Biogasanlage: Pläne von RWE und WLV vorgestellt - Rat reagiert mit Skepsis
SÜDLOHN Alle 300 Sitzplätze waren besetzt und kaum mehr ein Stehplatz frei in der Aula der Roncallischule: Selten tagt der Rat vor solch großem Publikum. Der Grund: Am Mittwochabend stellten die Investoren von RWE Innogy und Westfälische-Lippischem Landwirtschaftsverband ihr Projekt Biogasanlage vor, das sie im Osselerhorst in Südlohn verwirklichen möchten. Und vor der Tür? Protest.
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Dann verstummen die Trillerpfeifen, und es ist Zeit für Argumente, Prognosen und technische Angaben - und ebenso viele Fragen. Dr. Thorsten Blanke und Thorsten Graulich von RWE Innogy sowie Jörg Sümpelmann, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Kreisverbands und Doris Nienhaus von der WLV Service GmbH, stellen ihr Projekt vor.
Keine Geruchsbelastungen zu erwarten
Jörg Sümpelmann betont, dass der Verband strenge Kriterien für die Gülleabgabe beschlossen habe: Weder solle Gülle von niederländischen Landwirten angeliefert werden noch solle die Anlage dafür sorgen, dass Mäster ihre Viehzahlen erhöhten.
Ratsmehrheit für Untersuchungsausschuss
Bei den Zuhörern erntet manche Aussage höhnisches Raunen, auch die Ratsmitglieder verbergen ihre Skepsis nicht. Fragen gehen ins Detail und wiederholen sich - es ist viel Informationsbedarf zu decken.
Bürgerinformation geplant
Dreieinhalb Stunden dauern Präsentation und Fragerunde. RWE Innogy kündigt an, im März eine Bürgerinformation abzuhalten - dann könnte jeder interessierte Bürger Fragen stellen. Im Anschluss - nur noch wenige Unentwegte füllen die Zuhörerbänke - geben die Fraktionen ihre Einschätzung.
Die CDU lehne nach wie vor den Standort ab, betonte Hermann-Josef Frieling. Vieles in Bezug auf den Bebauungsplan sei auch noch nicht klar. Dieter Robers (FDP) hatte seinen Informationsbedarf noch nicht gedeckt und wollte sich so nicht zu Für oder Wider äußern. Josef Schleif (Grüne) fand keine Mehrheit für seinen Antrag, den Kreis Borken als Genehmigungsbehörde zu bitten, den Antrag - soweit es rechtlich möglich sei - abzulehnen.
Wenn die Belange der Bürger und der Gemeinde beeinträchtigt würden, dann werde die UWG nicht zustimmen, betonte Fraktionschef Jörg Battefeld. Für den Antrag an die Gemeindeverwaltung, juristische Möglichkeiten prüfen zu lassen, wie die geplante Anlagean diesem Standort verhindert werden könne, erhielt Manfred Schmeing (SPD) eine Mehrheit.
















