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Medienhaus Lensing
07.02.2012 18:47 Uhr
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Ausstellung: Mit den Augen spazieren gehen

MÜNSTER Die Künstlerin Elke Dombrowski gönnt ihren Ölbildern ein exklusives Format: in der Höhe recht schmal, doch so breit wie eine Kinoleinwand. In diesen cinemascopeweiten Landschaften soll der Betrachter „mit den Augen spazieren gehen“, sagt sie.Von Sabine Müller

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Elke Dombrowskis "Panorama" ist im Foyer des Stadttheaters in Münster zu sehen. (Foto: Sabine Müller)

Ein Spaziergang – oder vielmehr eine Wanderung – führt durch die Alpen. Zumindest erahnt man ein solches Panorama auf einem der Gemälde, die in der „in situ“-Ausstellung des Stadttheaters zu sehen sind. Ein schneebedecktes Bergmassiv zieht sich entlang des Horizonts, ein blaugrüner Bergsee scheint Bäume zu spiegeln, ein gelbes Haus schmiegt sich in die Landschaft, umhüllt von Nebel und Schnee, seltsam verschwommen. Andere Gebäude schließen sich an, die so gar nicht in diese Landschaft zu passen scheinen. Sie wirken wie ausgewaschen, an den Fassaden rinnt noch Farbe herunter, als sei der Pinsel zu nass gewesen. Alles ist vage, diffus, eine Mischung aus Natur und Urbanität, nicht klar ein- und zuzuordnen, grafisch irgendwo zwischen konkret und abstrakt, gehüllt in ein dunkles Licht, das weder Tag noch Nacht zu kennen scheint.

Inseln des Lichts

Dombrowski malt Stadtlandschaften. Sie scheinen nicht auf Kriegsfuß mit der Natur zu stehen. Obwohl die Münsteranerin Häuser, Säulen, sogar Stadien kippen, in der Luft schweben oder ihre Fassaden bröckeln lässt, die Flächen meist düster sind, braut sich das Ganze nicht zu einer apokalyptischen Stimmung zusammen. Vielmehr schafft sie ein noch undeutliches Arkadien, einen melancholischen Zwischenbereich, in dem sich immer wieder Inseln des Lichts und der Farbe finden.

Elke Dombrowski verwischt ihre Landschaften in einem langen Prozess. Mit den Werken, die sie eigens für das Foyer konzipiert hat, begann sie bereits im Frühsommer. „Sie brauchen Zeit, sich zu entwickeln“, erklärt sie. In verschiedenen Schichten trägt sie Bäume, Hochhäuser, Hütten und Säulen auf. Eindrücke, die sie auf ihren Reisen gesammelt hat. Sie übermalt, nimmt wieder weg. Nach und nach löst sich das Gegenständliche auf.

„Panorama – Raumstücke“ heißt die Ausstellung. Ein wenig abgerückt von der Wand ragen die Bilder tatsächlich in den Raum hinein – und kommen in der Weite des Foyers zu ihrer Geltung.

„Panorama – Raumstücke“, Eröffnung am 9. Februar, um 18.30 Uhr im Foyer der Städtischen Bühnen. Bis 25. März, zu sehen während der Vorstellungen des Theaters.
 www.stadttheater.muenster.de


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