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Hollywood (dpa) Sensation bei der 82. Oscar-Verleihung: Als erste Frau hat die US-Regisseurin Kathryn Bigelow (58) mit ihrem Irak-Kriegsdrama «The Hurt Locker» den Regie-Oscar gewonnen.
Kathryn Bigelow hat es geschaftt.
Die kleine Independent-Produktion wurde zudem als bester Film ausgezeichnet und stach somit in beiden Königskategorien den Hollywood-Blockbuster «Avatar» von James Cameron aus. Insgesamt gewann «The Hurt Locker» («Tödliches Kommando») sechs Oscars, «Avatar» kam auf drei Trophäen - beide waren neunmal nominiert. Die deutschen Hoffnungen auf Oscar-Ehren wurden enttäuscht: Der in zwei Kategorien nominierte Film «Das weiße Band» von Regisseur Michael Haneke ging leer aus.
Das Rennen zwischen «The Hurt Locker» und «Avatar» war das zwischen David und Goliath: «Avatar» kostete 500 Millionen Dollar und spielte 2,5 Milliarden Dollar ein - er ist der erfolgreichste Film der Geschichte; «The Hurt Locker» kostete hingegen gerade einmal 15 Millionen Dollar und war an den Kinokassen kein großer Erfolg, doch landete er bei den Kritikern einen Volltreffer - und schrieb Geschichte. Erst dreimal zuvor war eine Frau für die beste Regie nominiert: Sofia Coppola mit «Lost in Translation» (2003), Jane Campion mit «Das Piano» (1993) und Lina Wertmüller mit «Sieben Schönheiten» (1975). Bigelow gewann als erste Frau und stach damit ihren Ex-Mann Cameron aus. Der hatte 1998 mit «Titanic» elf Oscars gewonnen, diesmal blieb es bei drei Statuen für Kameraführung, Ausstattung und Spezialeffekte.
«Das weiße Band» war als deutscher Beitrag mit vielen Vorschusslorbeeren in das Rennen um den Oscar für den «besten nicht- englischsprachigen Film» gegangen. Die Trophäe holte jedoch der Thriller «El Secreto de Sus Ojos» (Das Geheimnis Deiner Augen) aus Argentinien. Auch in der Kategorie beste Kameraführung ging «Das weiße Band» leer aus. Kameramann Christian Berg unterlag mit seinen eindrucksvoll-hypnotischen Schwarz-Weiß-Bildern der schwelgerischen Bilderwelt von «Avatar», die sein Kollege Mauro Fiore einfing.
Allerdings hatte es bereits mit dem ersten Oscar des Abends einen kleinen Erfolg für Deutschland gegeben: Der Österreicher Christoph Waltz bekam für seine Rolle in der Studio-Babelsberg-Produktion «Inglourious Basterds» von Quentin Tarantino den Oscar als bester Nebendarsteller. «Dies ist ein Über-Bingo», sagte der sichtlich gerührte Waltz mit tränenerstickter Stimme. «Ich werde mich niemals genug bedanken können. Aber ich kann damit jetzt beginnen.» Der 53- Jährige galt als Favorit: Für seine Darstellung des charmant- zynischen SS-Offiziers hatte er zuvor bereits eine Goldene Palme von Cannes und einen Golden Globe bekommen.
In die Oscar-Liste der besten Hauptdarsteller schrieben sich erstmals Jeff Bridges und Sandra Bullock ein. Der 60-jährige Bridges erhielt die goldene Statue für seine Rolle als abgehalfterter Country-Sänger in dem Film «Crazy Heart». Bridges, der bereits zum fünften Mal nominiert hat, war überwältigt und bedankte sich überschwänglich. Bullock würdigte einzeln ihre Konkurrentinnen - darunter Helen Mirren und Meryl Streep - und bedankte sich unter vielen Tränen der Rührung. Die 45-Jährige bekam den Oscar für die Darstellung einer Mutter aus der Oberschicht, die einen obdachlosen, schwarzen Jungen in ihrer Familie aufnimmt und ihn zum Football-Profi macht. Erst am Abend zuvor hatte sie den Schmähpreis «Goldene Himbeere» als schlechteste Schauspielerin für ihre Darstellung als aufdringliche Verliebte in der Komödie «Verrückt nach Steve» erhalten.
Beste Nebendarstellerin wurde die schwarze US-Schauspielerin Mo'Nique für ihre Rolle als gewalttätige Mutter in dem Sozialdrama «Precious - Das Leben ist kostbar». Zuvor war «Precious»-Autor Geoffrey Fletcher bereits für das beste adaptierte Drehbuch geehrt worden; der Film basiert auf dem Roman «Push» von Sapphire.
Bei der 82. Oscar-Verleihung gab es außerdem zwei Trophäen für den Zeichentrickstreifen «Up» (Oben): Er wurde von den Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences zum besten Animationsfilm gewählt und für die beste Originalmusik ausgezeichnet.
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