St.-Vitus-Schule: Schüler machen "Ernährungsführerschein"
SÜDLOHN Die St.-Vitus-Schüler machen den "Ernährungsführerschein" und lernen spielerisch die Ernährungspyramide kennen: Ganz oben im Haus wohnt Susi Schleck. Gleich darunter Olivia Öl und noch ein Stockwerk tiefer hausen Milli Milch und Willi Wurstig. Doch diesmal sind die Schüler der St.-Vitus-Grundschule zu Gast bei Familie Müller. Es gibt Kartoffelgerichte.
Landfrau Mechthild Oenning-Hollad erklärt den Kindern, wie man die Kartoffeln noch besser schälen kann. (Foto: Jessica Beck)
Fleißig schälen, schneiden, waschen und stampfen die Schüler die Erdäpfel. Es soll Backkartoffeln, Püree und Kräuterquark geben. Mechthild Oenning-Hollad von den Südlohner Landfrauen geht durch den Raum, erklärt hier und da, wie die Kinder noch besser schälen oder schneiden können. Sie ist ausgebildete Fachkraft für Ernährung und Verbraucherbildung und unterstützt den „Ernährungsführerschein“ schon seit vier Jahren.
Bei diesem Projekt erlernen die Grundschüler wichtiges zum Thema Ernährung – in Theorie und Praxis. „Diese Kombination ist besonders wichtig. Durch reine Theorie würde, glaube ich, nicht so viel hängen bleiben“, erklärt Mechthild Oenning-Hollad. Und wie viel tatsächlich hängen bleibt, erlebt sie immer wieder. „Oft treffe ich die Kinder beim Einkaufen. Dann erzählen sie mir, dass sie immer noch den Schlemmerquark machen oder noch besser Möhren schneiden können“, erzählt sie und freut sich.
Motiviert zu kochen
Die Kinder lernen so, dass Nahrungszubereitung auch Spaß machen kann und nicht nur da ist, um satt zu werden. „Gerade in diesem Alter sind die Kinder noch sehr aufnahmefähig und motiviert etwas in der Küche zu tun“, sagt Mechthild Oenning-Hollad. Man müsse ihnen nur die Zeit geben, in der Küche aktiv zu sein. „Klar schälen wir Erwachsenen die Kartoffeln schneller, aber auch nur, weil wir es gelernt haben“, meint sie. Wenn Eltern langsam anfingen, ihren Kindern etwas zuzutrauen, würden sie auch Spaß daran haben.
Auch Lehrerin Maria Woltering ist vom „Ernährungsführerschein“ überzeugt. Nachdem gemeinsam gekocht wurde, wird auch zusammen gegessen. „Und jeder probiert, auch wenn es ihm sonst vielleicht nicht geschmeckt hat. Dann finden sie es oft doch lecker“, erzählt Maria Woltering. So lernten die Schüler, dass gesunde Ernährung und frisch Kochen Spaß mache und gut schmecke.
Am Ende der acht Unterrichtseinheiten legen die Schüler dann ihre „Führerscheinprüfung“ ab. Zur Theorie gehört auch der Knigge – Benimmregeln und Tischdecken. Wenn die Schüler die theoretische und praktische Prüfung bestanden haben, gibt es – wie beim echten Führerschein – ein Führerscheindokument mit Passbild. Und dann heißt es: freie Fahrt in den heimischen Küchen.












