Freitag, 12. März 2010
Registrieren | Neu hier?
Passwort vergessen
RWE Innogy und Landwirtschaftsverband
Biogasanlage kommt im Herbst
Von Melanie Steur am 15. Januar 2010 16:39 Uhr
SÜDLOHN Die Spekulationen haben ein Ende – der Standort steht fest: Die RWE Innogy und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) wollen die seit langem geplante, mit Gülle betriebene Biogasanlage in Südlohn bauen. Am Betrieb der Anlage können sich Landwirte aus der Region in einer noch zu gründenden Gesellschaft beteiligen.
0116 SÜ RWE INNOGY BIOGASAN.jpg
Das ist eine der Biogasanlagen von RWE Innogy.
Foto: prf
„Die Tinte ist gerade getrocknet“, verkündet Dr. Thorsten Blanke, Leiter des Fachbereichs Biogas bei RWE Innogy, und meint damit die Verträge zum Grundstückskauf. Auf dem bereits seit 2003 ausgewiesenen Sondergebiet „Biogas- und Recyclingbetriebe“ an der Robert-Bosch-Straße soll eine Biogasanlage gebaut werden.

Grundstück ideal

„Das Grundstück ist ideal für den Betrieb einer Biogasanlage“, erklärt Blanke. Es sei verkehrstechnisch gut erschlossen. Das geplante Kraftwerk von RWE Innogy und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) habe nichts mit den Plänen für eine mit Abfällen und Mais betriebene Anlage Anfang des Jahrtausends am Osseler Horst zu tun, betont Blanke (Münsterland Zeitung berichtete).
RWE Innogy und WLV arbeiten schon seit längerem zusammen. Der Energiekonzern habe die Kompetenz bei der Planung, beim Bau und beim Betrieb von Biogasanlagen – der WLV die notwendigen Kontakte vor Ort. „Es gibt genug landwirtschaftliche Betriebe in der Gegend, die sich beteiligen möchten“, erklärt Doris Nienhaus, Geschäftsführerin der WLV-Service GmbH, im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Im Augenblick befänden sich die Geschäftspartner bei der Ausarbeitung der Unterlagen. Erst danach werde das Gesamtprojekt vorgestellt. Blanke: „Mit dem Kreis und der Gemeinde Südlohn muss noch einiges abgestimmt werden.“ Durch den Grundstückskauf seien sie aber einen großen Schritt vorangekommen bei den Planungen für den Baubeginn im Herbst.
Dem Kreis lägen noch keine Anträge vor, teilte die Pressestelle in Borken auf Anfrage mit. Bei der Gemeinde seien lediglich Vorabstimmungsgespräche geführt worden, sagt Herbert Schlottbom von der Verwaltung.

Ökologisches Leuchtturmprojekt

Als ein „ökologisches Leuchtturmprojekt“ bezeichnet Dr. Thorsten Blanke die geplante Biogasanlage. Das Problem im Münsterland sei die überschüssige Gülle. „Unsere Anlage soll zu 90 Prozent mit Gülle und zu zehn Prozent mit Zwischenfrüchten betrieben werden“, so Blanke. In einer Veredelungsregion wie dem westlichen Münsterland könne Mais in Biogasanlagen nicht verwendet werden, da dieser anderweitig gebraucht wird. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft, aus Gülle Gas und Dünger zu machen, werde von den Landwirten in der Region unterstützt. „600 bis 800 Betriebe im Umkreis von circa 20 Kilometern müssen sich an dem Projekt beteiligen, damit die erforderliche Güllemenge zusammenkommt“, erklärt Doris Nienhaus, Geschäftsführerin der WLV-Service GmbH. Auf einer Fläche von zwei Hektar sei die Anlage derzeit geplant. Eine Erschließungsstraße für den LKW-Verkehr sähen die Planungen auch vor. Blanke: Bei jährlich benötigten 200 000 Tonnen Gülle könnte – heruntergerechnet auf eine Stunde – etwa alle zehn Minuten ein LKW die Biogasanlage anfahren. Nienhaus sieht darin kein Problem: „Im Augenblick wird die Gülle auch weggefahren.“ Die Transportwege würden sich durch den Bau der Anlage sogar verkürzen.

In Kürze:
  • Leistung: Die Anlage soll auf zehn Megawatt thermisch ausgelegt sein und könnte damit jährlich 2500 Haushalte rund um die Uhr mit Gas versorgen. Als Substrate werden zu 90 Prozent Gülle und Güllefeststoffe eingesetzt – insgesamt 200 000 Tonnen. Die verbleibenden zehn Prozent sollen aus so genannten Zwischenfrüchten, beispielsweise Sonnenblumen oder Gras, bestehen.
  •  Arbeitsplätze: Beim Bau der Anlage werden in Spitzenzeiten rund 30 Personen gleichzeitig auf der Anlage arbeiten. Für den Betrieb der Biogasanlage sind mindestens fünf Mitarbeiter notwendig. Die Anzahl der Mitarbeiter für die Rohstoffversorgung könne noch nicht beziffert werden.
Drucken    Versenden

ZEITUNG ZUR PROBE
Lust auf mehr? Jetzt 1 Woche kostenlos testen > hier

 Mehr aus dem Ressort Südlohn
Wetter in Ahaus
Nahraum: Neue Fotos aus Südlohn
Hochzeit im Wert von 7700 € zu gewinnen
EheringeSie möchten heiraten? Die Münsterland Zeitung verschenkt ein Rundum-Sorglos-Paket für eine Traumhochzeit mit allem, was ein verliebt-verlobtes Pärchen so brauchen kann. Der Gesamtwert: 7700 €. Und so funktioniert's:
Mehr zu diesem Thema
Alles zum Biogas-Kraftwerk
Biogas-AnlageAm Ortsrand der Gemeinde Südlohn soll ein industrielles Biogas-Kraftwerk entstehen, das mit landwirtschaftlicher Gülle betrieben wird und rund 2.500 Haushalte mit Gas versorgen soll. Eine Bürgerinitiaitve im Dorf hat Angst vor ständigem Gestank im Ort und warnt vor der zusätzlichen Verkehrsbelastung durch das Gülle-Kraftwerk. Wir haben alles zum Thema zusammengestellt.
Mehr zu diesem Thema
Meinung
Am Ortsrand von Südlohn soll ein Biogas-Kraftwerk entstehen. Südlohner befürchten Geruchsbelästigungen und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Die CDU schlägt vor, das Kraftwerk im Bereich der Biokompost-Anlage des Kreises anzusiedeln. Was meinen Sie? mehr...

Ticketshop
garrettDavid Garrett - Tour 2010
Mit großem Orchester und seiner Band geht der charismatische Gipfelstürmer im November auf seine bisher größten Deutschlandtour. Tickets...
Mehr Tickets
Sieben Türen - Schauspielhaus Bochum
Mo. 15.03.10 | Theater unter Tage
Der Gott des Gemetzels - Schauspielhaus Bochum
Di. 16.03.10 | Schauspielhaus Bochum
Obituary
Di. 16.03.10 | TUROCK (Raucher Club Einlass ab 18 J.)
Alle Tickets...