Biogas-Kraftwerk: Ratsmitglieder befürchten wachsende Massentierhaltung
SÜDLOHN Eine Befürchtung wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der Vertreter von RWE Innogy und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) ihre im Osseler Horst geplante Biogasanlage vorstellten, deutlich geäußert: Dass die Anlage mehr Massentierhaltung in der Region nach sich zieht.
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Auch den Einwurf von Josef Schleif (Grüne), dass er Sorge habe, dass nach dem Bau der Anlage "noch weiter und mehr Gülle bis nach Potsdam gefahren" wird, weil die Mäster aufstocken könnten, wollte Sümpelmann entkräftet sehen: "Die Anlage wird keine Investitionsentscheidung für einen Stall initiieren", blickte er voraus.
Zahl der Mäster Den Bestand, den der Mäster bei Fertigstellung der Anlage habe, könne er einbringen, ergänzte er auf Nachfrage.Auch das Geruchsproblem beschäftigte die Ratsmitglieder. "In der Nähe der Anlage ist ein Schweinemastbetrieb. Gesetzlich Auflagen sind da - dennoch riecht es. Bis zur Roncallischule - kein guter Standortfaktor für unsere weiterführende Schule im Ort", kritisierte Alois Kahmen.
Geruchsgutachten wird erstellt
Dies werde von einem "Sondersachverständigen" erstellt, es gebe nichts Selbstgestricktes", ergänzte er. Er verwies aber nochmals auf das geschlossene System der Anlage, die mit Unterdruck arbeite: "Wir werden sie sicherlich nicht überschreiten", bezog Koppetsch sich auf die Grenzwerte. Grenzwerte einhalten Mit Blick auf die produzierte Abwärme fragte Kahmen: "Welche Mastbetriebe werden sich ansiedeln, Hähnchen, Puten? Ich befürchte Geschäftsbedingungen, die uns belasten werden", so der CDU-Politiker. Die Abwärme werde in der Anlage selbst für die Keimbehandlung eingesetzt, entgegnete Dr. Thorsten Blanke von RWE Innogy diesen Befürchtungen.
Zwei Betriebe wollen in Südlohn aktuell ihren Bestand erweitern
„Zwei Erweiterungsanträge werden derzeit vom Kreis Borken bearbeitet, die jeweils ein Betrieb aus Südlohn und einer aus Oeding gestellt haben“, erklärt Richard Riedel, vom Kreis Borken, Fachbereich Bauen, Wohnen und Emmissionsschutz auf Anfrage unserer Redaktion.
Bei dem Betrieb in Südlohn gehe es um 800, in Oeding um 2700 zusätzliche Mastschweineplätze. Es seien beides bereits bestehende Betriebe und der Kreis achte sehr genau darauf, dass die Emissionen nicht die gesetzliche Bestimmungen überschreiten.
Der Oedinger Betrieb müsse beispielsweise einen Luftwäscher einbauen, so Riedel. Die Anträge seien vor circa sechs Monaten gestellt worden – so lange dauere ein Genehmigungsverfahren.
















