Vollplaybacktheater: Timm Thaler trifft die drei ???
MÜNSTER Man fragt sich, ob das noch ein Schauspiel oder schon ein 80er-Jahre-Quiz ist, als das Vollplaybacktheater im ausverkauften Congress-Saal der Halle Münsterland die Kult-Hörspielserie „Die drei ???“ auf die Bühne bringt.
Justus (l.) und Peter rätseln über das Geheimnis der gestohlenen schwarzen Katzen. (Foto: Heiko Ostendorf)
Von Nils Holgersson über The Cure bis hin zu Timm Thaler reicht die Palette der Zitate, die beim Publikum für heitere Willkommensfreude sorgt. Da rückte der eigentliche Kriminalfall schnell in den Hintergrund. Und die Suche nach dem Dieb, der eine hässliche Stofftkatze in einem Zirkus gestohlen hat, wird zum Beiwerk einer Klamauk-Reise durch die humoristischen Möglichkeiten des Theaters. Ein Witzfeuerwerk, das nur selten zündet.
Justus wieder das Pummelchen
Mit Hosenträgern und Sandalen unterscheiden sich die drei Detektive Justus, Peter und Bob parodistisch von den idealisierten Vorstellungen der Hörspielfans. Besonders der erste Detektiv wartet mit beachtlicher Plauze auf, die ihm allerdings am Ende der Show das Leben rettet.
Einfallsreich ist die Hommage an den Schauspieler und Synchronsprecher Horst Franck. Bei den Fragezeichen ist er als Stimme von Kommissar Reynolds bekannt, auf der Bühne taucht plötzlich Lockenköpfchen Timm Thaler auf, dessen Lachen Franck als Baron de Lefouet in der gleichnamigen TV-Kinderserie stiehlt.
Revolverheld Peter
Allerdings wird dieser Gag bis zur Unendlichkeit wiederholt. Lustiger dagegen die Erinnerung an die Filme „Full Metal Jacket“, „Highlander“ und „Stirb langsam“, als Peter am Schießstand seine Schusssicherheit unter Beweis stellen darf. Dass dann auch noch der Kultfilm „Wayne’s World“ zitiert wird, macht Sinn. Schließlich ist Oliver Rohrbeck alias Justus Jonas der Synchronsprecher von Titelfigur Mike Myers. Gekonnt auch die Parodien auf Guns’n’Roses und „König der Löwen“.
Das kunterbunte Bühnenbild in Kindertheatermanier stört zum Glück bei dieser Rückkehr in die Kindheit kaum. Ein Stofflöwe, der obligatorische Wohnwagen als Detektivzentrale und ideenreiche Kostüme setzen die Hörspielwelt in oft albernen, aber stets witzigen Bilder um. Nur leider kann sich die Produktion nicht entscheiden, ob sie Hommage oder Parodie sein will.







