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Medienhaus Lensing
03.02.2012 18:45 Uhr
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Iran warnt USA und Israel vor Angriff

Teheran/Washington/München (dpa) Im Streit um das iranische Atomprogramm wird der Ton immer schärfer. Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, warnte am Freitag die USA und Israel eindringlich vor einem Krieg.

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Blick auf die Schwerwasser-Anlage im iranischen Arak. Foto: epa/Archiv (Foto: dpa)

Damit reagierte er auf Berichte aus den USA, wonach Israel schon in diesem Frühjahr iranische Atomanlagen bombardieren könnte. Der Konflikt gehört an diesem Wochenende auch zu den wichtigsten Themen der Münchner Sicherheitskonferenz.

Der «Washington Post» zufolge geht US-Verteidigungsminister Leon Panetta von einer «starken Wahrscheinlichkeit» aus, dass Israel den Iran im April, Mai oder Juni angreift. Damit wolle Israel verhindern, dass der Iran Atomwaffen fertigstelle und für israelische Angriffe unerreichbare unterirdische Uranlager anlege. Auch der Fernsehsender CNN berichtete über entsprechende Pläne.

Chamenei drohte daraufhin beim traditionellen Freitagsgebet in Teheran den USA und Israel: «Schon das Nachdenken über solche Angriffe wäre für sie von Nachteil. Das Einleiten dieser Angriffe wäre zehnmal so nachteilig für sie.»

Zugleich machte er klar, dass sich der Iran durch keine Drohungen oder Sanktionen von seinem Atomprogramm abbringen lassen werde. «Wir haben unsere eigene Art, auf solche Drohungen zu antworten», sagte Chamenei, der laut Verfassung das letzte Wort in allen Staatsangelegenheiten hat. Ins Detail ging er nicht.

Seit Wochen nehmen wegen des iranischen Atomprogramms die Spannungen zu. Vermutet wird, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms eine eigene Atombombe entwickelt. Teheran verweist dagegen auf das Recht, als souveräner Staat die Atomtechnologie zu entwickeln. Im Falle weiterer Sanktionen droht das Land mit einer Blockade der Ölexporte durch den Persischen Golf.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak befeuerte Spekulationen über einen baldigen Angriff mit den Worten: «Wer 'später' sagt, könnte herausfinden, dass es (für einen Angriff) schon zu spät ist.» Vize-Ministerpräsident Mosche Jaalon bezeichnete einen atomar bewaffneten Iran als «Alptraum für die freie Welt».

Israel befürchtet laut «Washington Post», dass Teheran bereits sehr bald über genügend angereichertes Uran verfügt, um eine Atombombe zu bauen. Dann könnten nur noch die USA den Iran militärisch stoppen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wolle aber verhindern, «dass das Schicksal Israels vom amerikanischen Handeln abhängt». Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Israel gehe davon aus, dass ein begrenzter Militäreinsatz möglich sei. Den Plänen zufolge könnten die Atomanlage bei Natans und andere unterirdische Anlagen das Ziel sein, hieß es. Die Anlage in Qom sei dagegen mit einem Luftangriff schwieriger auszuschalten.

US-Präsident Barack Obama sowie Panetta versuchten seit längerem, Israel von einem Angriff abzuhalten, heißt es. Washington sei der Ansicht, ein Angriff werde die Sanktionspläne gefährden. Die USA gehen davon aus, dass die verschärften Sanktionen der internationalen Gemeinschaft das Regime in Teheran zunehmend unter Druck setzen.

Außenminister Guido Westerwelle sprach sich erneut gegen eine Debatte über einen Militärschlag aus. Der FDP-Politiker bekräftigte am Freitag in München, dass die Bundesregierung an ihrem Kurs festhalten werde, den Iran im Atomstreit mit Sanktionen unter Druck zu setzen. «Es ist das Kernanliegen deutscher Außenpolitik und es ist das Kernanliegen von Außenpolitik und Diplomatie insgesamt, Kriege zu verhindern», betonte er.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière warnte Israel in der Tageszeitung «Die Welt» ebenfalls vor einem Militärschlag. Man nehme die Sorgen Israels sehr ernst, sagte der CDU-Politiker der Tageszeitung «Die Welt». «Aber wir warnen Israel auch vor Abenteuern.»

Der iranische Botschafter in Deutschland, Sheik Attar, forderte die Bundesregierung auf, mäßigend auf seine Verbündeten einzuwirken. «Gerade jetzt, wo Deutschland eine Führungsrolle bei der Bekämpfung der Euro-Krise übernommen hat, kann das Land Einfluss auf die europäischen und amerikanischen Freunde ausüben, damit sie im Umgang mit Iran mehr Vernunft walten lassen», sagte er den «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag).



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