Interkultureller Abend: Kultur lockt viele Südlohner ins Haus Wilmers
SÜDLOHN Viele Südlohner haben ihn erlebt. Viele haben ihn genossen: Der erste interkulturelle Abend der Reihe „Intercult-Grenzenlos“ lockte am Donnerstag zahlreiche Besucher in den Wiegbold-Saal im Haus Wilmers.
Romér Avendano, Vesela Stoeva, Dr. Joachim Musholt und Mary Angeles Salinas Sanchez (stehend, v.l.) sorgten für »grenzenlose Kultur«. Manfred Schmeing (l.) moderierte. (Foto: Georg Beining)
Hohe Qualität
Es war zudem ein Abend mit Künstlern, die durchweg hohe Qualität aufwiesen: Die bulgarische Pianistin Vesela Stoeva ist technisch ausgereift, scheint aber noch etwas Kraft beim Tastenanschlag in Reserve zu haben. Mary Angeles Salinas Sanchez strahlte mit ihren spanischen Liedern zur Gitarre eine große Natürlichkeit aus und versuchte gar nicht erst, ihre Anfangs-Aufregung zu verbergen. Die Überraschung des Abends war sicher der in Venezuela geborene Gitarrist Romér Avendano mit seiner unglaublichen Virtuosität. Wunderschön: das spontane Duett mit Mary, das erst während der Pause zum ersten Mal geprobt wurde.
Breites Programm
Ein Filmabend war „Intercult“ auch noch, dazu ein Ausstellungsabend mit Fotos von Projekten des Bennohauses in Münster. Außerdem zeichnete Julia Hintemann während der Veranstaltung Porträts der Besucher.
Und es war schließlich kein Abend einer Dichterlesung. Diesen Anspruch hatte Dr. Joachim Musholt auch wohl gar nicht. Er machte diesen Abend mit den knappen, schnörkellosen Texten aus seinem Buch „An den Ufern eines Flusses“ zu einer politischen Veranstaltung. Trotz der scheinbaren Distanz in Musholts Schreibstil schien immer wieder die persönliche Meinung des Autors durch. Musholts Buchtitel impliziert die Situation eines Beobachters. Und als solcher agiert er auch in seinen Episoden und kommentiert dabei Weltgeschehen, die Situation in seinem Heimatorts oder auch seine eigene Kindheit.
Man darf gespannt sein, wie die „Intercult“-Serie weiter geht.












