Interview mit Kathrin Meyer: Bei der Ausbildung von Pferden ist Vertrauen wichtig
VREDEN Mit der Lütke Westhues-Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen, die im Rahmen der Trainerprüfung erreicht wurden, wird Kathrin Meyer am kommenden Dienstag in der Landesreit- und Fahrschule Rheinland in Langenfeld geehrt. Anne Winter-Weckenbrock sprach mit der 19-Jährigen über ihr großes Hobby: Selbst reiten, den Nachwuchs unterrichten und trainieren – und junge Pferde ausbilden.
Kathrin Meyer und Fino - ein Westfale, Sohn von Fürst Piccolo. Auch diesen fünfjährigen Wallach - Stockmaß 1,70 Meter - hat die 19-Jährige selbst ausgebildet. (Foto: Anne Winter-Weckenbrock)
Ja, war ich. Ich hätte mir vorstellen können, dass es vielleicht direkt nach dem Lehrgang eine Ehrung oder so etwas gibt, aber mit so einer Auszeichnung habe ich nicht gerechnet. Darüber habe ich mich auch gefreut.
Wofür genau werden Sie denn geehrt?
In den Sommerferien 2010 habe ich bei der Westfälischen Reit- und Fahrschule in Handorf einen dreiwöchigen Lehrgang für den Trainerschein„Trainer C Leistungssport“ absolviert und mit einem guten Ergebnis abgeschlossen. Der Lehrgang hatte neun Prüfungsfächer.
Waren Sie eine der jüngsten Teilnehmerinnen?
Den Trainerschein kann man erst ab 18 machen, oder schon ab 16, wenn man einen Trainerassistenten-Lehrgang gemacht hat. Mit 18 war ich schon eine der Jüngsten.
Wo und wen trainieren Sie?
Beim Reit- und Fahrverein Vreden habe ich eine Unterrichtsgruppe mit vier Reitern und Reiterinnen, und ich leite die Voltigruppe der Minis. Dabei macht es mir besonders Spaß den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass man auch Verantwortung für ein Pferd übernehmen muss und ihm mit Respekt begegnen sollte.
Wann hatten Sie Ihr erstes eigenes Pferd?
Als ich zwölf war, habe ich mein erstes Pony bekommen, Norman. Von da an habe ich bion ich regelmäßig auf Turnieren gestartet, unter anderem für die E-Team-Trophy-Mannschaft.
Aber Sie sind nicht erst mit zwölf angefangen zu reiten?
Nein, schon mit sieben, als meine Mutter wieder angefangen ist. Wir hatten erst zusammen eine Reitbeteiligung mit Unterricht, dann hatte ich bald ein eigenes Pflegepferd mit Unterricht. Mit 16 bin ich auf Großpferde umgestiegen. Seitdem habe ich hauptsächlich junge Pferde, die ich einreite und für die Turniersaison vorbereite.
Sie reiten die Pferde selbst ein?
Ja. Aber ich nehme mir sehr viel Zeit mit den jungen Pferden, baue erst einmal lange Vertrauen zu ihnen auf beim Putzen und Pflegen. Dann nehme ich sie an die Longe, gewöhne sie an Sattel und Trense…
Aber beim ersten Mal aufsitzen sind Sie doch nicht alleine, oder?
Nein, auf keinen Fall (lacht). Da braucht man schon Hilfe. Dann herrscht hier zuhause auch eine gewisse Spannung. Das Einreiten ist mit Adrenalin verbunden, ganz bestimmt. Aber es ist dann ein sehr schönes Gefühl, wenn man ein Pferd so weit ausgebildet hat, dass man mit ihm auf Turnieren starten kann.
Wie mit Fino, Ihrem fünfjährigen Wallach?
Mit Fino habe ich an Reitpferdeprüfungen teilgenommen , als er drei und vier war. Bei diesen Prüfungen bewerten die Richter, ob das Pferd als Reitpferd für den Turniersport geeignet ist. Bei einer Prüfung war ich mit Fino als Zweite platziert. Das ist der Moment, wo man sich als Ausbilder richtig freut. Dann hat man das geschafft, wofür sonst hauptsächlich die Berufsreiter zuständig sind.
Gibt es neben Fino noch „einen anderen“? Wie viel Zeit können Sie in die Pferde investieren?
Ja, Quintano ist noch in der Ausbildung, auch ein Wallach. Mehr ginge nicht, da würde ich den Pferden nicht gerecht. Gerade jetzt in der Abizeit.
Wo geht Ihre berufliche Perspektive hin? Wird das Hobby zum Beruf?
Ich möchte eine Ausbildung zur Pferdewirtin machen, mit dem Schwerpunkt klassische Reitausbildung.












