Kino: "Ein riskanter Plan": Nichts für Menschen mit Höhenangst
New York, Manhattan, Roosevelt-Hotel, 21. Stock. Auf der Brüstung ein Mann, der droht, sich in die Tiefe zu stürzen. Eine Szene, die einem den Atem stocken lässt. Nichts für Menschen mit Höhenangst. So beginnt der rasante Actionthriller "Ein riskanter Plan".
Nick Cassidy (Sam Worthington) riskiert bei dem Versuch, seine Unschuld zu beweisen, Kopf und Kragen. (Foto: Concorde)
Diese Informationen erhält der Zuschauer in kleinen Dosierungen und in nicht-chronologischer Reihenfolge. Reizvoll inszeniert, wie sich alles fügt und verdichtet. Während sich Polizei und Passanten auf den Absprungkandidaten konzentrieren, passiert im Gebäude gegenüber gerade ein Diamantenraub, von Nick mit verstecktem Handy geleitet, von seinem Bruder (Jamie Bell) und dessen Freundin in „Mission Impossible“-Art und nach „Ocean’s Eleven“-Manier durchgeführt. Und doch ein Fehlschlag. Vorerst.
Kameraführung ist ein Genuss
Regisseur Asger Leth legt sich mächtig ins Zeug, um der Rezeptur eines gewöhnlichen Einbruchdramas neue Aspekte und Perspektiven abzugewinnen und den Film aus der durchschnittlichen Handelsware des Genres hervorstechen zu lassen. Immer wieder fällt ihm eine neue überraschende Volte ein, geschickt spielt er mit Tempo-Forcierung und Tempo-Drosselung, baut immer wieder neue Spannungsbögen auf, die Kameraführung ist streckenweise ein Genuss.
Schließlich erweisen sich Freunde als ärgste Feinde. Und ausgerechnet eine Polizeibeamtin mit psychologischem Feingefühl wird zur Bundesgenossin eines Mannes, der hart am Abgrund seinen ehemals guten Namen reinwaschen will. Sein spektakulärer Auftritt ist nämlich nur eine kluge Finte. Der Titel des Films deutet es an.
Ein paar Fragezeichen zuviel
Für den Einzug in den Olymp der Actionthriller reicht „Ein riskanter Plan“ nur deshalb nicht, weil das Drehbuch ein paar Fragezeichen zu viel zulässt. Dass man sich die meisten Fragen jedoch erst nach Ende des Films stellt, ist gar kein schlechtes Zeichen.







