehr-Chef, sind am Abend und in der Nacht über Emsdetten niedergegangen. „1600 Einsatzkräfte pumpen gerade den halben Kreis Steinfurt leer“, sagt Rengers. Das Wasser gelangt in die Kanalisation, dann in die Flüsse – das führt zu dem Anstieg. Dramatisch entwickelt sich gegen 9.30 Uhr die Lage in Höhe des Aldi-Marktes am Hagenkamp: Hier sucht sich der Mühlenbach seinen Weg, überflutet einen Garten.
10.42 Uhr: In Metelen ist der Katastrophenalarm noch nicht aufgehoben. Dort hat es ein Altenheim und den Abenteuerzoo schlimm getroffen.
10.25 Uhr: Die Polizei sperrt gerade das Autobahnkreuz Münster Süd, um Einheiten aus dem Kreis Recklinghausen schnell in die Region zu leiten.
10.02 Uhr: Krisensitzung in Rheine, gegen Mittag soll es beim Kreis eine Krisensitzung gegen.
10.00 Uhr: Die Bahnstrecken Münster-Gronau, Münster-Rheine und Gronau-Coesfeld wurden in der Nacht wegen Überschwemmungen gesperrt.
9.45 Uhr: In Legden (Kreis Borken) muss zum ersten Mal seit Menschengedenken der Düstermühlenmarkt, eines der größten und ältesten Volksfeste im Münsterland, abgesagt werden. Das Veranstaltungsgelände ist überschwemmt.
9.43 Uhr: In Emsdetten spitzt sich die Lage dramatisch zu. Der Mühlenbach, der mitten durch die Stadt fließt droht über die Ufer zu treten. Im Bereich Westum und im Wohngebiet Biekmeresch stehen zahlreiche Keller unter Wasser.
9.26 Uhr: „Wir sind seit Donnerstagabend 18.15 Uhr mit allen Einsatzkräften unterwegs.“ Steinfurts Stadtbrandinspektor Dirk Telgmann berichtet von über 350 Einsätzen, die die 100 Feuerwehrleute der beiden Steinfurter Löschzüge bis zum frühen Freitagmorgen leisteten. Unterstützt wurden sie dabei von Feuerwehrkräften aus Münster und Neuenkirchen und dem Technischen Hilfswerk.
In der Nacht entschied die Feuerwehr, das Auspumpen privater Keller zurückzustellen. Vorrang hatte die Rettung von Tieren. Telgmann: „Auf einem Bauernhof stand den Kühen das Wasser fast schon bis zum Hals.‘
In Burgsteinfurt waren der Mesumer Damm, die Tecklenburger Straße und der Nünningsweg zeitweise nicht passierbar. Zahlreiche Schaulustige waren am frühen Morgen an der Niedermühle in Burgsteinfurt, wo die Aa über die Ufer getreten war. „Hier gibt es für die benachbarten Häuser nicht mehr viel Spielraum“, sagte Telgmann. „Der Pegel wird wohl noch steigen, weil jetzt das Wasser aus den Gräben in die Aa fließt.“
8.05 Uhr: Derzeit ist der Straßenverkehr im Kreisgebiet weiterhin beeinträchtigt. Anbei die Information über größere Verkehrsbehinderungen aufgrund von Straßensperrungen: Umfahren Sie in Richtung Nordwalde und Emsdetten den Bereich Scheddebrock; in Metelen
die Eper Straße sowie die "alte B70" und in Ochtrup-Langenhorst die L 510 im Bereich Feldbach sowie in Recke die Alte Bockradener Straße
weiträumig. Weiterhin gesperrt ist auch der Saerbecker Damm zwischen Riesenbeck und Saerbeck sowie in Greven-Reckenfeld der Bereich
Emsdettener Landstraße/ Robert-Bosch-Straße.
6.49 Uhr: Es kam im Regierungsbezirk insgesamt bisher zu rund 2000 Einsätzen (Kreis Steinfurt rund 1300, Kreis Borken rund 700) witterungsbedingten Einsätzen.
In Rheine brach unter anderem das Dach eines Gewerbetriebes zusammen. Mehrere Regenrückhaltebecken liefen über, einige Pumpwerke sind ausgefallen und durch Unterspülungen drohen Einstürze von Gebäuden. Bei einer großen Anzahl von Gebäuden sind die Keller überflutet.
6.44 Uhr: Landrat Thomas Kubendorff hat in der Nacht Katastrophenalarm für den Kreis Steinfurt ausgelöst. Der Krisenstab des Kreises ist in der Nacht zum Freitag (28. August) in der Kreisleitstelle der Feuerwehr zusammengekommen. Die Einsatzkräfte sind an allen Brennpunkten im Einsatz. Deshalb können nicht alle Keller in Privathaushalten abgepumpt werden.
2.00 Uhr: Die Feurwehr aus Nordkirchen trifft in Leer ein, um zu helfen.
0.50 Uhr: Die ersten Löschzüge aus der Region rücken aus, um im Kreis Steinfurt zu helfen. So die Feuerwehren aus Billerbeck, Davensberg und Nottuln.
26.August 2010:
19.07 Uhr: „Land unter“ am Freitagabend im Steinfurter Stadtteil Borghorst. Nach den starken Regengüssen von Regentief „Cathleen“ waren in kürzester Zeit an die 20 Keller vollgelaufen. Jede Menge Arbeit für die Steinfurter Feuerwehr.













