Erpulat inszeniert "Herr Kolpert": Morden aus Langeweile
DÜSSELDORF Nurkan Erpulat erntete für die Ruhrtriennale-Produktion "Verrücktes Blut" viel Lob, nun hat er als neuer Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus David Gieselmanns "Herr Kolpert" inszeniert. Aber die schwarze Komödie über die Abgründe hinter der bürgerlichen Fassade ist ihm recht langatmig geraten.
Mörderinnen aus Langeweile: Sarah (Stefanie Rösner, l.) und Edith (Sesede Terziyan). (Foto: Hoppe)
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Boulevardesk beginnt das Spiel mit Vorurteilen und Klischees: Sarah und Ralf haben ihre Arbeitskollegin Edith mit Gatten Bastian eingeladen und begrüßen sie mit: "Hereinspaziert. Hier ist sonst nur noch eine Leiche." Die Gäste sind unsicher, ob es nur ein Scherz ist, und so will der Smalltalk nicht glücken.
Wutanfälle
Unterschiedliche Humorvorstellungen veranlassen Philipp Denzels jähzornigen Bastian immer wieder zu heftigen Wutanfällen, die nur aufgesetzt wirken. Wirklich pointiert sind die Dialoge nicht, am besten ist noch die komplizierte Pizzabestellung per Telefon.
Toter in Truhe
Dann klopft es aus der Truhe, in der Sarahs ermordeter Chef, Herr Kolpert, steckt - und damit startet ein klamaukig-albern in Szene gesetztes Abschlachten. Sesede Terziyans Edith sticht wild auf den Pizzaboten ein, Sarah (Stefanie Rösner) erledigt cooler ihren Gatten.
Düsseldorf weggebombt
Am Ende wird noch die Stadtansicht von Düsseldorf, die über der Szene schwebt in die Luft gejagt. Doch das übrig gebliebene Trio stellt frustriert fest: Mord kickt nicht - die Produktion auch nicht.







