Bäckergesellen: Carolin Wenning wird Dritte beim Landeswettbewerb
VREDEN Carolin Wenning hat das geschafft, was der Bäckermeister Wilhelm Geelink in seinen 25 Jahren als Ausbilder nur zweimal erlebt hat: Die 19-Jährige war Innungsbeste der Gesellenprüfung, gewann den Leistungswettbewerb auf Kammerebene und qualifizierte sich so für die Landesebene. Dort wurde sie Dritte.
Bäckergesellin Carolin Wenning freut sich zusammen mit ihrem Ausbilder Wilhelm Geelink über den dritten Platz beim Landesleistungswettbewerb. (Foto: Jessica Beck)
Doch schon zuvor galt es einige Hürden zu überwinden. Carolin Wenning legte die Gesellenprüfung als Beste der Innung ab und durfte so beim Wettbewerb in Münster teilnehmen. Dort holte sie sich den Sieg und sicherte sich den Einzug in den Landeswettbewerb in Olpe, denn nur der Sieger kommt weiter.
Liebe zum Detail
„Da fiebert die ganze Backstube mit“, erzählt ihr Ausbilder Wilhelm Geelink von der Bäckerei Geelink in Vreden. Es gehöre viel Begeisterung und Liebe zum Detail dazu. Und natürlich müsse man auch ein Händchen dafür und Spaß daran haben, erklärt er.
Carolin Wenning wollte nie einen Bürojob machen. Und da sie schon immer gern gebacken habe, machte sie ein Praktikum in der Bäckerei Geelink. Auch die ungewöhnlichen Arbeitszeiten – je nach Wochentag fangen die Bäcker zwischen 23 und 3 Uhr an – hielten sie nicht von der Ausbildung ab.
Café Wien
Nun wartet eine neue Aufgabe auf Carolin Wenning. Die Bäckerei Geelink lagert nun die Konditorei in einen benachbartes Gebäude aus und eröffnet am 11. November das „Café Wien“. „Eigentlich wollten wir die Backstube erweitern, aber bekamen keine Genehmigung“, erzählt Geelink. Ein ehemaliger Friseurladen soll nun Platz für die Konditorei und 20 bis 25 Café-Gäste bieten. Carolin Wenning wird dann für die neue Konditorei zuständig sein.
Neue Ideen
Die 19-Jährige freut sich schon darauf, neue Kuchenideen auszuprobieren. „Wir wollen dort Gebäck anbieten, das man sonst nicht bekommt“, sagt Geelink. Dafür wolle man auch in alten Rezeptbüchern stöbern und die Klassikern mit neuen Erkenntnissen vermischen.
„Wir wollten dafür eine junge Handschrift, die innovativ und unverbraucht ist. Damit soll eine andere Bevölkerungsschicht angelockt werden, um etwas Bewegung in die Stadt zu bringen“, erklärt Geelink. Carolin Wenning machte dafür in Wien eine Barista-Ausbildung – sie ist nun Kaffeespezialistin und kennt sich mit Anbau, Röstung, Vermahlung aus. Außerdem weiß sie, wie man hübsche Ornamente in den Milchschaum zaubert. Die Kaffeebohnen stammen von einem Röster aus Wien, der diese direkt aus fairem Anbau in Costa Rica bezieht.
Zukunftspläne
Für die Zukunft können sich Carolin Wenning und Wilhelm Geelink noch weitere Ausbildungen vorstellen – zum Beispiel für Konditorei, Pralinen- oder Eisherstellung. Den Meister will Carolin Wenning auf jeden Fall noch machen.












