Bilanz: 1373 Wildunfälle im Kreis Borken in 2009
SÜDLOHN / KREIS Ein dumpfes Poltern ertönt, der Autofahrer wird nach vorn in den Gurt gedrückt und fällt sofort wieder in den Sitz. Die Bremsen quietschen noch, das Fahrzeug kommt zum Stillstand. Auf der Gegenfahrbahn liegt ein totes Reh. „2008 hat es 1422 und im vergangenen Jahr 1373 Unfälle dieser Art im Kreis Borken gegeben“, erklärt Dieter Hoffmann von der Pressestelle der Polizei Borken auf Anfrage unserer Redaktion.
Artikel aus diesem Ressort
- 10.000 Euro Stiftung spendet für Kinderhospiz
- Südlohner Unternehmerin Ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung
- Arbeitskreis besuchte Synagoge Wie jüdisches Leben in der Region funktioniert(e)
- Ferienspaß Kinder erleben spannende und lange Lesenacht
- Arbeitsmarkt Quote leicht gestiegen - 88 Stadtlohner sind arbeitslos
Im Frühjahr sortieren sich die so genannten Sprünge (Gruppe von Rehen) neu. Die Böcke ziehen weiter, um sich ihr eigenes Revier zu erobern. „Dabei überqueren sie natürlich auch Straßen“, erklärt die 44-Jährige. Aber die gefährlichste Zeit für Autofahrer und Rehe komme erst noch. Balke: „Im Juli und August jagen sich Bock und Ricke querfeldein und haben nur Augen für einander.“
Unfallstelle sichern
Generell sollten Autofahrer aber das ganze Jahr über aufmerksam sein, rät die Polizei. Wenn es trotzdem zu einem Wildunfall komme, gelte es zunächst, die Unfallstelle zu sichern. Hoffmann: „Die Warnweste, so weit vorhanden, sollte im Auto am besten unter dem Sitz liegen, so dass diese vor dem Aussteigen angezogen werden kann.“
Unter der Notrufnummer 110 sollte die Polizei angerufen werden, damit diese den Unfall protokolliert und den zuständigen Jagdpächter verständigt, der sich dann um das verletzte oder tote Tier kümmert. „In jedem Fall sollte sich niemand auf der Fahrbahn bewegen, das führe womöglich zu einem weiteren Unfall.“
Immer die Polizei rufen
Martin Schiedemann, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute im Bezirksverband Münster rät dazu grundsätzlich die Polizei zu rufen. „Ein Zusammenstoß bei höheren Geschwindigkeiten endet für einen Kleinwagen meist mit Totalschaden.“ Deshalb sei der Polizeibericht für die Versicherungen wichtig.















