Kulturausschuss: Musikschule zieht Bilanz
SÜDLOHN. Sie leistet mit wenig finanziellem Aufwand viel Arbeit, um viele Kinder und Jugendliche in der Gemeinde an die Welt der Musik heranzuführen: Die Musikschule stand jetzt im Kulturausschuss in besonderer Weise im Blickpunkt.
Hermann Damm, Leiter der Musikschule der Gemeinde Südlohn, beim Unterricht: Im Ausschuss informierte über die Arbeitsstruktur und die aktuelle Situation der Einrichtung. (Foto: Janny Heisterborg)
So erläuterte Damm, dass bei den Lehrkräften zu unterscheiden ist zwischen denen, die nach dem Maßgaben des Öffentlichen Dienstes besoldet werden und denen, die auf Honorarbasis für die Musikschule tätig sind. Es sei nicht immer einfach, bei letzteren geeignete Personen zu gewinnen, die auch in einem finanziell vertretbaren Maß honoriert werden könnten. Zudem seien diese für bestimmte Aufgabe wie Lehrerkonferenzen und Vorspiele nur bedingt heranzuziehen. Damm warnte vor dem Hintergrund davor, perspektivisch alles auf Honorarkräfte zu setzen.
Instrumente und ihre Nachfrage
Auffallende Veränderungen hätten sich daneben auch mit Blick auf die Schülerschaft und ihre Nachfrage nach bestimmten Instrumenten und Instrumentengruppen ergeben. In diesem Punkt habe es in den vergangenen Jahren einige Verschiebungen gegeben. So stünden heute Instrumente wie das Keyboard bei der Musikschule sehr hoch im Kurs. Aber es gebe inzwischen auch wieder Schüler für Instrumente, die vor Jahren nicht mehr nachgefragt gewesen seien. So erfülle es ihn regelrecht mit Stolz, dass an der Musikschule der Gemeinde Südlohn heute auch wieder Akkordeon und Cello unterrichtet werden, sagte Damm.
Mit Blick auf die Struktur der Schule erläuterte ihr Leiter, dass beim Instrumentalunterricht der Gruppenunterricht Priorität genieße – auch mit Blick auf die Kosten. Eine ortsübergreifende Kooperation mit anderen Musikschulen in einzelnen Unterrichtsfeldern, wie aus den Reihen des Ausschusses angefragt, erscheine aus organisatorischer Sicht kaum machbar.
"Jeki" nicht in Sicht
Wenig Chancen sieht Damm derzeit darin, dass sich das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ (Jeki) in der Gemeinde umsetzen lasse. Er habe sich intensiv darum bemüht, die finanziellen Möglichkeiten dafür auszuloten. Doch vom Land seien dafür keine Mittel in Sicht (siehe auch Lokalseite Heek), und angefragte Stiftungen könnten nicht über eine Anschubfinanzierung hinaus gehen.
Weitere Fakten zur Musikschule:
- Die Musikschule konnte das Jahr 2010 mit einem kleinen Plus von rund 6500 Euro bei einem Gesamtvolumen von rund 194 000 abschließen – Ergebnis sparsamen Wirtschaftens. Für 2011 sieht der Plan eine um 5000 Euro auf 90 000 Euro leicht verringerte Zuweisung der Gemeinde vor. Einstimmig gab der Ausschuss grünes Licht für den Musikschulhaushalt des Jahres 2011.
- 281 Schüler zählt die Musikschule Südlohn insgesamt, davon 18 auswärtige. Sie werden unterrichtet durch ein zwölf Köpfe zählendes Lehrerkollegium, darunter ein hauptamtlicher Lehrer und sieben nebenamtliche.
- Angesichts der knappen Mittel ist es der Musikschule kaum möglich, selbst Instrumente anzuschaffen. Vor diesem Hintergrund kam ein Appell aus dem Ausschuss an die Bürger, nicht mehr benötigte Instrumente zu stiften oder günstig an die Musikschule abzugeben.
- Im neuen Jahr gibt es Tage der offenen Tür in beiden Ortsteilen. Geplant ist auch ein Tag der Musikschule beim Wiegboldfest, ein Lehrer-Schüler-Konzert sowie Vorspiele.












