Zu Besuch bei "Big Alex"
Vreden Zu UdSSR-Zeiten war Alexander Sizonenko gefeierter Star des Basketball-Nationalteams, war Welt-, und Europameister, Olympiasieger. "Big Alex", mit 2,48 Metern lange der größte Mann der Welt, lebt heute von 25 Euro Invalidenrente in St. Petersburg.
Alexander Sizonenko mit Peter (l.) und Georg Wessels (r.) und einigen deutschen Unternehmern auf der Messe. MLZ-Fotos privat
"Das ist am Rande des Existenzminimums", stellt Georg Wessels fest. Er war zusammen mit seinem Bruder Peter und seinem Mitarbeiter Waldemar Zerr für zwei Tage bei seinem alten Bekannten, für den der Spezialist für große Schuhe aus Vreden vor 20 Jahren das erste Paar Schuhe anfertigte. "Es geht ihm immer schlechter, er kommt kaum noch aus dem Bett heraus", weiß Wessels. Seit sie sich kennen, telefonieren sie etwa einmal im Monat miteinander. Oder er schickt per Fax Abdrücke seiner Füße, damit ihm in der Wessels-Werkstatt orthopädische Schuhe nach Maß gemacht werden können. Bei ihrem Besuch in der vergangenen Woche hatten die Wessels natürlich einigen neue Schuhe der Größe 60 im Gepäck.
Diese wollten sie ihm eigentlich anlässlich einer Fachmesse in St. Petersburg offiziell überreichen, "aber er mochte sie gar nicht mehr ausziehen", erinnert sich Georg Wessels. Ein Fernsehteam von SAT1 dokumentierte den Besuch der Wessels in St. Petersburg, und auch das russische Fernsehen berichtete.
Von Schmerzen geplagt
"Wir hatten trotz allem viel Spaß", blickt Georg Wessels auf den Besuch zurück. Gleichwohl Alexanders Situation beklemmend ist. Er ist geschieden, lebt allein, kann sich nur mühsam und gebeugt mit zwei Gehhilfen fortbewegen, "er hat fürchterliche Schmerzen", fasst Wessels zusammen. Nicht ausgeheilte Sportverletzungen - einmal hatte er den Fuß gebrochen - zollen ihren Tribut, auch aber sein krankhafter Riesenwuchs, der von einem Hirntumor ausgelöst wurde, wunde Stellen am Körper vom Sitzen und Liegen kommen dazu.
Vor etwa zehn Jahren war "Big Alex" - so nennt er sich selbst - in Vreden zu Gast. Damals stellte das Stadtlohner Unternehmen hülsta ihm ein Bett auf Maß zur Verfügung - "jetzt konnte ich kostenlose Ersatzteile mitnehmen", ist Wessels dankbar. Denn: Wenn Alexander ins Krankenhaus muss, muss sein Bett immer mit transportiert werden. Nun sind die Brüder Wessels froh, dass sie ihm ein wenig Unterstützung aus dem Westmünsterland überbringen konnten. ewa












